Kinderdoc Rainer Lauf befragt- Leidige Pollen - Aber: Urlaub genießen!

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Pollen öfter auswaschen ist die beste Medizin. - Bad Sobernheim. Aufgrund der später einsetzenden Vegetationsperiode sind in diesem Jahr Pollen und die „Pollenexplosion“ sehr lästig. Wir fragten nach beim felkestädtischen Kinderarzt mit Monzinger Wurzeln, Dr. Rainer Lauf, der in der „Villa Kunterbunt“ in der Steinhardter Straße 2 mit Guido Hein eine Gemeinschaftspraxis betreibt. Prinzipiell gelte „Dreck macht Speck“, lacht Rainer Lauf und kennt Untersuchungen, wonach übertriebene Hygiene dem Immunsystem nicht förderlich sind. Ausnahme: Pollenallergiker sollten öfters die Pollen mit klarem Wasser abwaschen.

Frage: Wie äußern sich Allergien und wer ist betroffen?

Pollenallergien beginnen meist erst im Vorschulalter- aber man ist auch als Erwachsener nicht davor gefeit, ein Leben lang neue Allergien zu entwickeln. Bei den Pollenallergien sind seit Generationen hier bei uns in erster Linie Gräser und Getreidepollen zu nennen. Es gibt Einwanderer wie das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) – zunehmend sind auch die Rapspollen häufiger lästig.

Frage: Sind auch Kleinkinder betroffen?

Kleinere Kinder und Babys können auch Allergien bekommen, aber die sind meist Nahrungsmittelbedingt und äußern sich mehr über die Haut, weniger über die Atemwege.

Frage: Was sind die Beschwerden, und was kann das Kind oder der Patient als Prävention tun?

Erste Symptome sind Augen jucken, die Nase läuft und Husten am Bronchialsystem zeigt an, das die Atemwege betroffen sind. Ich rate stets dazu, die Pollen öfter abzuwaschen, dass sie nicht am Körper und in den Haaren kleben bleiben. Kinder sollten sich öfter abduschen. Wichtig für Pollenallergiker: Morgens das Zimmer lüften, die Kleider nicht über Nacht im Schlafzimmer liegen lassen! So kann man Beschwerden in jedem Fall verringern.

Frage: Was ist ihre Aufgabe als „Doc“?

Bei der Behandlung gibt es ein breites Spektrum von Homöopathie bis Schulmedizin; - die Behandlung hängt vom Schweregrad ab. Bei stärkeren Beschwerden, wo die Kinder drunter leiden, gibt man Medikamente, Augentropfen oder Nasenspray. Wenn es schlimmer wird und Kinder über Jahre unter der Allergie leiden, was sich bis zum allergischen Asthma entwickeln kann, dann ist eine Desensibilisierung sinnvoll. Außerhalb der Saison werden Spritzen mit Pollenextrakten zur Gewöhnung verabreicht.

Frage: Noch ein Tipp für die Urlaubsapotheke?

Das ist abhängig vom Reiseland. Allgemein gilt, kein Sack voller Medikamente mitnehmen. Der europäische Markt ist standardisiert- dort steht das gleiche im Regal wie bei uns. Aber im Mittelmeerraum, Türkei, Nordafrika empfiehlt es sich, Fieber- oder Durchfallmittel schnell parat zu haben.

Frage: Welchen Sonnenschutz für Kinder?

Lichtschutzfaktor ab 30 - Haut braucht Schutz. Erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickelt Kinderhaut allmählich eigene Schutzmechanismen gegen UV-Strahlen. Passiver Sonnenschutz mit Kopfbedeckung und einem leichten T-Shirt, das etwa beim Schwimmen im Meer den Oberkörper bedeckt, ist als Prävention sehr sinnvoll. Ansonsten gilt für Kinder und Eltern: Nach diesen Wetterkapriolen ist Sonne tanken für die Psyche und das Immunsystem sehr wichtig. Auf den Sommer und die Sonne freuen, die Urlaubszeit in vollen Zügen auskosten und genießen! Ist das nicht ein herrlicher Schlusssatz???

 


So sieht grenzenloses Vertrauen in den "Doc" aus!