Corona-Aus für das 20.te WeinWanderWegeFest Mittlere Nahe

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Fotos am Textende anklicken - Monzingen. 19 Mal in Folge war das Weinwanderweg-Fest zwischen Martinstein und Bad Sobernheim mit tausenden fröhlich-feienden und weinseligen Besuchern ein Publikumsmagnet und Straßenfeger – jetzt wurde das 20.Fest von allen 13 teilnehmenden Weingütern einstimmig abgesagt.

„2001 feierten wir das erste Weinwanderweg-Fest Mittlere Nahe“, ist sich  Elmar Schauß ganz sicher – insofern wäre es am dritten Septemberwochenende das 20. Fest gewesen. „Wir waren uns einig, die Menschenmassen nicht kontrollieren zu können“, erzählte der Monzinger Mitorganisator. Momentan sei vieles zu unsicher. Kommt eine zweite Welle, was bringen die Urlaubsheimkehrer mit und mit welchen Überraschungen ist noch zu rechnen? Die Nahewinzer waren sich einig, „in dieser Phase beim besten Willen nicht die Pace“, die Geschwindigkeit, vorgeben zu wollen, möglicherweise genügten beim Weinkonsum Absperrungen und Flatterband nicht. Es wird am 19. September auf der 13,7 Kilometer langen Wingertsroute nördlich von Nahe und B 41 definitiv keine Aktivitäten oder Stände geben.

Aber einer Handvoll Weingüter mit Konzession, die am Weg liegen bleibe es vorbehalten, mit entsprechender Einlasskontrolle, hygienischen Vorkehrungen und Dokumentationspflicht ihre Winzerhöfe im Rahmen des erlaubt-möglichen zu öffnen, dachte Elmar Schauß laut nach. Denn viele Gäste von weither sind in den Übernachtungs- und Beherbergungsbetrieben angemeldet. „Sie haben zu 80 Prozent ihre Anreise kundgetan“, sagt er und die Stammgäste wollten an diesem terminierten Jahreshighlight mit Rucksackverpflegung und Wein-Bollerwägelchen die Strecke unter Schusters Rappen nehmen und erkunden. So hat es auch Jürgen Sponheimer von der Meddersheimer Winzergenossenschaft aus vielen Quellen gehört – im Prinzip wolle man an der Nahe nicht klagen, „gegenüber anderen Regionen oder Hotspots leben wir im Paradies. Alle sind betroffen – ein Patentrezept gibt es nicht – aber was ist im nächsten Jahr, wie soll es wirtschaftlich weiter gehen?“, gab er ratlos zu bedenken.

„Angst ist kein guter Ratgeber – in punkto WWW-Fest wäre vieles denkbar und machbar gewesen. Den Wein da zu trinken, wo er wächst, sollte möglich sein, die Fässer sind voll“, aber Ordnungsämter und Verwaltung hätten wenig unterstützt, seien keine Hilfe gewesen, haben gebremst und die Keule ausgepackt, weil beispielsweise Feuerwehrfeste auch gecancelt wurden, sagte ein Monzinger Teilnehmer, der nicht genannt werden will. Das Aus bestätigte VG Nahe-Glan Bürgermeister Uwe Engelmann sinngemäß - "zu gefährlich, das Risiko zu groß!"

Es bleibt schwierig: Ein weiteres Szenario ließen die Winzer nicht unerwähnt: Wenn die Weinlese vor der Tür steht und wegen Corona beim Weinwanderweg-Fest ein Betrieb schließen oder in Quarantäne müsste – die Gefahr sei da und das wären dann ein Super-GAU, sagte Elmar Schauß; - in der Summe habe die Vernunft zur einstimmigen Absage des 20.ten Festes in diesem Jahr geführt.


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