Bad Sobernheimer Feuerwehr topfit: Tacheles geredet - Wieder beim Innenstadtfest der Vereine dabei - Lückenlose Chronik seit 100 Jahren dokumentiert!

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Fotos am Textende -unten- Bad Sobernheim. Bei der Jahresdienstbesprechung galt der größte Dank des felkestädtischen Wehrführers Volker Müller neben den Aktiven und den Lebenspartnern der Wehrleute, die diese tägliche Arbeit mittragen, den Mitgliedern des sehr starken und 351 Mitglieder zählenden Fördervereins. Ebenso seinem Bruder und stellvertretendem Wehrführer Stefan Müller, der 49-jährig im besten Mannes-Alter von diesem Amt zum Jahresende 2019 zurücktrat. Die Einheiten Meddersheim und Nußbaum erhalten neue Fahrzeuge; VG-Wehrleiter Lothar Treßel appellierte daran, wieder „mehr miteinander als übereinander zu sprechen“.

Sowohl VG-Bürgermeister Uwe Engelmann und Stadtbürgermeister Michael Greiner (mit Präsent) dankten in höchsten Tönen für das Geleistete. Drei Mal in der Woche ausrücken, seien keine Kaffeefahrten, sagte Greiner. Beide freuten sich, dass sich die Feuerwehr wieder aktiv beim 42.ten Innenstadtfest der Vereine Anfang September 2020 beteiligt.

Zwei Tode auf der B 41 galt es zu bergen, zwischen Monzingen und Weiler und an der K 20 Brücke, zwei Großbränden bei Polymer-Chemie und der früheren Strumpffabrik Marum galt es bei spektakulären Großeinsätzen Paroli zu bieten. (Wir berichteten ausführlich). Bei den 154 Einsätzen (Vorjahr 2018: 168) waren zahlreiche weitere größere Einsätze wie beispielsweise der Flächenbrand bei Limbach oder ein Brand bei Zelte Jost in Planig sowie die Alarmierung „Kuh auf Bahngleise und in der Nahe“ bei Martinstein im detaillierten Jahresrückblick von Michael Ernst dokumentiert. Ebenso wie drei Dutzend namentlich genannte Feuerwehrleute und deren Fort- oder Weiterbildungslehrgänge, der aktuelle Fuhrparkbestand sowie elf größere Übungen, beispielsweise mit Vermisstensuche bei Sekisui Alveo mit dem DRK, in der Firma Sobernheimer Maschinenbau, im Rewe-Markt oder mit Menschenrettung über die Drehleiter bei den VG-Werken waren beurkundet – mit Schwartenmagen im Überfluss erfreuen jährlich die Steinhardter Kameraden bei ihrer Übung. 77 Feuerwehrleute nannte Michael Ernst – 42 Aktive in der Stadt, plus 10 in Steinhardt plus 25 in der Jugendfeuerwehr, dessen Bericht Marcel Strehl vortrug. Neu ins Leben gerufen wurden von Feuerwehr und der Firma Polymer eine 12-köpfige Betriebs-Löschgruppe, welche die Tagesalarmbereitschaft stärkt. In diesem Jahr gibt es wieder einen Erste-Hilfe Kurs, auch werden die Fahrerlaubnisse überprüft, kündigte Wehrführer Volker Müller an.

Den Bericht von Ehrenzug und Alterskameraden trug Gerd Kühner vor (Wir berichteten bereits ausführlich), für die Hundestaffel RHOT III nannte Annette Schmitt 3.500 geleistete Stunden und hatte dies in einem Film dokumentiert. Ob im tiefsten Schnee in Pfronten im Allgäu, bei einer Bootstour in Mehring, im Trümmergelände in Trier, auf dem Disibodenberg oder bei zahlreichen Übungen – Hunde und Herrchen erledigten auch bei sechs Alarmierungen ihre Arbeit mit Bravour, waren topfit und auf zack. In Memoriam wurde noch einmal an Hündin „Angie“ erinnert, die vor Jahren eine Nachtwandlerin aufspürte. Übrigens sind alle felkestädtischen Feuerwehreinsätze und Hilfeleistungen seit genau 100 Jahren lückenlos dokumentiert. Als einen der ersten in der 1920-er Dekade nannte Chronist Michael Ernst einen größeren Waldbrand rund um Entenpfuhl. Die abgearbeitete Leistungskurve zeigt seit 1919 kontinuierlich steil nach oben.

