NEU: VleXX-Taufe - Zug "Bad Sobernheim" ist ein neuer Felke-Botschafter

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Fotos am Textende -ANKLICKEN- Bad Sobernheim. Großer Bahnhof mit Sektempfang und Rotem Teppich gestern in der Felkestadt am Bahnsteig 2 auf Gleis 3: Hier wurde an einem blauen Vlexx-Triebkopfwagen als „Rollender Botschafter“ durch drei Bundesländer und dem französischen Elsass in einem festlichen Tauf-Akt den Schriftzug „Bad Sobernheim“ mit dem Stadtwappen präsentiert wurde und symbolisch mit schäumendem Sekt getauft wurde, nachdem eine obligatorische Sektflasche aus Zucker zuvor „gecrasht“ wurde. Aufgrund der aktuellen Situation waren 90 Honoratioren aus Politik und Wirtschaft, Stadt- und VG-Räte an Nahe und Glan und aus kommunalen Einrichtungen wie Schulen und Kitas geladen und wurden an zehn Stehtische geleitet; - weitere Zaungäste verfolgten vom Park&Ride Gelände aus das Spektakel. Stadtbürgermeister Michael Greiner begrüßte und fand die passenden Worte der Wertschätzung.

Nach Baumholder, Kirchheimbolanden, Alzey und Kirner-Land ist dennoch eine Zugtaufe eher selten, war Tenor aller Redner - und das Timing konnte besser nicht sein: Seit 25 Jahren darf sich die Felkestadt „Bad“ Sobernheim nennen, auch wenn dieser Hinweis auf dem Technik-Gebäude der Bahn noch fehle, wie Stadtbürgermeister Michael Greiner bei der Begrüßung in Erinnerung rief. Der Bad-Titel sei seinem Ehrenbürger Emanuel Felke (1856-1926) zu verdanken, der mit seiner revolutionären Heilmethode Licht, Luft, Wasser und  Lehm das Kurwesen begründete und dessen weitreichende Philosophie bis heute weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus Wirkung zeigt, wie Michael Greiner und die Direktorin des Heimatmuseums, Anke Wiechert, detailliert erläuterten. Zudem jährt sich in diesem Jahr die Einweihung der Rhein-Nahe-Bahn zum 160.ten Mal – zunehmend sei das Standbein Tourismus mit Fahrrädern neben den Berufspendlern und der Personenbeförderung ein „wesentliches Element der Rhein-Nahe-Bahn“.

„Vlexx verbindet seit 2014 die Menschen in der Region auf dieser Strecke. Deswegen liegt uns die Zugpatenschaft sehr am Herzen, weil wir damit unsere starke Verbundenheit zur Region ausdrücken können. Wir freuen uns, dass wir das Jubiläumsjahr der „Bad“-Stadt mit dieser Zugtaufe feierlich begleiten dürfen  und so einen weiteren rollenden Botschafter zu den Oberzentren Mainz, Saarbrücken und Frankfurt in unserer Flotte haben“, erklärte Frank Höhler, Geschäftsführer der Vlexx GmbH. Bad Sobernheim liege in der Mitte. Und getreu nach dem Motto „Fahr mal hin“ weise der auf den Namen „Bad Sobernheim“ getaufte rollende Schienen-Botschafter auf die Stadt mit dem Barfußpfad und dem Freilichtmuseum, aber auch auf die Weinregion und seine Vorzeige Felke-Kurhäuser sowie auf die besonderen Schätze und attraktiven Ziele der Nahe-Region hin, sagte Frank Höhler. Der Fahrplan sei durch Corona nach der Lockdown-Phase kräftig durcheinander geschüttelt worden, dankte er dem ÖPNV und allen Aufgabenträgern. Umso wichtiger seien Regeln und die AHA-Maßnahmen zu befolgen.

„Über die Zugtaufe sind wir sehr froh, bedauerlicherweise ist uns der ganze Felke-Sommer und die Bad-Feierlichkeiten flöten gegangen“, bedauerte die Koordinatorin fürs Stadtmarketing, Dorothee Rupp. Sie erhielt mit dem städtischen Bauhof und dem Freundeskreis Heimatmuseum Extraapplaus für die einladende Feierstunde. Für die passenden musikalische Umrahmung sorgten „Die Spielleute“: Bernd Wagner mit der Quetschkommod, Peter Heß (Gitarre) und Regine Heß mit Gesang, und da waren herrliche Songs wie Jim Knopfs Lummerlandlied, „Die Gedanken sind frei“, der Gassenhauer „Sentimental Journey“ oder in Abwandlung von Udo Lindenberg „Der Sonderzug nach Sowwerum“ zu hören. Gerne hätte man dieses freudige Ereignis mit allen Bürgern und einem Frühschoppen im Marumpark gefeiert – für einen Imbiß war gesorgt. „Aufgeschoben bedeutet aber nicht aufgehoben“, dachte Stadtbürgermeister Michael Greiner über den geplanten Festakt zur Bad Anerkennung Tag genau am 11. Dezember 2020 laut nach.

IM DETAIL - DIE BAHN: 160 Jahre Rhein-Nahe-Bahn. Museumspädagogin Anke Wiechert ließ auf fünf DIN-A-4-Seiten diese Zeit Revue passieren. Am 25. Mai 1860 waren es hohe Honoratioren im Beisein des Prinzregenten Wilhelm von Preußen, die in Bad Kreuznach die Bahnstrecke von Bingerbrück bis Saarbrücken feierlich einweihten – zu diesem Zeitpunkt war Sobernheim bereits ein Jahr an das Bahnnetz angeschlossen und Haltestelle für alle Züge. Seit 1818 gab es eine regelmäßige Verbindung mit der Postkutsche zwischen Kreuznach und Oberstein, aber der Bau von 15 Tunneln auf der 121 Kilometer langen Bahnstrecke sei ein „Meilenstein für die Geschichte Sobernheims und der ganzen Region gewesen“ – Anke Wiechert nannte die Firmen Ewald und Caesar, die Strumpffabrik Marum, die Druck-und Kartonagenfabrik Melsbach, die Schuhfabrik Bernardi sowie die Ziegelei Eimer. Ebenfalls erinnerte sie sich 75 Jahre zurück, als am 5. Januar 1945 die US Air Force mit 42 Bombern innerhalb von drei Minuten 674 Bomben über dem Stadtgebiet abwarfen und die Bahnlinie und die Bahnhofstraße in Schutt und Asche legten. 25 Häuser wurden zerstört -150 schwer beschädigt, was man heute anhand der Neubauten noch sehen könne.

Zu den Fotos: Lokomotivführer Tim Jonas fuhr den Triebkopf „Bad Sobernheim“ auf Gleis 3. Nach der Taufe stellten sich Dorothee Rupp, (von links), Stadtbürgermeister Michael Greiner, Pastor Felke, Vlexx Repräsentant Frank Höhler, Ully Mathias und Anke Wiechert zum obligatorischen Erinnerungsbild zusammen.

Das schwarz-weiß-Foto ist eine freundliche Leigabe der Stadt Bad Sobernheim (Mail/7.9.2020- 9.55h) und zeigt die Ankunft von Erdmann Leopold Stephanus Emanuel Felke (7.2.1856 in Kläden bei Stendal - 16. August 1926 in München) in Bad Sobernheim.