Rummelebozeschnitze in Kirschroth aus Dornröschenschlaf wachgeküsst!

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CoolZunge rausKirschroth. „Rummeleboze schnitze“ – wo gibt es dieses jahrhundertalte-gelebte Brauchtum für Groß und Klein noch? In Kirschroth wurde das Aushöhlen aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst. „Früher“ standen in allen Ställen Vieh – heute in vielen Orten kein einziges Rindvieh mehr im Stall; - und da wurde die sehr ertrags- und nährstoffreiche und orangefarbene Futterrübe auf vielen Äckern angebaut und war Wintervorrat. Einzig pflanzt in der Weinbaugemeinde Hans-Werner Theis für seine Hasen noch die Runkelrübe der Sorte Brigadier. Und wenn die Pflanzen angewachsen sind, erhalten Katja Hexamer und Beate Reidenbach diese Setzlinge und pflanzen sie im eigenen Garten an. Hier wird das Wachstum mit Argusaugen verfolgt, die Rummele zu Prachtexemplare gehegt und gepflegt.

Altvordere wissen, dass die ausgehöhlten „Rummeleboze“ zu den selbstgebastelten St. Martins-Laternen eine ganz starke Konkurrenz eingingen. Jedenfalls waren die kleinen Racker am Sonntagnachmittag beim Schnitzen und Aushöhlen im Ortskern „Am Puhl“ mit Feuereifer voll in ihrem Element. Es herrschte ein Kommen und Gehen und reger Betrieb: Es gab Süßes und Saures, Kuchen und Muffins, selbstgemachten Glühwein und Kinderpunsch und der Zusammenhalt wurde gepflegt. Geschwister und Eltern wie etwa Veit und Katja Hexamer, Dr. Rene` und Judith Stangenberg, Britta Heß, Mika Bachmann oder Jasmin Kraut standen hilfreich zur Seite. Nur in ganz wenigen „Ausnahmefällen“ half Beate Reidenbach, das Gesicht akkurat auszuhöhlen, und griff zu einer modernen Bohrmaschine. Jedenfalls waren alle Rummeleboze Unikate und kleine Kunstwerke! Am Sonntagabend war Martinsumzug – und da kamen die kleinen „Frazeboze“ mit Kerzen zum Einsatz und boten ein prächtiges Bild - künftig leuchten sie in diesem Novembertagen an den Hauseingängen. Übrigens: Der Martinsumzug erfreute sich größter Beliebtheit und vermeldete am Ende des Tages „alles ausverkauft“.

Veranstalter war der sehr rege Kulturverein „Wir für uns e.V.“ Kirschroth, der übers Jahr für den Nachwuchs stets ein offenes Ohr hat. Dies wird mehrmals im Jahr überdeutlich, Ende April wurde der neue und sehr gut frequentierte Wanderrundweg „Fuchspfad“ mit attraktiven Stationen und Insektenhotel vom Nachwuchs in der Harras beim Karl Hornung Pass eröffnet. Und in wenigen Tagen beginnt in der Adventszeit das Fenstergucken mit einer lebendigen Krippe zum Höhepunkt am Heiligen Abend.

Zum Foto: Das Rummelebozeschnitze am Puhl in Kirschroth vor dem St. Martinsumzug am Sonntag erfreute sich in der Weinbaugemeinde größter Beliebtheit.