"Die Noh is on Fire": Fette Fete der Landjugend Nahe e.V. in Monzingen

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Monzingen. „Die Noh is on Fire“ - die zweite fette Fete mit ganz viel Zuspruch der Landjugend Nahe am Monzinger Sportplatz erfreute sich größter Beliebtheit. Dank Wetterglück und einer lauen Vollmondnacht bei allerfeinster Partystimmung avancierte das zweitägige Fest bereits Samstagnacht mit über 500 Besuchern „unter Freunden“ zu einer Riesensause.

Mit einem Gottesdienst begann am Sonntagmorgen der Familientag - auch da war um die Mittagszeit, als das Blasorchester Waldböckelheim unter Daniel Hecht aufspielte, das Festzelt voll besetzt. Der Gottesdienst kurz vor dem Erntedankfest stand unter dem Motto „Teil der Schöpfung Gottes“. Superintendentin Astrid Peekhaus leitete die Andacht; - sie habe gerne zugesagt und sich gefreut, dass die Landjugend anfragte, sagte sie auf Nachfrage; - bekanntlich fehlt der Kirche Personal und stand der ökumenische Gottesdienst lange auf der Kippe. Einzig Kirchenlieder singen muss die Landjugend noch über; - da kamen sie nicht gegen den Sound der zeitgleich antuckernden Traktoren an. Und so wie dem 19-jährigen Monzinger Junglandwirt Christoph Ackva, der nur über die B 41 in der Hauptstraße wohnt und Heimspiel hatte, ging es vielen: „Es war ab 3 Uhr eine kurze Nacht, ich musste noch Vieh füttern. Aber diese Kameradschaft und der Zusammenhalt in der Landjugend sind gigantisch und macht einen Riesenspaß“, sagte er gestern bei der großen Schlepperparade. Sechs PS-starke Bulldogs kamen aus allen Himmelsrichtungen und hatten huckepack auf einem Anhänger einen weiteren im Schlepptau. Geräteschau und Fuhrpark waren Eyecatcher für alle Sinne, nicht nur bei Landwirten und Winzern: Da stand ein 420 PS! Fendt der Neuner-Serie vom RWZ-Zentrallager aus Kastelaun neben einem eingeölten Hanomag R 19 mit Zweischarpflug und 19 PS, Baujahr 1954. „Damals gab es noch ein Messingschild mit der Aufschrift Auto-Maurer Kirn, heute sind es nur noch Plastikaufkleber“, informierte sein Besitzer Frank Stumm aus Berschweiler. Landmaschinenhändler Franzmann aus Bretzenheim und Christian aus der Felkestadt, aber auch Lohnunternehmer Brendel aus Laubenheim präsentierten höchstes High-Tech Gerät, was aktuell nicht zu toppen ist: Beispielsweise einen 175 PS starken Vollernter mit Selektierer „ERO-Grapeliner“, der auf der Stelle wendet, in einer Stunde einen halben Hektar Trauben erntet und um die 320.000 Euro kostet.

Für die Kleinsten lockte eine Hüpfburg aus Strohballen - für die älteren und  Junggebliebenen gab es viel zu sehen und im Freundeskreis zu Fachsimpeln. „Die Bauern von heute sind untereinander bestens vernetzt, jeder neue Traktor hat GPS und denkt mit, was Geld spart und Ressourcen schont“, sagte der Seesbacher Vorsitzende Benjamin Purpus gestern Nachmittag im angeregten Gespräch.

„Alle Müh` und Arbeit und viel Werbung haben sich gelohnt, wir haben im Vorfeld ein ganz großes Rad gedreht“, resümierten am Samstag um Mitternacht bei allerbester uriger weiß-blauer Oktoberfestzelt-Partystimmung die Weinmajestäten im Festausschuss, Laura Weber aus Monzingen und Tina Haas aus Waldböckeheim. Monzingen habe als „Party-Hot-Spot.No.1“ einen exzellenten Ruf sagten die beiden nach getaner Arbeit. Ganz viele packten mit an, schmückten das Festzelt mit Birkengrün, Paletten und Strohballen, Kürbissen oder naturbelassenen landwirtschaftlichen Utensilien und nostalgischen Gerätschaften. „Wir haben viel Wert auf regionale Spezialitäten gelegt. Alle Altersklassen sind vertreten, ganz viele Freunde und der Familienclan sind komplett anwesend“, lobten die Junglandwirte Timo Andrae aus Spall und Johannes Huf aus Niederhausen. Vom nahen Campingplatz und bei der Polizei habe es keine einzige Klage gegeben, bilanzierte Benjamin Purpus gestern Abend sichtlich zufrieden.

Vier Security-Kräfte kontrollierten vorsorglich am Samstagabend, als der  Roxheimer DJ-Anthony auf einer „Rolle“, einem landwirtschaftlichen Zweiachs-Anhänger auflegte. Stimmungsmusik, Ausraster-Hits und heiße Beats, Quotenschlager aus den Charts, Balladen und Oldies von A wie Atemlos oder AC/DC, B wie Bon Jovi oder C wie Cordula Grün und Country-Road bis D „Die immer lacht“ und Z wie den Zillertaler Schürzenjägern reichte das Repertoire, das zum Mitfeiern und Tanzen animierte. „Die dritte Auflage 2020 unter gleichem Signet `..die Noh is on Fire` ist fest terminiert – wir waren von der Resonanz total überwältigt“, freute sich der Seesbacher Vorsitzende Benjamin Purpus. .

Zu den Fotos: „Die Noh is on Fire“ – die Landjugend Nahe e.V. blühte regelrecht auf und feierte am Monzinger Sportplatz ihr zweites Fest. Sie waren gute Gastgeber bei einem einladenden und ansprechenden Ambiente; - gestern mit Gottesdienst, einer Schlepperparade von High-Tech bis Oldtimer und gefüllte Klöße von Benno Alt, Nahewein und frischgezapftem Bier sowie regionalen Spezialitäten und Blasmusik vom Feinsten.


Die Landjugend-Clique

volles Zelt sonntags

DJ Anthony/Roxheim

PS-starke Schlepperparade

Gottesdienst vor Erntedank!