„Wir funktionieren. Alle vergangenen und zukünftigen Einsätze werden wir aufgrund unserer hohen Ausbildung und Professionalität zum Wohle aller Bürger abdecken“, unterstrich Chronist Michael Ernst und beschwor die  Kameradschaft und den Zusammenhalt, „die besser werden muss. Leider haben wir Wissensträger, gute und erfahrene Feuerwehrleute verloren, die ihren Helm zurückließen“, sagte er und appellierte an Respekt und Nachsicht. Jeder  Einzelne sei als Individuum zu führen, außerhalb des Einsatzgeschehens müssten Funktionsträger sich ihrer Verantwortung bewusst werden und Vorbildfunktion übernehmen: „Pacta sunt servanda“, rief er aus, will heißen: „Vereinbarungen, Absprachen und Verträge“ gelte es einzuhalten. Aufgaben sind zu erfüllen, alle Aktiven hätten das Recht auf ein Feedback und eine gute  Kommunikation: „Lasst uns alle Kameraden auf diesem Weg mitnehmen, lasst uns Verantwortung leben und intensive Gespräche führen, lasst unsere Wehr wieder zu einer Einheit werden….“, in diesem Hilferuf nach Teamgeist nach der Pflicht schwang ganz viel Leidenschaft, Empathie und die besten Neujahrswünsche mit. Weitere Baustelle: Die Wohnungen Johannisplatz 13 bekamen neue Heizungen, Leitungsrohre wurden an ein Blockheizkraftwerk verlegt. Aber: Bauliche Mängel und die Decken der Gerätehalle wurden noch nicht in den ursprünglichen Zustand gebracht, die Zuständigkeiten hin- und hergeschoben. Und: Die Vergrößerung eines Hallentores steht seit nunmehr drei Jahren aus, was mehrfach kritisiert und offen angesprochen wurde – allgemeiner Tenor: Auf den neuen VG-Bürgermeister Uwe Engelmann wartet ganz viel Arbeit.

 

>PERSONALIEN; BEFÖRDERUNGEN VERPLICHTUNGEN: Die Wehrleute gedachten Alois Strehl und Siegfried Simon. Dr. Felix Welker verabschiedete sich im Kameradenkreis mit einem Obolus für den Förderverein, er wechselt in die Einheit Staudernheim. Willi Schmitt erhielt ein Präsent und wechselt aus dem aktiven Dienst zu den Alterskameraden. Per Handschlag wurden von VG Bürgermeister Uwe Engelmann Jasmin Rambaud, Johannes Weinel, Sven Stenzhorn und Christian Schlapp verpflichtet. Nils Kramb wurde als Gerätwart entpflichtet, für ihn der neue Oberfeuerwehrmann Florian Keller zum Gerätewart ernannt. Oberfeuerwehrmann ist ebenfalls Marius Lotz. Künftig Hauptfeuerwehrmänner: Florian Jörg, Marco Köhl, Lars Spahn, Nils Spahn und Jan-Luca Thomas. Nach 25 Jahren Dienst wurden Rolf Schäfer und Christian Zauner zum Löschmeister, nach 35 Jahren Franz-Jürgen Heimer zum Hauptlöschmeister befördert. Zweifach ernannt wurde Thomas Hillenbrand: Zum Oberbrandmeister und zum stellvertretenden Zugführer des technischen Zuges. Ihr neuer Chef Uwe Engelmann fand die passenden Worte der Wertschätzung.


Beförderungen / Verpflichtungen 2020

Über der Polymer- Blick gen Westen

Polymer Großbrand 2019

Übung Sekisui Alveo 2019

Übung VG-Werke Mitte Okt.2019