XY-Ungelöst: Raubüberfall im Kirner Steinweg -Neue Erkenntnisse!

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Kirn. Ist es eine wandelnde und tickende Zeitbombe? Die Polizei jagt einen "bizarren" und seltsamen Perückenräuber! – so kündigte „Aktenzeichen XY“ den Kirner Raubüberfall auf ihrer Homepage zur  Sendung an. Der Überfall auf ein Schmuckgeschäft im Kirner Steinweg 31 am 20. April 2011 wirft mehr Fragen als Antworten auf, und war am 14. März 2012 Thema in der weit über Landesgrenzen hinaus ausgestrahlten TV-Sendung sein.

„Vor Ort sind die Ermittlungen erschöpft. Nach intensiver Zeugenbefragung und Fahndung gehen wir von einem überörtlichen Täter aus“, erklärt der Erste Kriminalhauptkommissar Joachim Reimann. Er war live im Münchner Studio, während die Kirner Polizeidienststelle unter der Telefonnummer 06752 1560 Anrufe entgegen nahm.

Aufgrund von detaillierten und präzisen Hinweisen wurde bereits gegen 14 Uhr am Tattag, mittwochs am 20. April 2011 im Kirner Steinweg und der Nahegasse eine männliche Person mit einer auffallend künstlich aussehenden Zottelperücke wahrgenommen. Zeugen gaben einen schwankenden Gang mit widerlichem Grinsen und einem „furchteinflößenden Gesamteindruck“ zu Protokoll. Erstmals betrat er gegen 14.30 Uhr das besagte Schmuckgeschäft und ließ sich ohne besondere Auffälligkeit eine Auswahl von Trauringen zeigen. Die Tatausführung geschah dann um 15.37 Uhr: Der Täter ließ sich drei Tabletts mit jeweils 16 Paar Trauringen in Weiß- und Gelbgold zeigen. Auf den Auslagen lagen auch so genannte Schmuck-„Dummies“. Die Inhaberin war allein im Geschäft, als der Räuber seine Pistole im Hosenbund zeigte, in Hochdeutsch den Überfall andeutete und „lässig-cool, ohne Hektik, ruhig und abgeklärt abräumte“. Ringe im Wert von 5000 Euro packte er in eine Rewe-Plastiktüte. Dann verschwand er in Richtung oberer Steinweg / Kallenfelser Straße und ward nie mehr gesehen.

Das lange und auffällige Ausbaldowern sei ungewöhnlich, die solide Beschreibungslage deute auf keinen örtlichen Täter hin, sagt der Kirner Dienststellenleiter Joachim Reimann. Kurios dabei: Die Kasse blieb unbeachtet. Natürlich müsse man jede Möglichkeit ausschöpfen, die der Sache und Aufklärung der Tat dienlich ist, sagte er zu der TV-Anfrage aus München und hofft den Täter dingfest zu machen.

IM DETAIL: Die Täterbeschreibung: Männliche Person, ca.180 cm groß, ca. 25 Jahre, schlanke Statur, dunkler Teint. Der Täter trug offensichtlich eine schwarze Perücke, schwarze Hose, schwarze Jacke, rotes T-Shirt. Am Daumen und Zeigefinger der rechten Hand befand sich ein weißes Pflaster.


So soll das Perückenmonster aussehen

Dienststellenleiter Joachim Reimann