Förster Stefan Gesse: Borkenkäferbefall ist hoher Verlust bei Fichten

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Fotos Textende anklicken - Kirschroth. „Unverhofft kommt oft – die Zeit drängt“ sagte Revierleiter Stefan Gesse und musste außerplanmäßig im Kirschroher Gemeinderat über massiven Borkenkäferbefall Rapport erstatten. Es geht um Fichten im Buchenwald, die zeitnah bis Ende des Monats wegen Borkenkäferbefall dem Bestand entnommen und gefällt werden müssen. Baumrinde hatte Gesse als „Beweismittel“ dabei.

Im vergangenen Jahr fand anlässlich des „Tag des Baumes“ hier in der Gemarkung „Vorderer Buchenwald“ mit dem Forstamt Bad Sobernheim, der Kreuznacher Diakonie und dem Landesverband Schutzgemeinschaft Deutscher Wald landesweit die größte Pflanzaktion mit Flatterulmen, Elsbeere und Co. statt. Diesen Kirschrother Forst nennt Stefan Gesse das Sparbuch der Gemeinde. Hier sind bis 60 kerzengerade gewachsene Fichten von der massenhaften Vermehrung des Käfers befallen. Die kapitalen Stämme sind zwischen 50 und 60 Jahre alt – ein bevorzugtes Kaliber für Käfer, weiß Stefan Gesse. Er spricht von einem hohen wirtschaftlichen Verlust. Vor der Kalamität des Borkenkäfers hatte der Bestand einen Verkaufserlös von 80 bis 85 Euro pro Festmeter, jetzt sind 25 bis 30 Euro für die Vermarktung des Käferholzes im Gespräch. Dieser Betrag deckt die Kosten für die Fällung und Aufarbeitung, sollten die Kronen entsorgt werden, muss draufgezahlt werden, informierte Gesse. Die Reviere Kirn und Bad Sobernheim sowie weitere Orte in seinem Forstrevier zwischen Nahe und Glan sind betroffen, informierte der Förster.

Buche, Fichte und Douglasie stehen im Bestand, der Kirschrother Gemeinderat beschloss, auf den beiden Parzellen wegen Niederschlagsmangel eine bunte Mischung einer Ergänzungspflanzung und setzt auf Stockausschlag, keine Monokultur. So sollen auf den zwei Flächen jeweils mindestens 150 Pflanzen, Baumhasel, Atlaszeder und Libanon-Zeder gesetzt werden. Dies seien wirtschaftlich-relevante und nachgefragte Baumarten, die ihren eigentlichen Ursprung im euro-asiatischen Grenzraum haben. In unserem Nachbarland Frankreich gedeihen solche Arten mit Festmeterpreis jenseits der 100 Euro prächtig, sagte Gesse. Das Terrain soll vom Forstamt mit zwei Gattern gegen Wildverbiss eingezäunt und die örtliche Jagdgenossenschaft um finanzielle Unterstützung gebeten werden. Die Gatter sollen in diesem Jahr in den Haushalt, die Bepflanzung im Forstetat 2021 ausgewiesen werden. Der Revierleiter sprach von zunehmender Borkenkäferkalamität bei Fichten als Herausforderung aufgrund Klimawandel, Trockenstress und Niederschlagsdefizit.

Weitere Themen im Ortsgemeinderat: Die Neubürger Ben Knabe und Vera Schneider wollen die Homepage überarbeiten, die Termine und Inhalte pflegen, sowie auf aktuelle Veranstaltungen hinweisen, wenn sie denn stattfinden. Das Weindörfchen hat mit zahlreichen Weingütern und Beherbergungsbetrieben, Wohnmobilstellplatz, Fuchspfad und Wingertsweg einiges zu bieten - und wenn das Internet schneller funktioniert, will man gerüstet sein. In diesem Kontext sprach Ortsbürgermeisterin Uly Stroh in Sachen DSL-Versorgung von einem großen Possentheater: „Es dauert und es zieht sich hin“, berichtete sie von intensiven Bürgerbeschwerden. Zwischenzeitlich fand ein vor-Ort-Termin zum Hochwasserschutz Rheinertbach und Altenberger Bach statt. Die Spielplatzarbeiten wurden koordiniert. Die nächste Ratssitzung am 10. September beginnt zuvor auf dem Friedhof, weil einer neuen Bestattungskultur Rechnung getragen werden soll. Bernd Hey.

Zu den Fotos: Die befallenen Bäume sind gekennzeichnet und stellen einen relativ hohen wirtschaftlichen Verlust dar. Jetzt ist von „Geldwechseln“ ist die Rede, die Kosten für Aufarbeitung und bis zu 400 neue Pflanzen samt Verbissschutz  werden in diesem und im nächsten Jahr im Forstetat abgebildet. Weitere Fotos aus der Weinbaugemeinde.


Stefan Gesse

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