Eigenlob stinkt - war früher ein geflügeltes Wort. Sind Selfies Heilsbringer oder der große Griff in die Kloschüssel? Vorsicht: Facebook hat trügerische Facetten!

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Fotos am Textende - Monzingen /Region. Bevor der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Stein seine Rädles-Work-Kümmerer-Tour an der desolaten und maroden Kita Monzingen begann, mussten die Social-Network-Accounts weltweit mit betörenden Worten und hehren Zielen, „das Kümmern“, das Malochen-vor-Ort noch mit bunten Bildchen gefüttert werden. Wenn jetzt in Coronazeiten die Medien wie Facebook oder Twitter überschwänglich gefüttert werden, wie Vereine sich in den Sommer- und Herbstferien mit Aktionen zum Kinderwohl kümmern, den Kids in Corona-Zeiten etwas Abwechslung zu verschaffen, hat das 100 Prozent mit dem Zuschuss von 500.-Euro der VG oder der Bürkle-Stiftung zu tun. Ein Geschmäck´le, aber ein Segen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Fazit: Es wird einem Facebook-Follower ein Griff in die Kloschüssel vorgegaukelt, es ist meist unseriöse und kostenlose Werbung in eigener Sache! Doppelt schlimm. Rechtsfreier Raum in Facebook, Lug & Trug! Beschämend wie sich hochdotierte Selbstdarsteller in Selfies ablichten lassen. Mitten in einem Pulk, in einer Menschentraube. Ohne Masken, ohne AHA-Regeln, ohne Anstand, als wenn sie kein Grips im Hirn hätten. Nur um zu glänzen, dazuzugehören! Hoppla, jetzt komm Ich. Ob in Oberhausen bei Kirn oder im Kirner Lernschwimmbecken, als ob Corona ein Fremdwort sei. Ein absolutes No-Go. Da müssten hammerharte Strafen folgen. Wo ist die Strafverfolgung, wo das Ordnungsamt? Beweise sind doch bildhaft gegeben!

Die wunderschönen Bildchen in den SocialMedien suggerieren heile Welt. Egoistische „Ich-Schaufenster-Mentalität". Als Macher, als Kümmerer. Beispielsweise die Landrätin in Meisenheim. Ein Paradedate par Exzellent. Strahlend schöner Himmel, die Frisur sitzt, mit der Sonne um die Wette lächelnd. Aber so viel Licht wirft lange Schatten: In der Zeitung steht dann die Wahrheit zu lesen, dass sie, die Landrätin, „nur ganz viel Kritik einstecken musste und zu hören bekam“. Diese permanente Eigendarstellung von ein-und denselben nervt und ist paradox, Volksverdummung. Es ist ein himmelgroßer Unterschied, abseits der Realität und Legalität, jedenfalls heuchlerisch und unseriös. Beispiel: Im Landtag bekommt CDU-Herausforderer Christian Baldauf als „Sitzungsschwänzer“ die Quittung. „14 von 15 Sitzungen versäumt…“ – der kontert mit seinen Likes – die Landtagswahl zwischen unterirdischer Lost & Loser Realität und Facebook bleibt spannend.

Auch der eingangs erwähnte SPD MdL Markus Stein echauffierte sich über den Hundsbacher Ex-OB Jan Hey darüber, dass er sich sehr wohl um Handyempfang, Breitbandausbau, Bundeswehrmanöverschäden…..etc., gekümmert habe. Aber eben nur in Facebook. Etwas zählbares, messbares, hinten raus, kam null. Nichts. Nur wie bei Genossen üblich, eine Gegendarstellung in eigener Sache. Fast schon peinlich. Politik heute, 2020.

Zitat: „Stets mittendrin, statt nur dabei, ist Lucky-TJ. Der Kirner Land Bürgermeister lässt es sich nicht nehmen, bei jeder Vereins-Initiative höchstpersönlich vorbeizuschauen. Mehr noch: Er postet bunte Bildchen und Selfies in Serie. Unter uns, der Einfluss von „Selfie-Queen“ Bettina Dickes bereitet dem Blog zunehmend mehr Sorgen“ – Zitatende. Diese Passage aus einem Hochstetter-Blog wurde www.heylive.de zugespielt, mit der Frage, wie sie auch am Glan, in Kirn, in Meisenheim oder in Bad Sobernheim, beispielsweise von Gerd Kühner, immer wieder gestellt wird. „Wann arbeiten die denn etwas?“

Zugegeben: Wenn „früher“ ein völlig überbewerteter Redakteur Urlaub hatte und die AZ-Leser in der Felkestadt nicht Schlüsselloch-Polemik aus den nichtöffentlichen Ratssitzungen auf dem Frühstückstisch sezieren konnten, begannen sie zu beben und zu zittern, stark zu vibrieren, dann machten sich Entzugserscheinungen breit. So sind Leser und Follower eben „gestrickt“. Es kommt nämlich auch 2020 nicht darauf an, was in der Zeitung steht, sondern was gelesen wird – und dieses senfbeigebende MitmachMedium kostet nix und heißt Facebook.

Aber: Vorsicht ist geboten: Die heutige Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner weiß davon ein Lied zu singen. Sie wurde 2016 schon als RLP-Ministerpräsidentin gefeiert und bejubelt – so viele Facebook-Follower können nicht irren! Waren es 20.000 oder 200.000 Likes, die süchtig nach Anerkennung und Honour machten? Nein. Möglicherweise waren es weniger als 200, die sich immer wieder selbst gegenseitig hochschaukelten, auf die Schenkel klopften, die Finger wund tippten. Politik geht anders, weil bis heute das „Stimmvieh“ mangels Breitbandversorgung kaum erreicht wird. Umso mehr muss man Auge in Auge präsent sein, das Volk mitnehmen, und umso tiefer stürzte J.K. ab und war entsetzt. In diesem kleinen Radius und mangels Masse kann man keine „Landesmutter“ werden – die blieb Malu Dreyer. So falsch und trügerisch ist die (Facebook) Realität – auch 2020.


Eigenlob bestimmt Politik

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