Bärweiler - Kids auf zack - Steine bereiten große Freunde

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Bärweiler. Eine Entdecker-Wanderung durch Bärweiler und durch die Gemarkung ist in diesen Tagen und Coronazeiten etwas ganz Besonderes. Auf einem vorbildlich gepflegten Dorf-Info-Pfad leben an mehreren Stationen nostalgische Erinnerungen längst vergangener Tage auf Agenda-Tafeln auf. Das Steinmännchen „Langensteini“, symbolisch als das Wahrzeichen des Ortes in Anlehnung an die Langensteine, erzählt die Storys dazu. Etwa wie um 1870 die Gebäude angeordnet waren, oder wie vor genau 100 Jahren Ernst Köhler seine Schmiede in der Hauptstraße 19 eröffnete, oder 1955 das alte Spritzenhaus gebaut wurde. Und schon vor 210 Jahren notierte Pfarrer Webner: „Der Speicher im Pfarrhaus war nicht gebortet… alles war in elendstem Zustand…“ Viele Jahre später wurde das Pfarrhaus „abgebrochen“. Für das neue Gebäude wurde  am 18. Februar 1895 im Gemeindesaal die Arbeiten „für 462 Kubikmeter Mauersteine und 14,56 Kubikmeter Hausteine in hiesigen Steinbruch“ vergeben.

Wie Anette Franzmann informierten uns dieser Tage im Mai 2020 mehrere Bürger über ganz andere, „liebevoll gestalteten Steine….und wir freuen uns sehr über diese überraschende Entdeckung“, die um den Ort herum, auf Mauern, Feldwegen, in der Vordergasse oder am Friedhof liegen. Was steckt dahinter? „In Coronazeiten die Welt etwas bunter gestalten und den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, sagte Udo Blasius, und das habe allen Beteiligten großen Spaß bereitet und sei Zeitvertreib und Ausgleich zu Kurzarbeit und schulfreie Zeit gewesen. So entstanden geradezu kleine Kunstwerke, Unikate mit Pfiff, tiefsinnigen Sprüchen und gut gemeinten Ratschlägen, etwa: „Das Leben ist kein Wunschkonzert, aber manchmal spielt es dein Lieblingslied“, „I Love Bärweiler“, oder auf die Steine bezogen: „Der Mensch ist umso reicher, je mehr Dinge er liegen lassen kann“.

Viele Leute hätten ihren Spaß daran, seien überrascht und erfreuten sich an den Steinen, sagte Marie Bender. Die 14-Jährige besucht die achte Klasse im Emanuel Felke Gymnasium in Bad Sobernheim. Ihre Mutter Corinna Bender und auch der in Bärweiler lebende Udo Blasius unterstützte seine beiden Kinder Maxi und Emilia und sammelten auf ausgedehnten Spaziergängen in Wald und Flur Steine, die unterschiedlichen Motive ähnelten. Beispielsweise wurde dann ein Fuchs oder ein Fuß entsprechend angemalt: „Stein ist nicht gleich Stein“, sagten die Schüler und waren selbst von der Vielfalt glatter Kieselsteine über bunt marmoriert-gefleckte Grauwacken und Sandsteine bis hin zum Granit oder anthrazit-farbigen Basaltgestein angetan.

Corinna Bender ist kreativ angehaucht und gelernte Blumenfachverkäuferin, Udo Blasius ist als Kfz-Meister und Kfz-Sachverständiger im Rhein-Main Gebiet unterwegs – auch für sie sei diese kreative Tätigkeit inspirierend gewesen. Zu Hause lagen viele Acrylfarben, Filsstifte, alte Colormaid-Farben oder Windows-Color Vorlagen, Schablonen und Biene Maja oder Sonnenschein-Motive. Schnell war in Gottes freier Natur in einem Garten in der Vordergasse am Ortsrand ein passendes Atelier samt Baumhaus und Kinderparadies gefunden.

Zum Foto: Junge und kreative Künstler: Marie Bender (von links), Emilia Martha Sophie Blasius sowie Maximilian Klaus Valentin Blasius malten wunderschöne Steine und verteilten sie in Bärweiler.


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