Erster Sowwerumer CDU-Aschersonntag im Kaisersaal mit Ramon Chormann

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Fotos unten am Textende - Bad Sobernheim. Bekanntlich weinen die Mombacher Bohnebeitel-Fastnachter „ihrem“ Ramon Chormann eine Träne nach, weil der nach 25 Jahren seinen Hut nahm und Neues wagen will. Dazu zählt sein eigenes Theater, das in Kichheimbolanden seinen Namen trägt, und verstärkt politisches Kabarett gegen die Großkopferten, Schenkelklopfer, Schaumschläger und „Balkenbiegenredner“ - ähnlich dem Nockherberg-Format. In dieser Sparte gab der berühmte Pfälzer Ex-KIB-Amtsleiter beim neuen Profil „Sowwerumer Ascher-Sonntag“ im ausverkauften Kaisersaal vor über 200 Zuhörern ein gelungenes Debüt, das noch ausbaufähig ist. Chormann dankte und lobte den Mut, Neues mit ihm zu wagen. Er hat seine Fangemeinde und erntete den größten Beifall, wenn er Raritäten und Anekdoten aus seinem Programm „Ich saa´s jo nur!“ oder seinen Charakteren wie Dummbeitels Heinz oder Schlappmauls Elvira einstreut und den ganz normalen Alltagswahnsinn „zum uffreche“ karikiert.

Es war eine gehobene Veranstaltung des CDU-Stadtverbandes; - die Tische waren festlich gedeckt, professionelles Servicepersonal bediente, und die Wildkammer ums Team Klaus Nieding und das Steinhardter Weingut Thomas Michel kredenzten Köstliches. Vorsitzender Thomas Arenz begrüßte ganz herzlich. Er outete sich, am Valentinstag „Blümcher“ für die Liebste vergessen zu haben. Politisch quengelte er nicht, sondern warb für die erste Bürgerpflicht, wählen zu gehen, und erntete dafür lauten Applaus: „Von Beruf is der jo Lusthansapilot – un` die hon jo nix se tun, wie se streike und do saht ich, geh doch in die Politik!“, bekam der gleich sein Fett ab. Josef Maria Fischer mag „de Pälzer“ auch nicht – über den könnt er sich „uffreche!“.

Das Programm war dreigeteilt: Wie muss ein Politiker sein? Expertenrunde, und im dritten Teil ließ der Entertainer mit Highlights als Sahnehäubchen über sich und seine Gefühlswelt ganz tief blicken und erntete rhythmisches Klatschen und herzhafte Beifallsstürme: „Guten Tach, ihr Leit`- der Ramon is´ in seinem Element“ – war gefeiertes Schluss-Programm.

Zuvor im Eingangsstatement beschwichtigte er: Hauptproblem der Politiker sei, dass es Menschen sind, die nicht nur leere Versprechungen machen, sondern sie auch halten. "Wie würden Sie wohl Politik mache?", fragte er. Aber, nur  keine Angst: Schon bald werde sich niemand an den Stimmenfang erinnern und die Wähler in Ruhe lassen. Verquere, oberlehrerhafte Wortspiele kamen an, etwa: Politiker sagen was ankommt – nicht auf was es ankommt, und bei Mainz bleibt Mainz habe man im TV nur Trittbrettfahrer gesehen.

„De Pälzer“ bereitete sich explizit aufs neue Politprogramm vor, besuchte im Vorfeld inkognito die Felkestadt, um sich ein Bild zu machen. Dabei sammelte er Kalamitäten, Wahres und Rares, um im Kaisersaal in kabarettistischer Profimanier hemmungslos draufzuhauen: „Ich hatt´ mir zwei Leute mitgenommen- sonst wäre ich ganz alaans gewess`“: Gerade die fiktive Expertenrunde mit viel Kokolores erinnerte an die Fastnachtsbütt: Teenager Lisa aus Meisenheim, die sich an Dr- Sommer in der Bravo wandte und sich nach ihrem ersten Kuss sehnte, empfahl er, in die Felkestadt zu fahren. Dort könnten sie schmusen, auf der Straße hemmungslos wilden Sex haben: „Es wird niemand mitbekommen, denn da is` sonst niemand!“, hatte er süffisant die Lacher auf seiner Seite.

Mit Luttger van de Hohlkoepken stellte er in giftgrüner Perücke und mit holländischem Slang den Dörndich-Investor und die Superlativen mit 120.000 Arbeitsplätze und dem geplanten Weltgesundheitszentrum und seine Auswirkungen in einem 13-Punkte-Programm vor: Der Bahnhof wird fünf Mal so groß, für ein Parkhaus von 60.000 Pkw muss das Freilichtmuseum verlegt und die Nahe verbreitert werden, damit Tankschiffe das Brauhausbier abtransportieren können.

Sein Fazit: Weder die Bank „Flotti Bankrotti“ und keine Bürger, weder Bürgermeister noch Stadtrat nur Institutionen und Traumtänzer würden diesem Schwachsinn glauben, zustimmen und bezahlen.

Im Kaffeesatz rührte er schon an der Bürgermeisterwahl 2019. Und an der 29-jährigen, Kunstgeschichte und zwei Wochen Stadtgeschichte studierenden Grüne City-Managerin Lucia Baldrian ließ er kein gutes Haar, weil sie sich schwerpunktmäßig um den Vogelschutz in den Industrieschloten in ihrer monatlich 22-stündigen Teilzeitarbeit kümmert.


1.ter Aschersonntag

Als holländischer Investor

Zuhörer lachten herzhaft!

Am Flühel ein Ass