Baugebiet Heidlochsgraben: "Die kriegen die Karre gegen die Wand geknallt"

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Meddersheim. Der "Karren" sei hoffnungslos verfahren: „Die Harmonie versinkt im  Heidlochsgraben“, titelte am 18. August 2012, acht Tage vor dem Weinfest, der Öffentliche Anzeiger. „Meddersheims Heidlochsgraben wird entgegen aller Versprechen teuer für die Nachbarn- Über dem Neubaugebiet braut sich Unbill zusammen: Die Altanlieger müssen wohl doch Erschließungskosten zahlen, wurde im Gemeinderat deutlich“, berichtete am gleichen Tag der Mitbewerber in dicken Schlagzeilen.

Die Wellen schlagen hoch: Das Baugebiet werde schlecht geredet, sagen Befürworter- Wie kann man solch einen Hang befürworten? fragen Gegner. Sechs Ja-Stimmen bei sechs Enthaltungen bedeuten eben, dass die Hälfte im Rat nicht für den Heidlochsgraben ist. Natürlich gibt es bei Baugebieten immer gewisse Interessen und für einige wenige große geldwerte Vorteile. Dass jedoch die Ortsbürgermeisterin Anwohner mit T-Shirts und der Protest-Aufschrift  „(W)Mutbürger. Ich bin stolz, Rentner zu sein“ in die Ratssitzungen treibt, zeugt von wenig Taktgefühl bei der sensiblen Problematik. Sinngemäß soll sie gesagt haben, das Dorf brauche junge Familien und keine Rentner. Ein Fauxpas in einer reinen Wohngemeinde. Dann hätte sie ein Gewerbegebiet am anderen Ortsende ausweisen müssen, sagen die „Wutbürger“ und denken an Kleingewerbe. Im Gemeinderat hat sie Anliegern das Wort und Fragen zu aktuellen Themen verboten: „Unklug. Ganz schwach. Andernorts wird die Ratssitzung unterbrochen, werden Einwohnerfragen erörtert und beantwortet“, und dies sei auch hier möglich, sagen frühere Ratsmitglieder. In Meddersheim ist der Widerstand derart massiv, dass Rechtsanwälte das Sagen haben, die letztlich den „Karren Heidlochsgraben vor Gericht vor die Wand knallen werden“, wie Insider wissen wollen. Egal wie es ausgeht: „Vor Gericht und auf Hoher See ist man allein in Gottes Hand“, sagt ein Sprichwort.

Der Heidlochsgraben sei aufgrund seiner Legende ein „ebscher“ Hang. Nicht mehr und nicht weniger und den Disput und die Konfrontation im Ort für 13 Bauplätze nicht wert, so Außenstehende: Radon, Infrastruktur, Oberflächenwasser mit völlig neuer Kanalisation, 12 Prozent Steigung, Regenrückhaltebecken, zudem unbefestigter Grund und ein Wendehammer, der (-bisher-) laut Planung nur von Pkw´s befahren werden kann… – die Mängelliste sei ellenlang und von Ingenieursbüros bestätigt. Neutraler Beobachter äußern, dass den Befürwortern die Zeit bis zur nächsten Gemeinderatswahl davon läuft. Mitplaner Werner Giloy wies im Gemeinderat darauf hin, dass besonders die Steigungen nicht unproblematisch sind. Man werde jedoch nochmals prüfen, wie sich dies mit den zu erwartenden Schwertransporten verhalte. Die Frage im Ort bleibt: „Warum tut sich der Gemeinderat mit verdienten, honorigen und intelligenten Menschen so etwas an, wenn Fragen horrender Kosten ungeklärt sind und kein Konsens da ist?“ Andere schüttelten den Kopf: „Was die Ortsbürgermeisterin vorigen Monat sagte, ist plötzlich aufgrund `neuester Erkenntnisse` genau umgekehrt“.

Wenn dort Bauten genehmigt würden, sei dies ähnlich unverantwortlich, wie wenn im akuten Hochwassergebiet gebaut würde, während Landwirte mit horrenden Summen Flächenstilllegungsprämie und Subventionen gezahlt werde. Verwerflich werde es, wenn Anwohner Straßen mit bezahlen sollen, die sie gar nicht wollen, und schon dafür bezahlt haben, dass sie keine Anrainer bekommen werden. „Wir wurden von Anfang an am Nasenring vorgeführt“ sagen die Anlieger, die seinerzeit „Im Wiesengrund“ höhere Quadratmeterpreise bezahlten, dass im Heidlochsgraben nicht gebaut wird. Wenn dem wirklich so ist, hat dies ein „Gschmäckle“, zeugt von Wortbruch, Ignoranz, und Hinterhältigkeit, was keine gute Basis ist- war schon vor Jahresfrist am Tresen im Ristorante Portofino bei Sali Volkes Meinung.


Heidlochsgraben im Südosten der OG Meddersheim