NEU: Start VG Nahe-Glan: Uwe Engelmann und VG-Rat im Amt. Kaisersaal in Bad Sobernheim bot mit Festakt würdigen Rahmen. Beginn einer neuen Zeit

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Fotos Textende. Bad Sobernheim. Aus zwei mach eins: Stand 1.Januar 2020 existieren nach über 49 Jahren die beiden Gebietskörperschaften der VG`s Meisenheim und Bad Sobernheim nicht mehr und haben zur neuen VG Nahe-Glan mit Bad Sobernheim und Meisenheim und weiteren 32 Orten fusioniert. Mit dem 57-jährigen Bad Sobernheimer Uwe Engelmann (SPD) wurde am Mi., 8. Januar 2020, im felkestädtischen Kaisersaal vor über 200 Bürgern der neue VG-Bürgermeister von dem scheidenden Rolf Kehl bis zum 7. Januar 2028 ernannt und vereidigt, Engelmann verpflichtete im Anschluss per Handschlag 33 anwesende der 36 VG-Ratsmitglieder. Barbara Bickelmann, Zoe`Amman und Sabine Bittmann fehlten entschuldigt.

Nach der Wahl am 24. November 2019 zählt aktuell die neue VG (Stand 1.1. 2020) circa 25.000 Einwohner auf gut 273 Quadratkilometern, davon fallen 30 % der Mandatsträger auf die bisherige VG Meisenheim, 70 Prozent auf Bad Sobernheim. Mit 13 Ratsmitgliedern sind die Meisenheimer vertreten, 23 kommen aus der ehemaligen VG Bad Sobernheim - darunter im neuen VG Rat Nahe-Glan eine Ortsbürgermeisterin, vier „Ob´s“ zwei Stadtbürgermeister, ein ehemaliger VG-Chef und als Erster Beigeordneter mit Dietmar Kron ein weiterer Ex-VG Bürgermeister.

Nach fast 50 Jahren Eigenständigkeiten zweier Nachbarn war der 1.1. 2020 eine Zäsur, der Beginn einer neuen Ära – keine Liebesheirat, aber per Order du mufti aus Mainz eher ein pragmatisches Zweckbündnis: „Dieser Aufgabe gilt meine ganze Kraft und mein ganzes Engagement“, versprach Uwe Engelmann, der für dieses Amt über ein Jahr lang kämpfte, und der mit roter Fliege adrett und wie aus dem Ei gepellt dastand und seine Rede mit Bravour meisterte.

Das neue Wappen beschrieb er wie folgt: „Es reflektiert mit fünf Symbolen die gemeinsame Nahe-Glan Geschichte. Links das Mainzer Rad, rechts der preußische Adler, dann zwei Wellenlinien: Die obere symbolisiert die Nahe in den Farben der vorderen Grafschaft Sponheim – die untere den Glan in den Farben mit den bayrischen Rauten. Von den Koblenzer Heraldikern wurde ein neuer „Fusions-Löwe“ hinzugefügt – der den kurpfälzischen Löwen und das Wappentier der Wild- und Rheingrafen darstellt“.

Nahe-Glan bildet quasi den Zwischenraum oder die Klammer einer prosperierenden Rhein-Main Region im Osten und dem schwächeren struktur- und finanzschwachen Westen des Kreises KH und die Verbindung zwischen Nordpfälzer Bergland und des Hunsrücks mit Teilen des Soonwaldes. Erste praktische Aufgabe muss die Fusion in den Köpfen sein. Zwei Bürgerbüros arbeiteten bereits, aber es wird dauern, bis das, was die beiden Ämter über Generationen prägte und die Bürger wertschätzten, zusammenwachsen. Wenn man dies weiß, erkennt, und daran arbeitet, muss es gelingen.

