Lauschieder sind mit Willi Marx als "Ob" sehr happy!

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ZwinkerndCoolLauschied. Willi Marx ist neuer Ortsbürgermeister in Lauschied – ein alter Bekannter, der bereits von 2009 bis 2014 Dorfoberhaupt war. Dem diplomierten Finanzwirt und Beamten i.R. stehen die 45-jährige Newcomerin und Verwaltungsfachwirtin Sylvia Marx als Erste und der mit allen zwölf Stimmen gewählte zweite Beigeordnete Paul Raimund, selbstständiger Landmaschinen-Mechaniker-Meister, zur Seite. Willi Marx und Sylvia Marx wurden mit 9 Ja- und 3 Neinstimmen gewählt.

Per Handschlag verpflichtete der scheidende Ortsbürgermeister Friedrich Mattern die zwölf Ratsmitglieder und zog eingangs ein Fazit seiner fünfjährigen Amtszeit: „Diskussionen sind nötig, Enttäuschungen an der Tagesordnung – mit der geringen Finanzausstattung ist es für solch kleine Gemeinde nicht einfach“, sagte er und entschuldigte sich im 73.ten Lebensjahr, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht jedem gerecht werden konnte. Namentlich lobte er die Feuerwehr, den Förderverein „Unser Lauschied“ und die rüstigen Rentner: „Ja, in Lauschieder Vereinen schlummern Talente, aber das Übergreifende, das Gemeinsame“ fehle, gab er seinem Nachfolger als Anregung mit auf den Weg und erinnerte an 1979 als das ganze Dorf die Friedhofshalle sanierte. Der gelernte Landwirt und Erzieher Friedrich Mattern wird in einer Bürgermeisterdienstbesprechung für 40-jähriges Engagement seitens des Gemeinde-und Städtebundes (GStB) geehrt. Für ihn rückt Siglinde Dämgen nach, die im Beisein von Schriftführerin Simone Schmidt und vom geschäftsleitenden Beamten der VG, Rainer Link, vom GStB für 20-jährige „verdienstvolle und vielfaches Engagement“ geehrt wurde.

Als Ratsmitglied schlug Sylvia Marx den Verwandten Willi Marx vor und hielt als „Neubürgerin“ seit 2007 ein flammendes Plädoyer auf „mein“ Lauschied. Niemand habe im Vorfeld seinen Hut als Ortschef in den Ring geworfen, Willi Marx habe stets das Wohl der Gemeinde und keine Eigeninteressen verfolgt. Beim Wahlgang herrschte knisternde Spannung – mit diesem eindeutigen Ergebnis von 9-Jastimmen hatten auf gezielte Nachfrage dieser Zeitung die wenigsten Besucher gerechnet.

Friedrich Mattern ernannte ihn und nahm Marx den Amtseid ab: „Ich werde keine fünf Jahre, höchstens vier Jahre bis zum 70.ten Lebensjahr amtieren und dann geordnet übergeben“, sagte der neue „Ob“ in seiner Antrittsrede. Er sei in vielen Vereinen, könne „nicht nein sagen, aber an Lauschied liegt mir ganz viel“, sagte Willi Marx. In zehn Jahren seit 2009 sei die Einwohnerzahl von 572 auf aktuell 520 mit steigendem Tempo gesunken. Der Ort habe 52 Bürger verloren, obwohl Deutschland von 80 auf 83 Millionen wuchs. „Wir haben die Bäckerei, das Lebensmittelgeschäft und die Turnergruppe in der Halle verloren, leider Gottes zieht niemand wegen dem Kindergarten nach Lauschied“, resümierte er, für die Häuslebauer zähle allein der Preis und die Attraktivität. Daher werde er mehr delegieren, eine Arbeitsgruppe „Halle“ initiieren, eine Begegnungsstätte etablieren, eruieren ob Bedarf eines Dorfladens besteht und die Parkplatzsituation am Gemeindezentrum verbessern. Die Beigeordneten sollen quasi eine Aufwertung mit eigenem Geschäftsbereich erfahren. Aus diesem Grund werde die antiquierte Hauptsatzung bis zur nächsten Ratssitzung geändert und dann ein dritter Ortsbeigeordneter gewählt. Über zwei Dutzend Einwohner kamen zur konstituierenden Gemeinderatssitzung - seitens der Bürgerschaft scheint alles paletti, jedenfalls „brannte nichts unter den Nägeln“, als sie vom neuen Ortschef Willi Marx direkt gefragt wurden und Rederecht hatten.

Zu den Fotos: Willi Marx (links) ist wieder Ortsbürgermeister in Lauschied. Ihm zur Seite stehen Sylvia Marx und Paul Raimund. Groß war die Schar der Bürger bei der konstituierenden Gemeinderatssitzung.