Kreis schreibt Knöllchen für 850.000 € - Lästige Abzocke, beklagen Bürger

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Kreis zockt Bürger ab und stellt ihnen nach – Klagen häufen sich- Sind Gemeinderäte Alibibeschaffer? - Einnahmen: 850.000 Euro- Knöllchengewinn 2013: Satte 350.000 Euro.

Journalist Manni aus der Felkestadt hat den "Lappen" jetzt im April abgegeben:  Er fuhr auf der L 232 von Merxheim kommend Richtung Meddersheim und bog nach links auf die Querspange Richtung Monzingen ab. Hinter den Bahngleisen fuhr er in Monzingen auf die B 41 Richtung Bad Sobernheim. An der Ampel darf er aufgrund eines grünen Pfeils nach rechts abbiegen, wenn frei ist. So war es. Manni gab Gas und beschleunigte. Kein Auto weit und breit, rechts und links auf der B 41 ein Meter hohe Betonwände. Plötzlich blitzte es, Journalist Manni wurde „gefilmt“. So sagte man früher oft, wenn man sich gelinkt und ungerecht behandelt fühlte. Manni wähnte sich auf der  B 41- nicht mitten in einer Ortslage. So wie Manni geht es immer öfter vielen. Manni legte Widerspruch ein. Ein Meddersheimer „rasender Reporter“ kann innerhalb von einem Jahr fünf Bilder vorweisen- fünf Mal „gefilmt“, fünf Mal geblitzt, fünf Mal gelinkt. Einmal in der Kurve am Kurhaus Menschel in Meddersheim, einmal in Meddersheim Ortsausgang, ein Mal auf der B 41, ein Mal Ortstausgang Hochstetten und einmal am Kirner Steinbruch, wo weit und breit niemand ist, außer, dass dort ein Schild mit Tempo 50 steht. „Das ist doch nicht normal, dass ich abends um halb elf und Sonntag morgens vor 7 Uhr geblitzt werde. Totaler Schwachsinn!“, empörte sich auch Michael aus Simmertal. Und als Meddersheimer Turnmädchen des TuS Meddersheim samstags nach Baumholder zu einem Wettkampf fuhren, wurden mehrere Mütter sogar zwei Mal geblitzt. Ein Mal auf der B 41, Abfahrt Kirn-Sulzbach, und dann hinter Idar-Oberstein. Ein weiterer, dritter Blitzer stand in der Baustelle B 270/ B 41, neuer Verkehrskreisel Fischbach - Tankstelle / McD: „Reine Abzocke“.  Natürlich fassen sich Manni, sein Meddersheimer Kollege, Michael und die Mütter der Turnermäd` alle an den Kopf. Wegen ihrer eigenen Dummheit, wegen mangelnder Einsicht, als Wiederholungstäter.... Weil sie erzieherischen Maßnahmen aufgesessen sind, nichts gelernt haben und von Staat und Gemeinwesen als „Raser“ tituliert und zur Kasse gebeten werden.

Aber sind alle Raser? Was berechtigt Vater Staat, seinen Bürgern nachzustellen, sich päpstlicher als der Papst zu bereichern, um die Kassen zu füllen? Dass durch Kontrollen im unteren Berech in Ortschaften weniger Unfälle passieren, ist rein hypothetisch. Vielmehr sind marode Regeneinlaufschächte und Schlaglöcher Grund und Hauptursache.

Eine Verkehrskontrolle in Meckenbach am 9. Oktober 2013, morgens von 6 bis 9 Uhr, habe bei 86 in den Ort hinein fahrenden Autos und bei 29 aus dem Ort fahrenden keine einzige Geschwindigkeitsüberschreitung ergeben, teilte "Ob" Klaus Willi Schlarb dem Rat mit, und infolge dessen wurde keine, von Bürgern geforderte Kontrolle, wiederholt.

Auch von den oben zuvor genannten und überführten Verkehrssünder ist keiner bereit, Einsicht zu zeigen. Alle sind unbescholtene, rechtschaffene Bürger, alle fahren über 30 Jahre, Manni sogar über 40 Jahre unfallfrei. Es geht nicht um Geschwindigkeitskontrollen und drakonische Strafen mit Führerscheinentzug, sondern es geht um vielfache und vorsätzliche Abzocke, das unfaire Nachstellen zehn Meter vom Schild entfernt. Tempokontrollen an jeder Ecke schaden der freien Marktwirtschaft und führen dazu, dass Beschäftigte und Bedienstete bei Bund, Land und in Ämtern, bei Behörden und Kommunen, bei Straßenverwaltungen, noch viel langsamer fahren – in der Regel 10 Kilometer langsamer, als beschildert. Bravo. Bei solch einer Firma würde jeder gerne arbeiten.

Mandatsträger, Gemeinderäte und Kommunen rufen nach Kontrollen und sind selbst Alibibeschaffer für die Geldeintreiber. Die Kreisverwaltung freut sich und kassiert- wenn schon so viele nach „Law &:Order“ schreien. Schließlich suchen sich die dümmsten Kälber, ihre Metzger selber: Seit Oktober 2012 macht der Kreis KH Tempokontrollen innerhalb der Ortschaften in Eigenregie. Jetzt steht die Blitzerbilanz fest: Bei Einnahmen von 850.000 Euro verbucht er stolze Ausgaben in Höhen von 500.000 Euro und kommt kreisweit unterm Strich auf einen Gewinn von 350.000 Euro. Wen trifft es, wer wird gefilmt? Behördenfahrzeuge nicht. Aber Ehrenamtler, Arbeiter und die Schaffer, für die der Tag 27 Stunden haben müsste. Fazit: Leistung lohnt sich nicht. Abzocke und Nachstellen eher.


Achtung: Tempo 30

Kommune & Kreis zocken Bürger ab