Mein leckerer Garten mit Saziye Diener aus Schwarzerden war Top-Story

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Schwarzerden. Am 4. September 2019 lief ab 21 Uhr die letzte Sendung im SWR-Fernsehen, und da wurden in der Sendereihe „Mein lecker Garten“ unter den sechs Wettbewerbsteilnehmern die Sieger gekürt. Beim Wettstreit als Langzeitbeobachtung war Landfrau und Hobbygärtnerin Saziye Diener aus Schwarzerden mit von der Partie, wo in einem beliebten Sendeformat sechs Probanden um den Sieg wetteifern. Der Rinderzüchterin von der türkischen Schwarzmeerküste nahe Trabzon hat das Fernsehteam vom Frühjahr bis Herbst 2018 beim Säen, Ernten und Kochen über die Schulter geschaut. Dabei stellte sich Saziye Diener einem sportlichen Programm bei drei spannenden Herausforderungen: Sie legte gleich zwei Hochbeete an, kultivierte die Kohlrabisorte „Superschmelz“ und tischte ein zweigängiges Garten-Menü samt Vor- und Nachspeise auf, bei der sich die Tische bogen und die Gäste total begeistert und fasziniert waren.

Ende August 2019 wurde der fünfte von sechs Teilen mit der taffen Landfrau aus dem verschlafenen Hunsrückort gesendet. Saziye (sprich Schasier) kochte für die Familie und den Freundeskreis aus Simmertal, Heimweiler, Meddersheim und Kirschweiler, aus Horbach und Mainz, das komplette Menu nach – und während im TV ihre Mitstreiter mit Worten wie „bombastisch“ oder „eine kulinarisch-bunte Geschmacksexplosion“ lobten, und ihr die höchste Punktzahl fürs Essen zollten, konnten diese Gaumenfreuden ihre Gäste frisch zubereitet,  live und in Farbe, mit allen Sinnen riechen, schmecken und probieren.

Wie bei den TV-Aufnahmen war für Dekoration kein Platz: „Mein Gerichte sind Deko, das Auge isst mit. Liebe geht durch den Magen. Ich bin ganz stolz auf meine Familie, die alles mitträgt. Und wenn man so mit Freunden beisammen sitzt, das ist mein größtes Glück auf Erden und bedeutet mir alles!“, gab Saziye selbstbewusst ihren Gefühlen freien Lauf.

Saziye Diener steht seit Jahren vor TV-Kameras, auf ihrem Unterarm hat sich die taffe und äußerst symphytische 57-jährige Frohnatur die Namen ihrer drei Kinder Tolga, Anil und Laura tätowiert. Ihre Vita und ihr Lebensweg werden im Fernsehen erzählt, seit ihre Eltern für sie einen türkischen Ehemann suchten, mit dem sie zwei Kinder hat. Bevor sie Achim Diener im Hunsrück kennenlernte, der Mitte der 1990-er Jahre die elterliche Landwirtschaft übernahm, war ihr ein selbstbestimmtes Leben nicht möglich. Aber in Schwarzerden! Der gelernte Messebauer schenkte ihr zu Weihnachten eine trächtige Mutterkuh, und so entwickelte sich im Ort der Bauernhof mit heute 60 Limousin Rindern. „Es war ein schwieriger und steiniger Weg, aber ich hab`s geschafft!“, klingt innere Zufriedenheit mit.

Ihren drei männlichen Mitstreitern, die erstmals medialen Kamerakontakt hatten, attestierte sie ein absolutes „Sieger-Gen“ – ihr wahrer Liebling ist Volker Conrad aus Ellern. Internas vorab öffentlich ausplaudern durfte Saziye nicht; - aber: Alle „gaben sich humorvoll-natürlich und der Richtige hat gewonnen!“. Das erfährt man heute Abend in der letzten Folge.

Mit Tochter Laura baute Saziye Diener „nach ihren Wünschen und ihrem Bedarf zwei Hochbeete“, eines auf einem Paggio-Pritschenwagen und eines konventionell auf dem Boden der Tatsachen mit Gemüse, Auberginen, Tomaten und Paprika sowie jenem berühmten Kohlrabi namens Superschmelz. „Im Hunsrück so tolle Aubergine, das ist phänomenal!“, rühmte Volker Conrad und Mitkonkurrent Hans Breisacher mit einem Strohhut als Markenzeichen lobte: „Fahrbahre Kohlrabi hob i noch net` gesehe“ - „da kann man der Sonne hinterherfahren“, scherzte Schwarzwaldbäuerin Helga Wisser.

Während die Männer lediglich ihrem „Superschmelz“-Kohlrabi frönen und gärtnern, setzen die drei Landfrauen ein individuelles Projekt um. Heiter, lustig und keinesfalls verklemmt stand sie als „Hochbeetspezialistin“ dem Pflanzen-Coach und Leiter der Staatsschule für Gartenbau in Stuttgart Hohenheim, Dr. Michael Ernst, Rede und Antwort mit allen witterungsbedingten Kapriolen und Stressfaktoren: Saziye sei in ihrem Garten eine „Meisterin der Zweckentfremdung“ scherzten Kolleginnen – und dass in dem prachtvollen Kohlrabi ein Loch war? „Wo? Ich seh` keins – hat wohl auch anderen geschmeckt!“ nahm sie es sichtlich mit Humor.

In Schwarzerden übernahm Sohn Tolga den Part des Reiseleiters für die TV-Delegation auf einem geschmückten Anhänger, der über Hunsrückhöhen zu den Rindviehchern tuckerte. Mit gleichem Gespann steuert die Freundeskreis-Clique jedes Jahr die Mega-Kerb in Horbach an. Allen Mitbewerbern hat sie 10 Punkte gegeben, selbst keinen Blumentopf gewonnen. Enttäuscht? „Nein. Ich doch nicht!“ Übrigens starb während der Sendung ihre geliebte Hündin Leila. Alle nahmen Anteil und erlebten mit, wie Nachfolgerin Paula aus einem Binger Tierheim groß und putzig wurde.

IM DETAIL: Zurück zum Zwei-Gänge Garten Menu: Beim Kochen mit neun! Gerichten trumpfte Saziye Diener mit Tochter Laura so richtig auf. Da zog sie mit türkischen Spezialitäten wie Börek, einem herzhaft gefüllten Yufka-Strudel mit Hackfleisch, Schafskäse, Gemüse und Spinat, mit gefüllten Weinblättern („Sarma“), mit Schwarzmeer-Schwarzkohl-Risotto oder Güveç, einem türkischen Schmortopf mit Gemüse und Kalbfleisch und dem Nachtisch, heißen Waffeln mit Vanilleeis und eingelegten Pflaumen, alle Register ihres Könnens - „ich bin total aufgeregt, wie´s ankommt“, bekannte sie.

Fazit:„Es war wie Urlaub in der Türkei. Das Essen war vorzüglich, ein liebevoll-arrangiertes Geschmackserlebnis, einfach nur genial“ rühmte Annette Aller aus dem Westerwald - in der Essenswertung erreichte der sympathische Kumpeltyp aus Schwarzerden 48 von 50 Punkten, Platz 1.


Im Freundeskreis/ September 2019

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