Ostereiersuchen hat in Otzweiler ganz lange Tradition!

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CoolÜberraschtFOTOS UNTEN - Textende ANKLICKEN! Otzweiler. Seit seiner Gründung lädt der Trampclub Otzweiler („TCO“) am Ostersonntag zum Ostereiersuchen ein. Der TCO war neben dem Jugendtreff 1976 Heimweiler und den Simmertaler Hobbyplayern der erste, eigenständig organisierte Verein Jugendlicher in der VG Kirn-Land. „Es kommen immer mehr“, war Tenor am Sonntag, und Natalie Kleyer regte angesichts der Pläsier bei den Kindern und Enkelkindern der Gründer und Urheber an, ein Eiersuchen für Erwachse anzubieten. Die Sonnenstrahlen und die blühende, erwachende Natur und die ersten Grillspezialitäten, die seit 1978 von Manfred Köhl und Werner Schneider zubereitet werden, beflügelten die Tramps – zu Hause blieb die Küche kalt. Schon ganz früh fuhren Friedbert Müller mit Traktor, Hans Henrich und TCO-Chef Norbert Gehres als Helfershelfer des Osterhasen in den Sauerwald Richtung Welschrötherhof vor den Kahlenkopf, die Süßigkeiten und Eier zu verstecken, die Schokohasen wurden im Anschluss daran  „gerecht“ verteilt. Natürlich war der scheidende und genesene „Ob“ Frank Müller mit von der Partie und es gibt immer viel zu erzählen, wenn die Tramps aus allen Himmelsrichtungen anreisen. Oft wechselte der Standort, zwei Mal wurde im Schnee gesucht, und wenn es in Strömen regnete am Dorfgemeinschaftshaus. Einmal in den 1990-er Jahren verzichteten alle Kinder zugunsten einer Hilfsaktion der Rhein-Zeitung „Helft uns Leben“; - da ging alles Naschwerk mitsamt Lebensmittel, Malsachen und Stofftieren nach Rumänien.

Rückblick: In der Nahe-Glan-Region und in Otzweiler erfuhren alte Bräuche, das Ostereiersuchen, das Eierschaukeln oder –werfen nach dem Krieg durch die in Baumholder und in Bad Kreuznach stationierten Amerikaner eine wahre Renaissance: Kinder und ganze Schulklassen wurden eingeladen und gingen Süßigkeiten suchen, es gab heißen Kakao, Chewing-Gum, Erdnussbutter und Kekse, süßen Kuchen oder Geschenke wie bunte Malstifte, Kreide oder Knete, die man nach dem Krieg bis dato noch nicht kannte. Daran knüpfte quasi der TCO an und färbte in den 1970-er Jahren in Hey`es Wohnzimmer im Unterdorf noch über 400 Eier von Hand.