Trotz oder gerade wegen Sozialer Medien? Grenzen & Mauern in den Köpfen!

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Region. Fotos unten - Textende. Thema: Grenzen und Mauern. Nur ganz wenige schauen über den berühmten Tellerrand und Kirchturmdenken hinaus! Eine Bestandsaufnahme, ein kleines Feature ohne Bewertung, ohne Kommentar. Januar/Februar 2020

„Neulich beim Frisör“ – Nein: Neulich beim Neujahrsempfang in Kirn-Sulzbach, wo CDU Ortsvorsteher Toni Görner nach 35 Jahren Kommunalpolitik und davon 20 Jahre als Ortsvorsteher geehrt wurde. Es spielt „Amici“, zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate in Kirn-Sulzbach, ein Frauen-Trio aus dem Nachbarort vom Musikverein Fischbach.

Luftlinie 5! Kilometer von Kirnsulzbach oder Bärenbach im Kirner Land entfernt, haben die Frauen noch nie etwas von den 36 Powerfrauen und dem Popchor „DonnaWetter“ von Nahe & Glan gehört, geschweige denn gesehen. Auf Nachfrage versicherte das Trio glaubhaft: „Nein – null Ahnung. Kennen wir nicht. Nichts gehört“. Interessant, von drei Musikerinnen zu hören. Immerhin geht DonnaWetter ins sechste Jahr. Was sagt uns das? Ein Beispiel von vielen.

Andere Location: Fastnachtsvorbereitungen zur zweiten „Veilchen“-Sitzung am 25. Februar 2020 in der Disibodenberg Kapelle DenkmalZ Brauhaus in Bad Sobernheim. Gleiches auch hier. Der riesige Grenzwall zwischen dem Westkreis KH ab Steinhardter Höhe und der „Cut“ zum Ostkreis wird überdeutlich. Auch hier: Brauhaus? In Bad Sobernheim? An der Wildkammer? Nee!

Andere Baustelle: Die Kirner gehen nicht mehr wählen, ziehen sich „kopf-und führungslos“ zurück, spielen die beleidigte Leberwurst und der komplette Stadtrat bleibt sogar aus Groll und Gram dem Altjahrsabend an Silvester fern. Hallo? Gerade jetzt, wo jede Stimme der Stadt als 21. Gemeinde im Kirner Land gebraucht würde und mehr denn je zählt(e). Sowas. Die Stadt Kirn hat in der Verwaltung kluge und helle, gebildete und geschulte Köpfe! Top Leute.

Weitere Baustelle: In der Tageszeitung steht zu lesen, dass Bad Sobernheims Kaufmannschaft „So-Aktuell“ plötzlich puschen will – der Leser liest und staunt Bauklötze: Jetzt geht’s los…jetzt geht’s los! Einen Tag später sind die VHS Fernreisen in der Kritik: 19.000 Euro Einnahmen bei 33.000 Euro Kosten für eine äußerst kleine Klientel, steht da. Die Felkestadt mit Citymanagerin, neuer Werbefachstrategin mit 8!-Stunden wöchentlich, VHS, So-Aktuell Vorstand mit Geschäftsführerin, KTI, VG-WiFöG, etc. funktioniert anscheinend auf Zuruf. Devise: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bilde ich einen Arbeitskreis. „Ballast abwerfen“ will jedenfalls die „neue“ Naheland-Touristik in Kirn.

Frage: Was bringen alle hochgelobten und heilsbringenden Twitter-, Facebook, Instagram, snapchat, WhatsApp und regionale Dorfschellen-Accounte? Es ist stets der kleine Zirkel, der sich hochpuscht: „Hast du es in Facebook gelesen?“ beginnt der Gesprächspartner bei einem Marketing-Meeting mit zehn Leuten im DenkmalZ-Brauhaus und jeder schaut jeden an. Nee? Was, wann, wo, wer, was hab ich versäumt? Spätestens da wird mir und vielen klar, dass der Facebook-Hype unterhaltsam, aber in der Sache maßlos überschätzt wird, weil: Die direkte Ansprache, Face to Face, der Kundenkontakt fehlt in Internetbestellzeiten bei Amazon und Co. Kein Miteinander. Die finanzstarke Kaufkraft-Kundschaft mit dem dicken Portemonnaie wird nicht erreicht, nicht gezielt hofiert, nicht direkt umworben und auf die grüne Wiese getrieben, wo am Wochenende die P nicht ausreichen. Wenn schon Stadt und VG´s ihre Internetpräsenz abschalten und vor der EU-DSGVO kuschen und sich ins Bockshorn jagen lassen und das Feld Facebook überlassen, ist das kleinkarierte und kleinststrukturierte Spießbürgertumdenken vorprogrammiert. Schade. „Finde den Fehler“ heißt dies neudeutsch. Noch immer gibt es zu viele weiße Flecken, nervende Funklöcher, ergo: keinen sittlichen Mehrwert. Überhaupt soll es Zeitgenossen mit drei Handys und Telefonen geben, die es klingeln lassen, nicht abheben und nicht zurückrufen, wenn es ihnen „nichts bringt“, nicht nützt. Geht so Kommunikation, heute, 2020? Leider ja. „Schreib eine Mail - dann bist du das Problem los“, sagt mein Sohn. So schließt sich dann wieder der Kreis. Dumm nur, paradox, wenn man im Internetzeitalter! auf eine Info angewiesen ist. Infos oder Wissen ist bekanntlich eine Holschuld. Und dann fällt mir ein Lehrer wieder ein: „Es kommt nicht darauf an, was in der Zeitung steht, sondern was gelesen wird!“. Recht hat er.

Anders formuliert: Bad Sobernheims Marketingstrategin Dorothee Rupp erklärte auf der Suche nach einem neuen identitätsstiftenden Logo für die Dachmarke „Mein Bad Sobernheim – die Felkestadt“ in einem Beitrag: „In einem Briefkopf und einer Symbolik lässt sich die Stadt nicht wirklich verwirklichen“. Recht hat sie. Es braucht kluge Köpfe, mehr Buschtrommeln – Face-to-face, persönliche Werbung, mehr so wie „früher“. In Sachen Kommunikation fehlt in der neuen Dekade 2020 Richtlinienkompetenz, soll sich vieles zum Positiven hin ändern.


Kirn-Sulzbach NJ-Empfang

Silvester 2019 -18 Uhr Kirn