MGV Frohsinn Kirn-Sulzbach bot mit Gästen ein besonderes Konzert

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Fotos Textende. Kirn. Von „O“ wie Oper bis „U“ wie Udo Jürgens: Es war ein Hörgenuss und ein ganz besonderes Jahreskonzert des MGV Kirn-Sulzbach mit den Gastchören „Vivace“, dem Werkschor Michelin Bad Kreuznach und Edelweiß Kirn im proppenvoll besetzten Kirner Gesellschaftshaus – darin waren sich Chorleiter, Organisatoren und Zuhörer einig. „Ich bin sehr erfreut, dass unsere engagierte Chorarbeit Früchte trägt und vom Publikum honoriert wird“, dankte Vorsitzender Herbert Henn vor vollbesetzten Reihen.

Gastgeber „Frohsinn“ entließ die Gäste am Schluss mit einem Sahnehäubchen und machte mit eigens für dieses Konzert von Musikdirektor Peter Nerschbach für Männerchöre gesetzte Werke seinem Namen alle Ehre, als gestandene Mannsbilder mehr Schlager als Tenor aus voller Kehle mit Pep und Esprit im Ohrwurm-Kultsong den „ausgeflippten alten Opapa“ mit 66 Jahren besangen, und wie am Stammtisch-Tresen aus sich herausgingen: Thomas Pfrengle, Hans-Robert Wagner, Gerald Conradt, Hermann Setz, Erich Schmäler und Stefan Maltry, um nur einige in der ersten Reihe zu nennen, ließen auch jene Gassenhauer wie das in Griechenland zum Volkslied avancierte „Griechischer Wein“ oder die „Anuschka“ hoch leben und das Gesellschaftshaus beben. Moderator Gerald Conradt setzte die Pointen und erinnerte in einer Hommage und in Memoriam an den 80-jährig verstorbenen Udo Jürgens, wobei er neben der familiär interessant verwobenen schillernden Persönlichkeit auch die grandiosen Erfolge mit weit über 100 Millionen verkaufter Tonträger und mehr als 1000 komponierter Lieder für Weltstars in 60 Jahren als Musiker, Schauspieler und Entertainer noch einmal Revue passieren ließ und mit Udo´s eigenen Anekdoten pfefferte und Pointen setzte: „Männer, die keinen Erfolg bei Frauen haben, können treu sein“, soll Udo gesagt haben – jede Affäre sei es wert gewesen und all seine Liebschaften seien mit ihm zufrieden gewesen – seine Ehefrauen weniger. In diesem Kontext dürfte der Star das Heranpirschen und das „Njet“ jener „Anuschka“ bedauert  haben, was die Frohsinn-Männer vielleicht aus purer Schadenfreude enthusiastisch besangen. Und der populäre Hit „Mit 66 Jahren“ kommentierte Gerald Conradt für den MGV sinngemäß so: „Vier von uns feiern den Geburtstag dieses Jahr, viele haben ihn hinter sich und leider zu wenige im Chor noch vor sich…“

Der erste Teil war quasi ein „Best-Of“ des Jahres: Die „teure Heimat, Wein, Weib und Gesang“ im positiven Sinne zog sich wie der rote Faden durchs Programm – Kirner Bier gab es als Gratifikation. Der MGV 1881 „Frohsinn“ wirkte bei den italienischen Opernächten auf der Kyrburg in Kirn und in Oppenheim am Rhein mit. Beifallsstürme gab es für den Gefangenenchor aus Nabucco und das brillant intonierte Trinklied aus der Oper Ernani, für Otto Grolls Werke „Andalusischer Traum“ und „Mexiko“.

53 Männer unter ihrem Dirigenten Ion Birau füllten im 30.Jubiläumsjahr des Werkschor Michelin die Bühne. In ihren Reihen der ehemalige Heimweilerer Friedel Barth oder der echte Sulzbacher „Micheliner“ Günter Krüger. Die Gäste überraschten Musikdirektor Peter Nerschbach zu seinem 51. Chorleiterjubiläum mit einem Ständchen aus seiner Feder und erfreuten die Zuhörer mit dem Frater Kellermeister oder Gassenhauer und Schenkelklopfer, Berliner Luft und „Es war einmal…“-Melodien längst vergangener Tage bei einem Potpourri-Abend von und mit Paul Linke.

Heimspiel hatte die 2004 gegründete Chorgemeinschaft „Vivace“, die seit 2007 von  der Kreis-Chorleiterin Birgit Ensminger Busse geleitet wird. „Nomen est omen“: Das ist das Markenzeichen der über drei Dutzend Stimmen. Am Klavier begleitete souverän Gerold Schulz so beliebte Melodien wie die alpenländische Mundart-Rock-Pop-Ballade „Übern See“ oder mit einem brillant und lebendig-leidenschaftlich und ausdrucksstark interpretierten Udo-Medley von „Buenos Dias Argentina“ über „Merci Cherie´“, „Ich war noch niemals in New York“, „Dir gehört mein Herz“ von Phil Collins aus dem Musical Tarzan, wobei die Sahnetorte „Aber bitte mit Sahne“ auch optisch auf der Bühne nicht fehlen durfte.

Last but not least der MGV Edelweiss Kirn unter Leitung der noch in „Flittermonaten schwelgenden, in Shanghai jung vermählten reizenden Persönlichkeit Yan Hua Shao, die Wert auf Harmonie und eine Wohlfühlatmosphäre legt und ein Faible für die singenden Jungs hat“, wie es Chorsängerin Gisela Peitz treffend formulierte. In ihren Reihen unter den 19 Mannen Rainer Hüsch, der im rheinland-pfälzischen Sonntagschor singt, verblüfften die Männer mit dem Tote-Hosen-Hit „An Tagen wie diesen“. Mit Frauen, Gemischtem Chor und Männerchor, „alles unter einem Dach – ein hehres Zukunftsmodel“, wie Herbert Henn lobend konstatierte, trat Edelweiß auf und begeisterte bei Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“ oder „Erlaube mir fein´s Mädchen“. Makellos trällerte Edelweiß den „Bajazzo“ und erntete laute Beifallsstürme. Geehrt wurden Thomas Pfrengle für 25 Jahre Vorstandsarbeit und Giuliano Marcaccini für 40 Jahre Singen.


Chorgemeinschaft Vivace

MGV 1881 Frohsinn

MGV Edelweiß 1900 Kirn

Michelin-Chor KH

nochmal Gastgeber KiSu