Das 34.Goldene Herz für M+M´s: Mechthild Mayer & Manfred Müller

Kategorie: VG Sobernheim, Bad Sobernheim, Meddersheim, Becherbach, Kreis KH, VG Meisenheim, Lokale News an Nahe und Glan, Kunst und Kultur, Personenportrait

 

Fotos UNTEN anklicken. UnschuldigLachendBad Sobernheim. Bei einer feierlichen Matinee in der über 1000 Jahre alten Matthiaskirche erhielten Kantorin Mechthild Mayer und der heute in Mainz lebende Lehrer und langjährige Posaunenchorleiter Manfred Müller den felkestädtischen Kulturpreis „Das Goldene Herz“ der Helmut Kochendörfer Stiftung; - es war ein gesellschaftliches Ereignis in der Felkestadt.

Kuratoriumsvorsitzender Dr. Hans-Gert Dhonau begrüßte und dankte der evangelischen Kirchengemeinde und den Kulissenschiebern, die im evangelischen Gemeindezentrum im Anschluss für den Service verantwortlich zeichneten. Justizrat Dhonau nannte alle bisherigen Preisträger und verdiente Kunst-und Kulturschaffende die „Creme de la Creme. Sie alle haben dazu beigetragen unsere Gesellschaft zu bereichern, lebens- und liebenswerter zu machen“. Das segensreiche Wirken der beiden Geehrten Mechthild Mayer und Manfred Müller über Jahrzehnte hinweg würden Bände füllen.

Zwei Kuratoriumsmitglieder hielten auf mehreren DIN-A-4 Seiten die Laudatio: Uwe Engelmann für Mechthild Mayer, Dr. Christian Mann auf Manfred Müller. Engelmann begann seine ganz persönlichen Erinnerungen im Januar 1979, zehn Jahre nach Antritt der Pfarrerfamilie Mayer in Becherbach, als an gleicher Stätte in der Matthiaskirche „eine außergewöhnlich musikalische Persönlichkeit“ sich mit einem besonderen Kirchenkonzert aus der Region verabschiedete, weil ihr Mann als Dompfarrer nach Altenberg ins Bergische Land wechseln sollte. Bekanntlich sind die Wege des Herrn unergründlich, und alles kam ganz anders. Engelmann ließ die Vita und grandiose, brückenbauende Elemente seit Gründung des Becherbacher Brückenchores 1982 Revue passieren. „Du konntest uns alle faszinieren und überzeugen – dein Wirken als fester Bestandteil des kirchenmusikalischen Lebens war eine Symbiose für uns als Chor, als Kirchengemeinde und für die Stadt und Region ein Glücksfall“, lobte Engelmann und zählte seit Gründung des Brückenchores 221 Konzerte und mehr als zwei Dutzend Konzertreisen weltweit auf.  Groß die Zahl epochaler Aufführungen wie 1988 Bachs „Magnificat“, Neujahrskantaten und 1996 Bachs Weihnachtsoratorium in der felkestädtischen Matthiaskirche mit 624 zahlenden Besuchern plus Chören und Solisten. Händels „Messiah“ und sein glanzvolles „Utrechter Te Deum“, Mendelssohns „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ und „Dixit Dominus“, oder die „Marienvesper“ „Missa Bruxellensis“ waren nur ein kleiner Teil der Aufzählungen – hinzu kamen Kindermusicals, „Vakanzvertretungen“, 2015 gemeinsam mit der Chorinitiative Sobernheim (CIS) und Hendrik Ritter das Oratorium „Paulus“ mit 100 Solisten. Aktuell werde seit Mai 2019 Haydns „Jahreszeiten“ mit CIS für Aufführungen am 21. September und tags darauf, am 22., in der Matthiaskirche geprobt. 2001 wurde Mechthild Mayer von Superintendent Eigemann zur Kantorin ernannt, 2017 erhielt die in Meisenheim im Gelben Haus lebende die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz.

Dr. Christian Mann ließ ebenso detailliert wie engagiert das grandiose Wirken des in der Pfalz aufgewachsenen Manfred Müller in fast fünf Jahrzehnten, zunächst als Grundschullehrer in Seesbach und Pferdsfeld und zuletzt bis 2008 als Rektor der Grundschule Monzingen, aufleben. Mann erinnerte an seinen Wohnort Meddersheim und den Posaunenchor Meddersheim/Kirschroth und an unzählbare Termine wie Gedenkgottesdienste, Weinfeste oder St.Martins-Umzüge, am Mahnmal in Bretzenheim oder auf dem Hüttenberg, und teils drei Auftritte am Heiligen Abend. 1984 waren es Dr. Werner Dümmler, Vikar Demski und Dieter Landau, die den felkestädtischen Posaunenchor aus der Taufe hoben – Manfred Müllers Verdienste waren ellenlang – über 20 Jahre war er Vize-Bezirks-Obmann des Kirchenkreises an Nahe und Glan. „Seine Ausdauer ist nicht hoch genug zu preisen, da oft schulische Pflichten, Neuorientierungen, oder eine hohe Fluktuation unter den Bläserschülern bedingt sind“.

Musikalisch umrahmte der 30-köpfige Posaunenchor aus der Region unter seinem neuen Leiter Stefan Hausmann. Der Becherbacher Brückenchor gratulierte mit über 40 Stimmen unter Leitung von Mechthild Mayer mit den Chorsätzen „Dir, dir Jehova will ich singen“ und dem Morgenlied von Josef Rheinberger. „Sie habe schon immer ein Goldenes Herz am rechten Fleck besessen“ dankte Basssänger Bernhard Rheingans mit Blumen, worauf Jubel und langer Beifall einsetzte. Als Sahnetüpfelchen folgte mit „Wunderbarer König“ ein fulminanter Jungteam-Satz den das Instrumental-Ensemble anstimmte, und dann stimmte der Brückenchor jubilierend und sehr voluminös-klangvoll quasi als Oberchor ein.

Namens der Stadt dankte Stadtbürgermeister Michael Greiner der Kochendörfer-Stiftung für diese Plattform, namentlich Hermann Kochendörfer, Karin und Toni Zentgraf. „Wir beklagen oft, was wir nicht haben – danken aber zu wenig für all die schönen Künste, die wir schätzen dürfen!“.

Manfred Müller war stolz auf viele schöne Jahre und darauf, dass er dem Enkel von Helmut Kochendörfer, Ingo Zentgraf, musikalische Töne lehrte und dankte dem früheren Becherbacher Pfarrer Mayer, der ihn vor 40 Jahren in diese Spur gesetzt habe. „Uns verbinden viele M+M´s - wir teilen uns das Herz, ich zudem mit meinem Mann und seiner hilfreichen Kritik“, dankte Mechthild Mayer. Seit ihrer Kindheit sei das Singen ein Ausdruck und Hilfe für die Seele, zugleich sei ihr das Lob des Schöpfers, stimmlich zum Ausdruck zu bringen und weiterzutragen, ein Lebensinhalt.

Zum Foto: Ernst Fechter (von links), Justizrat und Kuratoriumsvorsitzender Dr. Hans-Gert Dhonau, Dr. Christian Mann, Schriftführer Werner Bohn, Sascha Müller, Dr. Hartmut Wilms und Uwe Engelmann verliehen das 34. Goldene Herz der Helmut Kochendörfer Stiftung an Mechthild Mayer und Manfred Müller (mitte vorn).


siehe Textende

Der Posaunenchor

Hommage an Matthiaskirche

Der Brückenchor