Meddersheim - Neujahrsempfang, der 10.te: Brennende Themen

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Meddersheim. Ausschließlich Dorfthemen standen beim zehnten Neujahrsempfang mit Ehrungen und Spendenübergaben auf der Tagesordnung im proppenvollen kleinen Gemeindesaal – der Blick war optimistisch in die Zukunft gerichtet. Am Ende des Tages lobte Alt-Bürgermeister Tilo Krauß den Empfang als „urtümliches Dorfgeschehen zum sich wohlfühlen“, und der Oberst a.D und frühere Kommodore Hans-Peter Koch „als Meddersheimer Bürger“ lobte die Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk als Kümmerer und Antriebsmotor unter starkem Applaus in höchsten Tönen: „32 Gemeinden landesweit haben keinen Bürgermeister. Was ist der Grund? Überbordende Bürokratie? Dies ist ein Zustand, der für Kommune und Demokratie sehr schlimm ist“, schrieb er dem anwesenden Landtagsabgeordneten Markus Stein im Beisein von Landrätin Bettina Dickes ins Stammbuch.

Mit dem 1. Januar 2020 ist Meddersheim keine Schwerpunktgemeinde mehr, jedoch Dorferneuerungsgemeinde. Nachdem der „kleine Rundweg“ mit all seinen baulichen Problemen am Altenberger Bach in Höhe des Anwesens Akcan beendet ist, soll nun im Frühjahr der historische Rundweg erfolgen, Zuschüsse sind bewilligt. Die Buswartehalle an der Traube ist fertig. Positiv für die Weinbaugemeinde: Der Altenberger Bach mit seinem großen Einflussbereich aus den Weinbergshängen und dem Kirschrother Tal sorgte bei Starkregen immer wieder in der Ortslage für vollgelaufene Keller und Überflutungen – nach Ortsbegehungen mit den Ingenieurbüros Icon aus Mainz und Barth (Wallhausen) dürfen die Regenrückhaltebecken an der K 62 Richtung Kirschroth und der Altenberger Bach ab Gemeindesaal bis hinter die Bebauungsgrenze Wiesengrund ausgebaggert werden. Weiteres drängendes Problem ist der fehlende Bauhof der Ortsgemeinde – es stehen seit Jahren den mittlerweile drei Gemeindearbeitern weder sanitäre Anlagen noch Sozialräume zur Verfügung. In Sachen Neubaugebiet „Am Klasteiner Pfad“ nannte die Ortsbürgermeisterin den 30. Januar, wo der erste Bebauungsplanentwurf vorgestellt werde. Anliegergebühren wegen dem zu bauenden Kreisel Ortseingang / L 232 werde es für die Bewohner im Wiesengrund vis-a-vis nicht geben. „Es gibt noch einige Unwägbarkeiten, aber das Baugebiet ist auf einem guten Weg, der Gemeinderat steht überwiegend dahinter“, sagte sie - für etwa 45 Bauplätze gebe es 47 Interessenten, 28 hätten bereits eine Interessensbekundung unterschrieben, weshalb die Kommunalaufsicht innerhalb von acht Tagen grünes Licht für die Realisierung gab, teilte die „Ob´rin“ mit. Bekanntlich scheiterte 2014 der Heidlochsgraben, davor waren alle 100 Plätze im Wiesengrund Anfang der 1990-er Jahre ratzfatz verkauft. Auf 13 Din-A-4-Seiten waren die Sanierung von Gemeindestraßen, Kita „Rasselbande“ mit eventueller Erweiterung von ein-bis zweijährigen, der Jugendraum sowie der in die Jahre gekommene Naturnahe Spielplatz, die hohen Kosten gegen den Eichenprozessionsspinner als Plage sowie das überaus hohe ehrenamtliche Engagement, beispielsweise des Dorfcafe`-Teams als einzigartige Erfolgsstory detailliert beschrieben. Für die musikalische Unterhaltung sorgte von Anfang an, zum zehnten Male, Kurt Dörr aus Odenbach.

Namens des Gemeinderates wurde der langjährige Förster Joachim Bernstorff für sein 38-jähriges Engagement und noch immer als fundierter Wald- und ehrenamtlicher Wanderführer geehrt. Ebenfalls Helmi Schneider, die vielfach bei der Frauenhilfe, im Hunsrückverein oder als ehrenamtliche VdK-Sammlerin seit Jahren engagiert ist. Peter Cloidt, Helmut Ackva, Lothar Iseke und Nina Gillmann wurden mit Präsenten dafür geehrt, dass sie mit Gemeindearbeiter Carsten Hilkene über einen langen Zeitraum Geländer grundiert und gestrichen haben.

Zum Foto: Helmi Schneider und Joachim Bernstorff wurde mit Präsent und einer Ehrenurkunde gedankt, außerdem erhielten die ehrenamtlichen „Anstreicher“ (siehe Namen im Text) vom Gemeinderat ein dickes Dankeschön.