Lauschieder wissen, wie Mega-Kerb geht: 4 Tage lang Kulturgut gelebt!

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UnschuldigCoolLauschied. Die kreisweit letzte Kerb in der Höhengemeinde wird sprichwörtlich mit Pauken und Trompeten gefeiert und ist seit Jahrzehnten in weitem Umkreis Publikumsmagnet und Kult. Wegen den bevorstehenden Kommunalwahlen „befürchtete“ das Kirmeskomitee beim Frühschoppen am Montag ein politisches Schaulaufen und sollte Recht behalten: „O`zapft is“ hieß es schon ganz früh mit dem zweiten, original Lauschieder Musikantenbräu aus der felkestädtischen DenkmalZ – Brauerei. Und als im Beisein von Landrätin Bettina Dickes der gebürtige Lauschieder und Meisenheimer VG-Bürgermeister Dietmar Kron sich mit den Bürgermeisterkandidaten Ron Budschat (CDU) und Uwe Engelmann (SPD) beim Lauschieder Besen-Stemmen maß, war die Kerwe-Gaudi perfekt.

Stimmungsmäßig „war die Hölle los“, dies hörte man öfters. „Die beste Kerb seit 30 Jahren!“, sagte einer, der es wissen muss: der Kirner Kellner Michael Stuke. Viele wie Markus Schneider aus Kirschroth nehmen sich Urlaub, die rasante Oktoberfeststimmung mit dem Musik-und Unterhaltungsverein Lauschied live und mit Solistengesang mitzuerleben. Mit einem Bus kamen die Freunde vom Musikverein Baybachtal-Sevenich, die Meisenheimer Fußballer erkannte man an türkisfarbenen Shirts. Im Foyer waren der Weinstand von Ottmar Fleck und die Kindermal-Ecke untergebracht.

Weil der Musikverein am 11.11 ganztägig spielt, hat am Montag der Chor „Edelweiß“ Steinhardt im  Gemeindezentrum die erste Helfer-Schicht im Service übernommen und wurde nach 13 Uhr im vierten Jahr vom Ortsgemeinderat aus Breitenheim um Peter Wasem und „OB“ Michael Westenberger abgelöst. „Man hilft sich gegenseitig – so soll`s sein!“, sagten Marlene und Antonius Nikodemus. Letzterer leitete übrigens den spektakulären Tanz um die „Kerweflasch“: Roy Ott und Steffi Hohneck von der Wander- und Reisegruppe „Gänseblümchen“ siegten, und werden 2020 den Kerweumzug durchs Dorf anführen. Beste Genesungswünsche gingen an den letztjährigen Gewinner Werner Buch, der nach einem Unfall auf dem Weg der Besserung ist.

Was für eine tolle Kerb. So etwas gibt es weit und breit nicht mehr, Chapeau ihr Lauschieder!“, lobten Petra und Sibylle Weiss. Die große Schaustellerfamilie aus Enkenbach-Alsenborn und Guntersweiler kommt seit 60 Jahren und ließ mit sieben Ständen plus Kinder- und Kettenkarussell keine Wünsche offen – vieles,  Süßigkeiten und „Schaumküsse“ waren dank Kornelia Raimund („Wir müssen das Kulturgut Kerb pflegen!“) ausverkauft.

Am Freitag begann das viertägige Kirmes-Spektakel mit einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr und einer Ü-30 Party mit „Original Disco Peter“ im Sportheim des SV Lauschied. Über 600 zahlende Besucher kamen am Samstagabend ins Gemeindezentrum zur Apre`s-Ski-Party mit „DJ Sammy“. Rekord!

Umzugsmotto am Sonntag war die Welt der Musicals, Regie führte Claudia Stenzhorn. Dicht gedrängt standen die Zuschauer Ecke Deslocher- und Bärweilerstraße. Die Kindergartenkinder waren hübsch als Tiere oder kleine Raubkatzen geschminkt und setzten kostümiert den „König der Löwen“ (Hakuna Matata) in Szene – die rüstigen Rentner um Robert Rohr, Heinrich Wahl und dem 74-jährigen Wolfgang Lenhardt waren als Phantome der Unterwelt kaum zu erkennen: „Als Phantom bleiben wir unerkannt. Im Dorf werden wir die fröhlichen Rentner genannt“ - am Steuer eines „Quadix“ saß Helmut Schudy. Mit 21 Musikern begleitete der Musikverein Lauschied. Die befreundete Fastnachts-Korporation aus Niedermoschel/Hallgarten thematisierte den Fachkräftemangel auf einem Umzugswagen, während die örtlichen „Lauschieder Besenbinner“ um Sascha Ellrich und Florian Schappert auf dem Motivwagen den Nachwuchs chauffierten und die „Cats“ auf die Straße trugen. Interessant: Für die Fastnachtsumzüge wird von Grund auf ein neues Thema ausgewählt – wochenlang sind die Idealisten ab sofort am Werkeln.

Zum Umzugs-Foto: Hübsch kostümiert trug der Lauschieder Kindergarten „Hukuna Matata“ auf die Straße………. Roy Ott und Steffi Hohneck (von links) waren auf der Tanzfläche, als der Wecker klingelte. Sie gewannen die Kerweflasch und führen 2020 den Umzug durchs Dorf an. Mit original Lauschieder Kranzkuchen und Musikantenbräu wurde beim Kehraus die Kerb beerdigt.