Apollo Meddersheim & MGV Hochstädten boten mit Dirigenten Ramona Wöllstein & Jürgen Frank sowie Pianist Klaus Winter Konzert der Extraklasse

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Meddersheim. „Schön, dass ihr wieder alle da seid“, so begrüßte Apollo-Chor Vorsitzende Hilde Bens zum letzten Male nach 23 Jahren. Das Feld ist bestellt, in acht Tagen übergibt sie. „Have a nice day“ hieß das Motto eines Stuhlkonzertes mit den drei Chorgattungen Apollochor, Frauenchor und Chor Apollo 2010, zudem hatten sich die Meddersheimer im 161. Jahr ihres Bestehens den MGV Hochstädten eingeladen. Die Bandbreite des Repertoires war weit gefächert, die Akustik war tadellos, und so wurde das Konzert im Verlaufe des Abends ein Jahreshighlight im Weindorf und war allerbeste Werbung für den Chorgesang.

Die Gastgeber eröffneten mit wertvollen deutschen Frühlings- und Volksliedern aus dem 19. Jahrhundert. „Ja, die Musik ist wunderbar“ war Quintessenz aus dem Satz „Ein bunter Strauß“ von Hans- Günther Becker.  Sehr romantisch und gefühlvoll sang danach Chordirektor Jürgen Frank den Solopart „Leise zieht durch mein Gemüt“, dabei wurde er professionell am Klavier von Klaus Winter begleitet. Ebenfalls beliebte Volkslieder sang der MGV Hochstädten, bevor „Apollo 2010“ mit „Something stupid“ oder der modernen Ex-Olympiahymne „One moment in time“ überraschte. Zur Freude der Zuhörer traf Moderator Wolfhart Dhonau mit volkstümlicher Lyrik oder amüsant heiteren und poetischen Texten stets den rechten Ton.

Eine durchgehend dominante Rolle spielte nach der Pause die Liebe und war allgegenwärtig: Die 20 Mannen aus Hochstädten eröffneten gut gestärkt mit dem Udo Jürgens Klassiker „Merci Cherie“ und ernteten im weiteren Verlauf mit einem Sopransolo ihrer charmanten Dirigentin Ramona Wöllstein aus dem Musical „Les Miserables“ und dem zweiten Klassiker daraus, „Bring ihn heim“, rauschende Beifallsstürme und Zugaberufe. MGV-Vorsitzender Frank Heilmann übernahm spontan das Heft des Handels, die Hochstädter sangen kraftvoll- voluminös und in leidenschaftlicher Gospelmanier den Bläck Fööss Klassiker „Dat Wasser vun Kölle“ und brachten damit die Gemeindehalle zum Beben. Da brachen alle Dämme.

Musikdirektor und Tenor Jürgen Frank sang „Vergiß mein nicht“ von Ernesto de Curtis, gemeinsam mit Kollegin Ramona Wöllstein zelebrierte das Duett geradezu „Ein Traum wird wahr“ aus Walt Disneys Aladin und sang als Zugabe den Rock-Pop-Hit „Up Where We Belong“ von Joe Cocker und Jennifer Warnes. „Have a nice day“ war längst Programm, Apollo Sahnehäubchen war das 1925 erstmals am Broadway aufgeführte “Tea for two“. Beim diesem Evergreen im Cha-Cha-Cha-Stil gingen die Meddersheimer aus sich heraus.

„Was ist Liebe doch für ein Zaubertrank, ein Lebenselixier in jeder Lebenslage“, trug Wolfhart Dhonau schmunzelnd poetisch als Einleitung dreier Chansons für Frauenchor und Klavier mit den Titeln „Liebesorakel“, „Blühender Apfelbaum“ und „Mirko“ von Walther Schneider vor. Mit brillanten Frauenstimmen hatte der Apollochor nie Probleme, und so lief letzterer Jüngling „Mirko“ mit seinen „schönen blauen Augen, den starken Händen und den roten Lippen“ als heiß und innig geliebter „kleiner Kasatschok“ dem Jünglingbildnis „Apollon“ quasi den Rang ab. Bravo- und Zugaberufe gab es auch für weitere Liebeslieder aus Musicals. „Neigen sich die Stunden“, ein gemeinsam gesungenes Gute-Nacht-Lied von Lorenz Maierhofer rührte an und bildete einen würdigen Abschluss.

Man sehe solch ein Jahreskonzert als kulturell wichtige Verpflichtung an, sagte Hilde Bens und lobte: „Genial gut Klaus Winter- wunderschöne Solisten-Duette, Poesie für die Sinne und Chorgesang voller Begeisterung“ habe man erleben dürfen, und da schwang Freude und Wehmut mit.

>>>„Es war uns eine Ehre, bei diesem Konzert mitwirken zu dürfen“, rief Frank Heilmann vom MGV Hochstädten aus, die Gäste genossen den Abend sichtlich..


Die Dirigenten im Kreise ihrer Chöre