In Monzingen floriert ein kleiner Dorfladen - Beliebt bei Trucker

Kategorie: Bad Sobernheim, Monzingen, Becherbach, Kreis KH, Lokale News an Nahe und Glan, Leute nebenan, Handwerk, Essen & Trinken

 

LachendMonzingen. Wo einst das Fleischer-Fachgeschäft von Ute und Wolfgang Schüssler war und dann der Getränkemarkt Winfried Bohn aus Simmertal einzog, hat sich seit 7. Oktober ein kleiner Nachbarschaftsladen etabliert. Ganz wertvoll in diesen Coronazeiten, weil sich die Betreiber kümmern und auf alle Wünsche eingehen, freute sich Monzingens Ortsbürgermeister Klaus Stein und weist besonders auf die regionale Versorgung in Zeiten von „Social Distancing“ und der kurzen Wege hin.

Die Kümmerer heißen Ute Vogt (54 Jahre) und ihre 26-jährige Tochter Janette Christmann, die bislang in der Gastronomie arbeitete. „Ja, die Leute nehmen das Angebot an, wir haben nur positive Resonanzen gehört und sind sehr zufrieden. Auch Extrawünsche erfülle ich gern“, sagt Ute Vogt. Dritter im Bunde ist Auslieferungsfahrer Dieter Schäfer, der in diesen Tagen „volle Kanne“ zu tun hat, und quasi „Bodengänge“ und die Getränkelieferungen bis Lauschied, und wegen Krankheitsvertretung sogar bis Duchroth, Hallgarten und Oberhausen an der Nahe übernommen hat und ausliefert. Pro Kiste frei Haus wird 1.50 Euro fällig, bei mehreren Kästen wird eine verbilligte Pauschale angeboten. Überwiegend ältere Leute nutzen das Angebot und machen gerne Gebrauch davon. Das Getränke-Sortiment von der Fruchtorange über den Powerdrink, Sekt und Selters bis zur Apfelschorle lässt keine Wünsche offen, „Ich hab wieder deine Biersorte“, ruft Ute Vogt einem dankbaren Kunden entgegen. So soll`s sein. NGS und C&C beliefern den Laden – vor dem Haus ist ein großer Parkplatz.

Das Angebotssortiment orientiert sich an der Nachfrage. Kaffee zum Mitnehmen gibt’s, Toilettenpapier ist da, Nudeln, Dosensuppen, Mehl, Vanillezucker und Backpulver, Tabakwaren und an der Kasse im „Kinder-Quengelbereich“ werden Süßigkeiten oder Lollys bis hin zur Pralinenschachtel oder der Osterdeko und dem Osterhasen angeboten. Übrigens haben nicht nur die Monzinger einen Gang dorthin, viele sagen noch immer „Schüsslersch“ zum Haus, wo einst ein Fleischerfachgeschäft mit Tante-Emma-Lebensmittellädchen war, und die damals Kleinsten sich noch an ihren ersten Lutscher oder das Stückchen gratis-Fleischwurst erinnern.

Am 16. Juni 2019 begann hier das „echte Monzinger Mädchen“ Ute Vogt ihren Aushilfsjob, der Mensch müsse eine Aufgabe und Erfüllung haben, sagt sie. Der Werbeslogan „Hausfrau, Mutter und Managerin eine kleinen Familienunternehmens“ treffe hier in besondere Weise zu, sagt sie. Sie wurde im Weinbau groß, ihr Vater Walter Vogt war einst Standesbeamter.

Die Soonwaldstraße 18 wird stark frequentiert von LKW-Fahrern aus dem nahen Langenthaler Steinbruch – Ute Vogt war selbst viele Jahre nationale und internationale Truckerin, arbeitete bei der Mainzer Spedition Gerhard Müller und daher weiß sie, was Männer und Brummi-Fahrer mögen. Künftig will Ute Vogt das Angebot erweitern, eine warme Wurst, ein Fleischwurst- oder Fleischkäsebrötchen anbieten – und im Übrigen wünscht sie sich, dass sich ganz schnell die Lage normalisiert. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 10 – 12.30 Uhr und von 15 bis 18.15 Uhr – samstags von 10 bis 13 Uhr. Montag ist Ruhetag. Telefon: 06751 8562910 oder Handy: 01512 9485530.