1. FCK: Gefühlt war es ein Sieg über die Bayern, wenn auch brotlose Kunst! Dem einen fehlen die Mittel, der andere strotzt mit Titeln - FCK vor Aufstiegssaison!

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Fotos unten -textende- anklicken! Auf der Anfahrt herrschte Fritz-Walter-Wetter: Das „Retterspiel“ des FC Bayern München für den arg gebeutelten Drittligisten 1.FCK auf dem Betzenberg war mehr als eine nette Geste und aller Ehren wert; - immerhin kann die geldwerte Hilfe um die 750.000 Euro nicht hoch genug gewürdigt werden. Respekt den Bayern! Aufgrund von Baustellen und Umleitungen und Live-Übertragung im TV kamen Zuschauer erst viel später oder gar nicht. Trotz freier Plätze meldete das Autohaus Kehry als Werbepartner des FCK: Ausverkauft, 48.500 Zuschauer. Was einst in der glorreichen Pfälzer Vergangenheit die Regel war, erfuhr mit dem Rekordmeister und Pokalsieger zumindest optisch eine Neuauflage.

Im Blog „Der Betze brennt“ schreibt User >Uli< am 27.05.2019, 21:43h: „Super Fußballabend, schön das die Ultras nicht da waren. Die Jungs können spielen, kotzt mich an, dass sie es nicht 38 Spieltage gezeigt haben. Danke Bayern für die Einnahmen, war sau wichtig! Auf eine bessere Zukunft: Für Fußball mit Herz und ohne Kommerz! Tradition seit 1900!“ Zitatende.

Dem Resultat wäre für diesen Abend nichts hinzuzufügen. Denn mit der Tradition lebten gerade bei diesem „Retterspiel“ im weiten Stadionrund Erinnerungen an alte und bessere FCK-Zeiten auf. An Fritz-Walter Wetter, Latschenkiefer, oder legendäre Rote Teufel-Kämpfer im Trikot von Hellström, Marschall, Harry Koch, Klose, Kuntz, Briegel, Ballak, Brehme.  Die Waldböckelheimer Trommler wurden schmerzlich vermisst – sie brachten Jahrzehnte das Teufels-Herz und den Puls in Takt….

Es ist gefühlt eine Ewigkeit her, dass zuletzt der FCK gegen den Rekordmeister spielte und 2014 im DFB Pokal im Halbfinale 5:1 in München verlor. Erinnerungen an Fußballmärchen wurden im weiten Stadionrund wach, als am 12. Spieltag, am 20. Oktober 1973, vor 35.000 Zuschauern der FC Bayern zur Halbzeit 1:3 führte, Gerd Müller die Führung auf 1:4 ausbaute, und unter FCK-Trainer Erich Ribbeck den Bayern doch noch mit 7:4 ! „die Lederhosen ausgezogen“ wurde.

Oder an das alte Stadion, noch bevor Stürmer Klaus Toppmöller aus Rivenich das Flutlicht neu plante, und die Fans aus Otzweiler und an Nahe und Glan in der Bild-Zeitung Schlagzeilen machten, weil sie in den Masten hingen, beste Sicht hatten und den Betze stürmten! Das waren noch Zeiten...

Oder ein Zitat von 1954-er Weltmeister-Legende Horst Eckel (heute 86) am 30. Januar 2012, gesagt im Insider-Magazin, als er 55 Jahre zurückblickte. Zitat: „Wir spielten gegen Preston North End und nach dem Spiel baten mich die Vereinsoberen zum Gespräch. Ich hörte mir alles an und sagte dann ab. Was sollte ich als junger Mann in England? Von dem Angebot hätte ich damals halb Vogelbach kaufen können (150.000 Mark Einmalzahlung und 6.000 Mark im Monat). Fritz Walter (350.000 Mark und 10.000 im Monat) und Ottmar hatten damals noch bessere Angebote. Aber Fritz blieb und so blieben wir alle. In Kaiserslautern verdiente ich damals 320 Mark. Ich weiß, das versteht heute niemand, dass ich nicht gewechselt habe. Aber ich hätte sogar Geld gezahlt, um in Kaiserslautern spielen zu dürfen." Zitatende. So war das damals.

Zum Spielbericht 1.FCK - FC Bayern 1:1: „Die Münchner haben einen schönen Ausflug in die Pfalz gemacht“, unterhielten sich Senioren, weil auch ihr B- und C-Kader auflief. Seis drum. Trotzdem geht kein Fußballspieler auf den Platz, um verlieren zu wollen. Erst recht die Bayern müssen liefern…Der „Kicker“ schrieb: „Die Bayern agierten mit dem letzten Ball zu unpräzise, wirkten unambitioniert im Spiel nach vorne und kamen somit zu keiner zwingenden Möglichkeit. Es blieb bei der 1:0-Führung für Kaiserslautern im ersten Durchgang“.

Immerhin liefen Sven Ulreich, Süle, Gnabry, Müller, Sancho, Kingsley Coman und ab der 72. Minute Lewandowski und Ribery auf. Und endlich hatten die Fans in der Westkurve wieder einmal Grund und die Möglichkeit „…zieht den Bayern die Lederhosen aus“ zu singen. Wann hat man solchen Enthusiasmus zuletzt auf dem Betze gehört? Der Drittligist spielte teuflisch gut, fightete, rannte, war gefühlt nicht chancenlos. Oft dem zweiten Tor näher, wie Bayern dam Ausgleich. Den Lauterern fehlte das sprichwörtliche Quäntchen Glück, als Sieger vom Platz zu gehen, was Kritiker Unvermögen nennen. Clever, klug und abgezockt waren die Bayern, unaufgeregt machten sie keinen Schritt zu viel und drehten ihr Ding - als Müller nach 15 Minuten ausgewechselt wurde, vermuteten viele, er ginge lieber ein Weißbier trinken…Ja, sicher braucht die struktur- und finanzschwache Region solche Highlights und Siege, Ruhe im Verein, Charakterköpfe und Sponsoren, alle müssen sich am Riemen reißen und Leistung zeigen. Und: Auf dem Platz müsst ihr elf Freunde sein! Mit dem FCK-Niedergangs-Szenario liegt „super“ Mario Basler eher als Nestbeschmutzer völlig daneben. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen.

Tipp & Ausblick: Der Aufstieg in der Saison 2019/2020 in die zweite Liga mit einem gereiften Coach Sascha Hildmann und dem Quäntchen Glück, mit Lust und Leidenschaft, wird gelingen. Der FCK-Fahrstuhl kennt aus dem Keller nur eine Richtung, weil: Auch alle anderen kochen nur mit Wasser. Der 1. FC Kaiserslautern hat im Benefizspiel gegen Bayern München 1:1 gespielt. Robert Lewandowski wurde gesucht und gefunden und markierte in der 80. Minute den Ausgleich für die Bayern – gegen solch Weltklassetorjäger sahen schon ganz andere Mannschaften ganz alt aus…


Fußball und die Pfalz: Das waren noch Zeiten!

Weilerer FCK-Teufelchen

Ausverkauft? Ausverkauft! dank Lotto.

Ideale Bedingungen sind da.

Es herrschte Fritz Walter-Wetter

Urgesteine Kuntz & Eckel