GiK ist Geschichte - Aus für die Gewerbeinitiative Kirner Land am 7.7.2020

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Fotos Textende anklicken -Kirn. Schicht im Schacht: Die Gewerbeinitiative Kirner Land (GiK) hat am 7. Juli 2020 im VG-Sitzungssaal ebenfalls den Weg der Verschmelzung mit Kirn-aktiv geebnet: „In überschaubarem Rahmen“ begrüßte GiK-Chefin Cornelia Dhonau-Wehner nur ein gutes Dutzend der insgesamt 77 Mitglieder, die einstimmig für die Fusion mit Kirn-aktiv votierten. Zwei Institutionen im Kirner Land seien schwer vermittelbar, dies war allgemeiner Tenor. Der Kirner Handwerker- und Bauernmarkt im Herbst hat eine lange Tradition. Hinzu kam 2019 die mittlerweile 22. Leistungsschau heimischer Firmen, die 14.te unter der Regie der Gewerbeinitiative Kirner Land (GiK), und zum 12.ten Male stand 2019 das Zelt auf dem ehemaligen Tengelmann Parkplatz zwischen Amthof- und Hahnenbachstraße. Jährlich zählen die Organisatoren weit über 4000 Besucher -2020 fällt erstmals wegen Corona die traditionsreiche Veranstaltung aus.

Die Vorsitzende formulierte künftige Ziele und fand wertschätzende Worte des Dankes an die Mitglieder, VG und die Stadt Kirn, Sponsoren und das Vorstandsteam. Es sei eine „ganz schwierige Zeit für uns alle“, sagte Cornelia Dhonau-Wehner, aber es werde auch eine Zeit nach Corona geben und aus der Krise lernen sei das Gebot der Stunde. Menschen kauften solidarisch und regional für Nachbarn ein und Deutschland als Staat habe registriert, wie wichtig es sei, Waren vor Ort zu produzieren und nicht in China, sagte sie und stimmte kämpferisch auf die Tagesordnung der Fusion und über die in der Mache befindliche digitale Plattform als „zwei wichtige Punkte zur Stärkung unseres Kirner Landes ein. Wir müssen die Vorteile unserer Region herausarbeiten – beides wird kreative Energie freisetzen und den Mut und die Durchsetzungskraft beflügeln, die wir für die neuen Aufgaben und Herausforderungen zwingend benötigen“, rief die Vorsitzende aus. Coronabedingt werde es keine Vorträge oder Veranstaltungen mehr geben, sagte sie. Großveranstaltungen seien bis 31. Oktober nicht zulässig, zudem habe Kerstin Nikodemus GiK Ende 2019 verlassen, die Stelle wurde nicht besetzt. Verena Lang ließ sie die Veranstaltungen und Fachvorträge Revue passieren. „Der digitale Finanzbericht“, „Rating“ und „Existenzgründung“ gab Antworten auf die Themen der Zeit, und auch die letzte Veranstaltung Mitte März 2020, „Integration durch Beschäftigung“, im evangelischen Gemeindezentrum war eine lebendige Kontaktbörse mit praktischen Tipps und Hilfestellungen.

Den Finanzbericht trug die Steuerberaterin Dhonau-Wehner als Fachfrau detailliert vor. Frank Schuler hakte nach: GiK habe im Jahre 2006 über 100 Mitglieder gehabt und warum stehen 2019 über 2.500 Euro Miese zu Buch? Sowohl Cornelia Dhonau-Wehner wie Hans Helmut Döbell vom Vorstand antworteten: Erstens habe man versucht, GiK zu beleben, zweitens habe man Rücklagen. Die Kasse gleiche sich langfristig aus und man wolle laut Vereinszweck keine Gewinne machen oder Mitgliedsbeiträge horten. Die Kassenprüfer Willi Heipp und Helmut Hein signalisierten bei 188 Buchungen uneingeschränkt ihr okay – der Vorstand wurde einstimmig entlastet. In diesem Kontext berichteten sowohl Döbell wie Stadtchef Frank Ensminger und Schornsteinfegermeister Dennis Conradi von prallvollen Auftragsbüchern bei den Handwerkern, die sich an Ausschreibungen, meist aus Mangel von Fachkräften, kaum mehr beteiligen und eben GiK den Rücken kehrten.

Kirns Stadtwerke Geschäftsführer Jochen Stumm stellte den GiK-Mitgliedern die regionale Online-Shopping Plattform fürs Kirner Land vor. (Wir berichteten). Im Stadtwerkeverbund als Daseinsvorsorge mit 130 Partnern sei die Internetpräsentation der Stadtwerke gemeinsam mit „Nahwerte/atalanda“ als Marktplatz für das Kirner Land quasi Kundenbindung und Schaufenster zugleich, erklärtermaßen wichtiges Kriterium und Alleinstellungsmerkmal für eine ganze Region. „Keine Angst haben. Mitmachen, es funktioniert“, sagten Jochen Stumm und der Kirn-aktiv Vize Gunnar Venter. Man müsse im Internet  Fuß fassen, die eigene Leistungsstärke demonstrieren: Egal ob Handwerker und Stellenangebote, Kommune, Vereine, Gewerbetreibende, Kaufhaus oder wie beispielsweise die Genussgalerie Kirn – mit individueller Angebotsvielfalt, lokaler Nähe und Erreichbarkeit müsse gepowert werden. Wichtig dabei sei „ein attraktiv-ansprechendes Warenangebot wie ein großer bunter Blumenstrauß“. Bernd Hey.

>>>Fokus-Chefkorrespondent Daniel Goffart gastierte auf GiK Einladung in Kirn: Sein schonungsloser Beitrag „Das Ende der Mittelschicht“ aus dem Kirner Gesellschaftshaus läuft 2020 in der ARD Mediathek als wissenschaftliche Expertise.

Zu den Fotos: Verena Lang (links) und GiK-Chefin Cornelia Dhonau-Wehner (rechts) informierten bei der letzten Sitzung am 7.7. 2020 – Ende einer Ära: Der Vorstand wurde einstimmig entlastet, die Versammlung stimmte mit 100 Prozent für eine Verschmelzung mit Kirn-aktiv.


Die letzte Sitzung 7.7.2020

Letzter Integrations-VA

Das Ende der Mittelschicht

mit Daniel Goffart 2019

Letzte GiK-VA im Messezelt 2019