Auf Anfang mit NBG - August No.2 - Meddersheim VOR dem Weinfest!

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Meddersheim. Erneut schlugen die Wellen im Ortsgemeinderat in Sachen Aufstellung des Bebauungsplanes „Auftragsvergabe der Erschließungsplanung Unter dem Klasteiner Pfad“ hoch – die Tagesordnung unter Punkt 5 war jedoch Makulatur und sorgte für reichlich Irritationen.

Der wegen Klärungsbedarf in den nichtöffentlichen Teil verschobene Punkt 5 ermöglichte es andererseits anwesenden Bürgern von der „BI Herzenssache Meddersheim“, Fragen zum geplanten Neubaugebiet zu stellen: „Es geht mir nicht um Paragrafen oder Bestimmungen, sondern um Timing, Sitte, Anstand und Moral und an dich als Ortsbürgermeisterin die klare Frage, warum du nach Monaten und einem so wichtigen Thema nicht auf die Eigentümer zugegangen bist und hast tote Frau gespielt?“, lautete eine direkte Frage an die „Ob“ Renate Weingarth-Schenk. Der neue erste Beigeordnete Bernd Schumacher (FWG) und der von der Gemeinde beauftragte VG-Fachbereichsleiter Christian Schick antworteten. „Von Ihnen erwarten wir eine Antwort auf die gestellte Frage, Frau Weingarth, sie sind gewählt!“, wiederholten Bürger.

Grundstückseigentümer, die drei Häuser von der Ortsbürgermeisterin entfernt Richtung Bad Sobernheimer wohnten, monierten, nicht zur ersten Eigentümeranhörung eingeladen worden zu sein, weil die Adresse nicht bekannt sei, was für viel lautes Gelächter sorgte. „Warum beschließt die Gemeinde ein Baugebiet, wenn die Anwohner und Eigentümer klar äußern, ihren Grund und Boden nicht zu verkaufen. Warum Enteignung?“ lautete die gestellte Gretchenfrage – ein äußerst sensibles Thema kristallisierte sich damit heraus.

Auch Ratsmitglied und Winzermeister Eckhard Schlarb echauffierte sich: „Ich habe Fragen gestellt und keine Antworten bekommen. Ich habe frühere Protokolle moniert, will mich nicht produzieren, aber der Gemeinderat hat erneut ein Selbsttor geschossen. Und: Kritische Gemeinderäte braucht man hier wohl nicht!“, sagte er. Es gebe ausreichend Alternativen bei der Winzergenossenschaft. „Dort wollen Eigentümer und Anwohner das Neubaugebiet auch nicht!“, sagte die Ortsbürgermeisterin was erneut auf viel Unverständnis stieß. An der Genossenschaft wurde nach Schallgutachten ein Schutzwall gefordert, der den Baugrund empfindlich teurer macht, erinnerte Beigeordneter Stephan Weck.

Im nichtöffentlichen Teil ging es um Grundstücksangelegenheiten, und da wurde dann der Geltungsbereich des Baugebietes „Unter dem Klasteiner Pfad“ neu gefasst. Der neue Baugrund soll die hartnäckigen und unverkäuflichen Grundstückseigentümer nicht mehr tangieren. Bislang habe die Ortsgemeinde keine Verfahrensfehler gemacht, der Standort mit etwa 30 Bauplätzen bleibe definitiv, teilte Fachbereichsleiter Christian Schick auf Nachfrage mit. Trotzdem: Alles zurück auf Anfang!

Namens des Gemeinde-und Städtebund wurde SPD- Fraktionschef Heinrich Schneider mit einer Urkunde und Präsent seitens der Gemeinde für sein vielfältiges Engagement von Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk geehrt. Per Handschlag wurde Birgit Menschel (FWG) in den Rat verpflichtet und nachdem Stephan Weck in der konstituierenden Ratssitzung zum Beigeordneten gewählt wurde, wurde Detlef Bamberger für ihn als Nachrücker der UWG verpflichtet.

5.000 Euro Kosten für Straßenausbesserungsarbeiten kommen im Rahmen einer  VG-Auftragsvergabe auf die Gemeinde zu. Für den hartnäckigen Eichenprozessionsspinner belaufen sich in diesem Jahr die Kosten auf 5.500 Euro, teilte die Ortsbürgermeisterin mit. Weitere Themen waren der ins Stocken geratene Ausbau der so genannten stufenlosen „Kleinen Runde“ entlang des Altenberger Bachs sowie das Dorfcafe. Diese einzigartige Erfolgsgeschichte in jüngster Vergangenheit durch ehrenamtliches Engagement wurde mit 3.000 Euro Zuschuss von der Stiftung des Landkreises Bad Kreuznach für Kultur und Soziales und weiteren 2.000 Euro seitens der Ortsgemeinde für den Einbau einer Küchenzeile im Parterre gefördert.

Vier Ausschüsse werden künftig mit jeweils fünf Mitgliedern besetzt, Stephan Weck wird von Michael Engisch den Vorsitz im Weinfestausschuss übernehmen, Friedel Schiffer kümmert sich nach den Orten der "OB" um die Außendarstellung. Derzeit laufen die Planungen für das 41.Naheweinfest vom 23. bis 25. August auf Hochtouren.

Zu den Fotos:  Die Ernte ist in trockenen Tüchern, bis auf einen schmalen Streifen – am Freitagabend, 2. August 2019  gegen 22.15 Uhr wurden die Wehren aus Bad Sobernheim und Meddersheim noch einmal alarmiert, bei einem Mähdrescher im Lohndreschen liefen Lager heiß, in Meddersheim heulte die Sirene. Zudem verbrannte tags darauf eine Ballenpresse in Nähe vom Kurhaus Menschel. Bei der Ortsgemeinderatssitzung wurde das Neubaugebiet „Unter dem Klasteiner Pfad“ am Ortseingang entlang der L 232  vis-a-vis dem Wiesengrund neu gefasst. Alles auf Anfang! Neue Werbebanner hängen in der Weinbaugemeinde.