Otzweiler soll bunter werden - Gemeinschaftsprojekt Buswartehalle

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Fotos am Textende anklicken. Otzweiler. In der kleinen Randgemeinde des Kreises Bad Kreuznach kehrte vor einem Jahr mit neuem Gemeinderat und der Ortsbürgermeisterin Natalie Kleyer an der Spitze frischer Wind ein. Vergangene Woche wurde die Buswartehalle am Dorfgemeinschaftshaus verschönert, am Samstag feierlich eingeweiht - die Idee dazu reifte lange vor der Coronakrise. Und das Ergebnis des Otzweiler Kunstwerks kann sich sehen lassen; - beim Malen und der Enthüllung herrschte trotz Abstandsgebot und Desinfektionsvorkehrungen sowie einem Trauerfall in der Nachbarschaft im Oberdorf in der Kirner Straße ein Menschenauflauf. Fast die Hälfte der 200 Einwohner wollte die Arbeit wertschätzen. Getränke und Grillwürstchen hielt der Vorstand des Anfang März reaktivierten „Förderverein Dorfgemeinschaftshaus“ um Andreas Simon bereit.

Beim Auftakt am Donnerstag standen plötzlich 16 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier und 19 Jahren bereit, berichtete freudestrahlend Natalie Kleyer. Am Freitag waren weniger da, galt es mit Kärrnerarbeit die Feinheiten herauszuarbeiten - und am Samstagmorgen wurden letzte Vorbereitungen für die Präsentation getroffen, die Buswartehalle war mit Bauzaun-Sichtschutz verhüllt wie legendäre Christo-Verhüllungen. Um 15 Uhr war es dann soweit, als der neunjährige Caspar Kleyer mit der Dorfschelle die feierliche Enthüllung einläutete: Die bislang triste und mausgraue Buswartehalle wurde quasi mit pfiffig-farbenfrohen Motiven zu einem gemütlichen Wohnzimmer zum Sattsehen aufgewertet: „Otzweiler soll bunter sein. Danke an alle, die Resonanz war überwältigend, das Resultat ist großartig“, lobte das Dorfoberhaupt und überreichte Soo-Nahe-Beziehungskisten und allen Kids eine „Lohntüte“ mit nützlichen Utensilien. Im Vorfeld wurden die Schüler befragt und eingebunden. Von ihnen stammt die Idee, die Bank im Wartehäuschen so zu gestalten und malerisch einzubinden, als wenn man im Wohnzimmer auf der Couch sitzt und ein Rundumblick mit Stehlampe, Aquarium, Hirschgeweih oder kleineren Motiven und Fotos wie einem Starfighter-Düsenjet oder großformatigen Tier- und Landschaftsportraits genießt, was insgeheim Kopfkino anregt.

Wegen der günstigen Immobilienpreise hat vor sechs Jahren die Familie der studierten Sozialpädagogin Felicitas Mirus „Hewenersch“-Haus in der Bergstraße 19 gekauft und zu einem Schmuckstück ausgebaut. „Absolut die richtige Entscheidung, wir fühlen uns hier rundum wohl und gut aufgehoben“, sagte sie am Samstag. Die 35-Jährige hat zwei kleine Kinder und ist beruflich in der Simera Grundschule in Simmertal und der Lützelsoon-Grundschule in Hennweiler tätig. Ihre Schwiegermutter und Malerin Maximiliane Kramer kam destowegen eigens aus der Nähe von München angereist. Das Frauen-Trio mit der an der Kirner Berufsschule tätigen Otzweilerer Dorfchefin Natalie Kleyer band alle pinselschwingenden Schüler und Künstler in Teams und vier Projektphasen ein, gab nützliche Tipps und stand Rede und Antwort, was die optische Umsetzung angeht.

„Aktiv mitmachen dürfen, sich kreativ beteiligen und einbringen, damit kann man den Kids die größte Freude machen. Alle waren mit Begeisterung und Feuereifer dabei“, lobte Fachfrau Feli Mirus.  Zum Foto: Ortsbürgermeisterin Natalie Kleyer (von rechts), Malerin Maximiliane Kramer und ihre Schwiegertochter Feli Mirus (links) präsentierten die neue Buswartehalle, die unter Mitwirkung von Eltern und 16 Schülern im Alter von vier bis 19 Jahren in der Kirner Straße als ein Eyecatcher und Blickfang entstand.