Mitmachmuseum Staudernheim ist Hightlight: Blick in andere Welt!

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ÜberraschtFotos am Textende ANKLICKEN: Staudernheim. Am 7. April 2019 war mit zwei Führungen durch das über sieben Hektar große Areal im Ursberg, dem Mitmach-Museum „Nahe der Natur“ im früheren Steinbruch Jokel sowie mit einer erweiterten Achat-Dauerausstellung Frühlingserwachen und Saisoneröffnung.

„Dieses ganze Areal als Kleinod bleibt zu 90 Prozent sich selbst überlassen. Es erzählt kleine Geschichten und große Zusammenhänge, insofern genügen nur wenige Schritte und man ist in einer anderen Welt!“, erzählte Dr. Michael Altmoos den Besuchergruppen, viele outeten sich und waren schon mehrmals hier.

Gäste wie Kinder waren fasziniert, wie Altmoos spannend Interesse weckte und die Natur und den Mikrokosmos mit Wortspielen perspektivisch erklärte. „Ohne Moos nix los“ – deshalb setzt Familie Altmoos im „Mooseum“ den tausenden Moosarten im eigenen Moosgarten ein Denkmal. Moose seien weltanschaulich neutral, filtern Schadstoffe aus der Luft, regulierten das Kleinklima, sind Kinderstube von Kleinstlebewesen und haben natürlich auch eine Schattenseite, weil sie den Boden verdichten und sogar Bausubstanz schädigen können.

An uralten nostalgischen Gerätschaften aus Zeiten der Industrialisierung sitzt die rostige Patina aus Jahrzehnten. Der Zahn der Zeit nagt unmerklich wie stetig, während drum herum die Natur vermodert und sich Flora und Fauna im Jahreszyklus ständig aufs Neue erfinden. Der bis 1968 kommerziell betriebene Jokel`sche Steinbruch war der größte von sieben in Staudernheim, wo in Blütezeiten 50 Arbeiter Lohn und Brot fanden. 1894 erhielt die Firma Jokel vom Bürgermeisteramt Meddersheim die Genehmigung zum Bau einer Schmiede. Ihre Restauration kann in allen Facetten besichtigt werden – überhaupt ist das weitläufige und vielfach prämierte und ausgezeichnete Museum ein Erlebnisparadies mit Alleinstellungsmerkmal und für Besucher jeden Alters eine wahre Entdecker-Fundgrube. Da darf eine Schatztruhe für die Kleinsten nicht fehlen – unterdessen der Lesesteinhaufen Rückzugsort für tatterige Tausendfüßler, schmierschleimige Schlundschnecken, sabbernde Sandflöhe oder ohnmächtige Ohrwürmer und samtbeinige Springspinnen war – während die große Spinne Thekla in ihrem Netz hing und auf Beute lauerte.

Besucher können im zweiten Stock im Haupthaus zur Ruhe und Meditation kommen, wo in Multimediafilmen faszinierende Kämpfe in Großaufnahme zu sehen sind; - beispielsweise wie sich eine Raupe gegen eine Ameise wehrt.  Durchgehend verzaubern überraschende Steintürme und zeitgenössische Stein-Holz-Skulpturen als Natur-Kunst von Urs Werthmüller sowohl den Wald wie den Steinbruch und den sonnigen Stein-Blüten-Naturgarten des Museums und das „Grüne Gewölbe“.

Paul-Hermann Dahl und seine Frau Doris standen Rede und Antwort über die feinkristallinen Varietäten von Quarz, die von Idar-Oberstein aus die Nahe hinuntergeschwemmt und allesamt im Bereich Staudernheim aufgefunden wurden. Jede Menge Achate, quasi bunte Naturbilder, Fantasien in Stein aus der Sammlung von Paul-Hermann Dahl waren in Vitrinen zu sehen und wurden erklärt. „Und mit etwas Glück, wenn man genau hinschaut, findet man auch heute noch Raritäten, die aus der Eiszeit stammen oder was von Schleifern aus der einstigen Edelsteinmetropole in der Nahe landete“, erzählte Ursula Altmoos.

>>>Am 5. Mai ist großer Event-Tag, wenn im Mitmachmuseum zu zweierlei eingeladen wird: Einmal wird während einer Vernissage ab 12 Uhr eine Ausstellung von Maria Nebeling zum Thema Wolf mit eindrucksvollen und meist großformatigen Gemälden, teils auf Holz gemalt, eröffnet wird. Die Künstlerin absolvierte ihren Master zum Thema Wölfe in Paderborn, ihre Professorin ist Dr. Jutta Ströter-Bender aus Meisenheim. Zudem wird ab 15 Uhr zu einem interessanten Vortrag des Naturfotografen Martin Herbst eingeladen. Eine Woche später, am 11. und 12. Mai bietet Steinbildhauerin Kristina Lorenz einen Kurs über kreatives Gestalten aus Natursteinen an.

Zu den Fotos: Frühlingserwachen und Saisoneröffnung im Staudernheimer Mitmach-Museum „Nahe der Natur“, wo Besuchergruppen auf Entdeckungsreise gingen und Dr. Michael Altmoos Wissenswertes und sehr authentisch berichtete.