Sing & Pray in Merxheim ist zeitgemäße & lobpreisend-moderne Erfolgsstory: Im Winchendeller Weiher Boote ausgesetzt und spezielle Wünsche formuliert

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Fotos am Textende anklicken - Merxheim. „Sing and Pray“ - Singen und beten: Dieses moderne Gottesdienstformat ist eine Lobpreis- und Gebetsinitiative für Jung und Alt. Seit Jahren kommen in der katholischen Pfarrkirche St. Karl Borromäus sonntags um 18 Uhr Menschen zusammen, die mit Diakon Joachim Höhn und Musikpädagogin Ramona Wöllstein einen Themengottesdienst feierlich begehen. Weil jedoch der Lockdown und die Corona-Verordnungen ab März mit Einschränkungen und den AHA-Regeln das urbane Leben bestimmen, trafen sich über 100 Besucher auf dem Areal des tipptopp gepflegten Merxheimer Winchendeller Weiher, um „Sing & Pray“ zu feiern: „Das Leben ist kein Kindergeburtstag. Singen war bislang nicht der Brüller – umso mehr freuen wir uns, dass ihr alle da seid: Herzlich willkommen!“, rief Joachim Höhn freudig aus und zitierte den Dalei Lama, der meinte, es gebe nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann: „Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben, Beten und in erster Linie zum Leben ist“. Schon beim „warm-up“ und nach der „Sing & Pray“-Erkennungsmelodie waren es die Beatles mit ihrem verflossenen Liebeslied über „Yesterday“, die für diesen ganz besonderen Tag unter dem Motto „Let it be“ Pate standen. Eines vorweg: Die Teilnehmer hatten reserviert, sich Sitzgelegenheiten mitgebracht, saßen meditierend oder mitsingend, teils in sich gekehrt, teils in Gedanken versunken im weiten Rund. Und die Besucher blieben sehr lange, breiteten eine Decke aus und picknickten mit Obst und Käse, exquisiten Snacks und Fingerfood, was beweist, dass vieles auch in Coronazeiten möglich ist, wenn man es nur will.

Diakon Höhn sprach mit den Besuchern gemeinsam ein Gebet, wie er es in der Fastenzeit und nach Ostern 50-mal tat; - Quintessenz war sinngemäß: „Es gibt diese Zeit, aber solange es Leben gibt, überwiegt die Hoffnung, die in diesen Tagen trägt“. Und was bitteschön, haben die Beatles mit der „Kerch“, der Kirche, zu tun? Höhn als bekennender Fan hielt ihre erste und ihre letzte LP hoch und erklärte es: Die „Pilzköpfe“ seien alle christlich erzogen, tragen teils die Namen der Apostel Paulus und Johannes; - Paul McCartneys allzu früh verstorbene Mutter hieß Mary (Maria) als er 14 Jahre alt war. Über die Beatles-Story mit 14 Hits in den 100 US-Top-Charts und dem kometenhaften Aufstieg und die Highlights informierte Ramona Wöllstein – 60 Prozent aller verkauften Platten pressten in jener Ära die Beatles und brachten sie unters Volk.

Musikalisch stimmten Ramona, Marla und Oliver Wöllstein mit Sascha Marfilius die weiteren kultigen und stimmungsvollen Beatles Ohrwürmer wie „Ob-la-di, ob-la-da“ an - ein nigerianischer Spruch der so viel bedeutet wie „Es kommt, wie es kommt“, was Diakon Höhn als Koblenzer Rheinländer interpretierte: „Et kütt wie et kütt“. Und zur Coronakrise meinte er: „Et hätt noch immer jot jejange“. Die Melodie des nächsten Beatle-Klassiker „Yellow Submarine“ kennt man hierzulande aus dem Fußballer-Jargon: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus…“ und auch das Mottolied mit zahlreichen Textpassagen aus dem Alten Testament „Let it be“ wurde gemeinsam geradezu zelebriert. Im Eingangsbereich des Winchendeller Weiher war der berühmte Zebrastreifen der Liverpooler „Penny Lane“ aufgemalt, und diese Straße wurde ebenfalls nach über 53 Jahren besungen wie zum krönenden Abschluss stehend „Hey Jude“.

Normalerweise schreiben Gäste in der Kirche St. Karl Borromäus beim „Sing & Pray“ ihre Wünsche und Fürbitten auf und stecken sie in eine Miniatur-Klagemauer; - die Zettel werden jährlich im Osterfeuer verbrannt. Am Sonntag ließen die Besucher vor Ort selbstgefaltete Boote mit ihren Bitten auf dem Winchendeller Weiher zu Wasser, was überregional das mediale Interesse weckte.

>>>Die Gottesdienstbesucher waren restlos begeistert. Sie alle wollen wiederkommen, wenn am 27.September an gleicher Stelle Open-Air „Sing & Pray“ gefeiert wird und das Thema dann ein zünftig bayuwarisch-angehauchtes Oktoberfest sein wird. Bernd Hey.

Zu den Fotos: „Die Beatles wären stolz auf uns gewesen“, rief Diakon Joachim Höhn aus: Zu „Sing & Pray“, zum Singen und beten, kamen weit über 100 Besucher an den Winchendeller Weiher - und sie wollen am 27. September alle wieder kommen.


Menschen hören gern Diakon Höhn zu

Einladendes Picknick bei Sing&Pray

Ob die Wünsche alle erhört werden??

Die Beatles waren das Kult-Thema

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