Lehrer gratuliert 80-jährigem Schüler- "Urgestein" Karlheinz Schneider feiert

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FOTOS UNTEN: Bad Sobernheim. Die Gabentische bogen sich – Gratulanten geben sich die Türklinke in die Hand und huldigten zum 80. Geburtstag einem „Bad Sobernheimer Original und Unikat“, wie sich Stadtbürgermeister Michael Greiner ausdrückte, auf das Herzlichste. „Der Rolf Kehl ist noch nit da, awwer es geht uff Mittag zu, und sein Fehlen ist beim esse und trinke net so tragisch“, sagte der Jubilar Karlheinz Schneider bei seiner Rede verschmitzt, obwohl der VG-Chef alles mithörte, ihm gratulierte und dankte: „Sie haben viel für die Allgemeinheit getan“.

Vor 58 Jahren kam der Heddesheimer Karlheinz Schneider in die Felkestadt: Er ist Träger der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz, seit 60 Jahren im Verband der Fachschul-Absolventen, 55 Jahre im MGV Liederkranz, 60 Jahre im Bauern- und Winzerverband und 50 Jahre im Feuerwehr-Förderverein und in zahlreichen anderen Vereinen und Institutionen. Dem 8o-Jährigen sitzt nach wie vor der Schalk im Nacken, und so plauderte er bei seinem Ehrentag aus dem Nähkästchen und reihte aus seinem reichen Lebensfundus eine Anekdote an die nächste. Und natürlich durfte seine Lebensphilosophie „…ich bin ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herren“ zur Freude der Gäste nicht fehlen. Karlheinz Schneider rodete und kultivierte Flächen, er leistete in der Felkestadt als Winzer Pionierarbeit und er habe sich ein Leben lang als Winzer für den Nahewein, die örtliche Infrastruktur und die Belebung von Tourismus und Fremdenverkehr eingesetzt.

Neben dem Wein liebte er seine Pferde. 1953 war es, als er stolz und hoch zu Ross den Festumzug zum Meddersheimer Weinfest anführte. Mit 17 Meter Länge und sechs Pferden vor der Kutsche sei das prachtvolle Gespann ein Hingucker und kleine Sensation gewesen. In der Kutsche saß ihre Majestät, die Deutsche Weinkönigin Mathilde Machwirth, ebenfalls aus seinem Heimatort Heddesheim. Abends ging es zum Tanz ins Weinzelt, wo ein fesches Mädel ganz begeistert fragte: „Sie haben doch heute das Gespann mit der Weinkönigin geführt?“ Es folgte der erste Tanz, und zwei Jahre später wurde geheiratet. „Ohne meine Frau hätte ich es niemals so weit gebracht“, lobte das Geburtstagskind.

„Ich habe dich immer als Vorbild gesehen“, gratulierte namens der örtlichen Winzerschaft Karl-Kurt Bamberger aus Meddersheim und überreichte ihm unter lautem Jubel ein Präsent und das Goldene Lenkrad, weil er in den steilen Weinbergen `rum fährt. „Zwei Mal bin ich umgefallen, aber ich blieb Gott sei dank heil“, frohlockte der Senior. Unter den Nachbarn, Freunden, Kunden, Bekannten und Weggefährten waren neben dem jüngsten Urenkelkind Frieda auch die beiden Brüder Willi und Friedhelm und zwei ganz besondere Ehrengäste als Gratulanten: Im 98. Lebensjahr kam der Bad Kreuznacher Weinbau-Oberamtsrat Walter Hillebrand mit Gattin und ebenfalls mit Ehefrau kam der einstige leitende Regierungsdirektor der Landes-Lehr- und Versuchsanstalt (heute DLR) Erwin Kadisch aus Mandel. Diese Besonderheit, dass Walter Hillebrand als Lehrer einem 80-jährigen Schüler und dessen Sohn Bernd Schneider als letztem Schüler das Zeugnis unterschreibt, sei schon etwas ganz Besonderes, was die Gäste mit viel Beifall honorierten.

Zum ersten Bild: Lehrer Walter Hillebrand (von links) mit Gattin und Erwin Kadisch, dahinter die einstigen Schüler Karlheinz (8o) und Bernd Schneider (56).


Karlheinz Schneider lud zum 80.ten...

...in den neuen Weinkeller, die Gut Stubb" ein.

Karl Kurt Bamberger überreichte das Goldene Lenkrad

Tradition & Brauchtumspflege werden groß geschrieben