Wird ganz Becherbach evakuiert? Waffennarr hält Polizei in Atem

Kategorie: VG Meisenheim, Lokale News an Nahe und Glan, Blaulicht

 

Waffen und Sprengstoff, "Pulver", Kriegsgerät und selbst hochexplosives Nitroglycerin sorgen für Polizei-Großeinsatz in Becherbach bei Meisenheim: "Nur ein schwerer Panzer fehlte noch!"

Becherbach./ Hundsbach. Bereits zu Wochenbeginn wurden starke Polizeikräfte bei einem ortsbekannten „Waffennarr“ und Militariafan in Hundsbach fündig: Der 62-jährige Rentner, den man auch unter seinem Vornamen mit dem Attribut „Pulver-K…“ kennt, erlitt bei der ersten Hausdurchsuchung in Hundsbach einen Schwächeanfall. Die Hundsbacher waren sehr um Schadensbegrenzung bemüht, Superintentent Marcus Harke berichtete ausdrücklichen von einem Waffenliebhaber und keinen politisch motiviertem Hintergrund. Was dann aber drei Tage später am 21. Januar 2011 im Zuge der Ermittlungen in einer Scheune in Becherbach bei Meisenheim gefunden und ans Tageslicht gefördert wurde, schlug dem Fass den Boden aus: Staatsanwaltschaft und Kriminaldirektion Kaiserslautern bestätigten Evakuierungen von acht Häusern, Spezialisten auch des LKA Mainz und Bereitschaftspolizei war vor Ort. Zunächst sollte das ganze Dorf mit über 500 Einwohnern, später nur zehn Häuser evakuiert und beim Abtransport des gefährlichen Sprengstoffes mit hochexplosivem und giftigem Nitroglyzerin vielleicht am Samstag doch der ganze Ort kurzzeitig evakuiert werden. Die K 74 und Häuser im Ort waren weiträumig gesperrt und abgeriegelt. Explosive Stoffe, Munition, Waffen wie Maschinengewehre und Kriegsgerät sowie ein altes Militärfahrzeug wurden zu Tage gefördert, „nur noch ein Panzer hätte in der Sammlung gefehlt“, twitterten Medien. Über Nacht wurde die Substanz in der Scheune bewacht und soll am Samstag, 22. Januar, auf freiem Feld kontrolliert gesprengt werden, frühere Funde wurden in einen Bunker auf dem Truppenübungsplatz Baumholder gebracht.