Mit den martialischen Worten von Propheten hypothetisch formuliert heißt das: „Wenn man einen Gegner erkennt, ist er schon keiner mehr“ – oder: „Es kann nichts so schlecht sein, dass es nicht für etwas gut ist und taugt!“. Trotzdem wird es dauern – Uwe Engelmann als neuer VG-Chef hat alle Orte bereist und ist voller Euphorie. „In allen Orten ist viel los – das urbane Leben blüht. Niemand kann das Gegenteil behaupten. Wir müssen nur zusammenwachsen, aufeinander zugehen, uns vertrauen und wertschätzen“, sagte er beim SPD Felkestadt-Empfang im Bürgerhaus „Alte Schule“ drei Tage zuvor.

Ja, es wird dauern. Das Liebgewonnene, das Bekannte gebe einem das Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit, dachten einige laut nach: „Sind wir jetzt nur der Juniorpartner, können wir unsere Interessen durchsetzen?“, fragte FDP`ler und Fraktionschef Eugen Krax. Es gelte jetzt über Parteigrenzen hinweg Vertrauen zu schaffen. „Wir brauchen eine offene und ehrliche Meinungsäußerung, auch wenn die zuweilen unbequem ist, denn davon lebt die Demokratie“, sagte er. Chancen und Vorteile aufzuzeigen, sei jetzt die Hausaufgabe aller Bürger und Mandatsträger. Krax zitierte John F.Kennedy: „Wann, wenn nicht jetzt, wo, wenn nicht hier und wer, wenn nicht wir?“

„Herr Engelmann, sie können den Wind nicht ändern, aber sie können die Segel richtig setzen. Wer aber nicht weiß, wohin er will, für den ist kein Wind der Richtige“, zitierte Eugen Krax Aristoteles und wünschte Kraft, Ausdauer und Mut, die Fraktion der FDP sei zur Mitarbeit bereit. Übrigens: Alle Fraktionen beschworen die Gemeinsamkeit. Landrätin Bettina Dickes sei froh und stolz, dass sie hier in der neuen VG Nahe-Glan leben dürfe, wo sie Menschen treffe mit denen sie gemeinsam Heimat gestalten dürfe - mit Hans Dirk Nies und Markus Lüttger vertrete sie die Bürgermeister der Kreisgruppe im Landkreis Bad Kreuznach und sie gab sich sehr optimistisch. www.Heylive.de berichtet weiter!

O-Töne - Zitate: „Wir sind alle im Aufbruch“ sagte Landrätin Bettina Dickes.

„An Silvester habe ich gesagt: Wir kommen! Und heute stelle ich fest: Wir sind da!“, sagte Peter Michel, UBL Urgestein aus Abtweiler.

Die VG Nahe-Glan hat eine wichtige Scharnierfunktion. Als Meisenheimer sage ich: Vergesst die Heimat nicht, aber gestaltet das Neue“- Ralph Spiegler, gebürtiger Meisenheimer, heute VG-Chef in Nieder-Olm und stellvertretender Vorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes.

„Fusion bedeutet viel Arbeit, das wissen wir und sind seit sechs Jahren an der Umsetzung“, sagte Andreas Müller, VG-Chef von Lauterecken-Wolfstein.

„Von Rolf Kehl habe ich gelernt: Man kann nur mit den Mädchen tanzen, die im Saal sind. Also tanzt miteinander, harmonisch, aber tanzt“, rief Elke Kiltz, Ex-Grüne MdL aus Nußbaum aus.

„Ich habe fertig“ – sinnierte Rolf Kehl nach 53 Jahren kommunaler Tätigkeit tief bewegt und emotional nach einer eindrucksvollen und gut einstündigen Abschiedsprozedur. Der Christdemokrat Rolf Kehl begann am 1. April 1966 im damaligen Amt Sobernheim seine Verwaltungslehre und war ab 2006 VG-Bürgermeister.


Uwe Engelmann

Das neue Wappen

Stehende Ovationen...

...im Kaisersaal

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