Meddersheim: OB`ín auf Konfrontationskurs mit den Jagdgenossen im Ort

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Fotos unten anklicken: Meddersheim. Bei der Ortsgemeinderatssitzung am 19. November 2020 eskalierte der Zoff zwischen der Ortsbürgermeisterin und der örtlichen Jagdgenossenschaft und wurde dann nichtöffentlich fortgesetzt. Renate Weingarth-Schenk verlas unter dem Tagesordnungspunkt Mitteilungen eine Erklärung zum Sachstand „Wasserableitung Altenberg“ nach Starkregen: Maßnahmen an Regenrückhaltebecken an der K 62 nach Kirschroth sind mit fast 2,5 Baggerstunden und den Gemeindearbeitern fast erledigt.

Die  Wasserableitung in Höhe der Schönsten Weinsicht in Richtung Kurhaus Menschel werden nicht durchgeführt, Grund: „Es gab Unstimmigkeiten mit dem Vorstand der Jagdgenossenschaft“, las die „Ob“ vor und ging auf Konfrontationskurs. Bereits im Sommer habe es Unstimmigkeiten mit der Kostenübernahme des Ausbaggerns zahlreicher voller Auffangbecken gegeben, zählte sie mehrere auf. Die Jagdgenossenschaft habe die Kosten nicht übernommen, der Sachbearbeiter beim Gemeinde- und Städtebund wurde zur Klärung des Streits zwischen den Parteien beauftragt - „notfalls muss die Ortsgemeinde entscheiden, ob künftig Wegebaubeiträge erhoben werden“, drohte Renate Weingarth-Schenk. Schon nach der Waldbegehung vor Wochenfrist sagte sie sinngemäß, Winzer und Landwirte würden in Feld und Flur ihre Hausaufgaben nicht korrekt erledigen und vernachlässigen.

Info-Hintergrund: Es ist ein Sammel-surium, z.B: Bei Starkregen am Ortsausgang Richtung Kirschroth sind Regenrückhaltebecken und teils mit Geäst verstopfte Gräben und Vorfluter oft Grund dafür, dass eine braune Flut aus den Weinbergen in den Ort fließt.

Winzermeister Harald Hexamer als Vorsitzender der Jagdgenossenschaft und Ratsmitglied echauffierte sich, „dass mehrfach gegen die Jagdgenossen ausgeteilt wurde – im vergangenen November wurde Entgegenkommen signalisiert“, sagte er: Ohne Vergleichsangebot seien Vorstand und Mitglieder bereit gewesen, für das „notwendig-veranschlagte Ausbaggern der Altenberg-Becken 6.000 bis 7.000 Euro beizusteuern, die anderen waren nicht nötig!“, rief Harald Hexamer aus. Ihrerseits habe Weingarth-Schenk den Fehler gemacht, nicht kontrolliert zu haben und „eine Rechnung von 15.000 Euro vorgelegt. Wie sollen wir das unseren Mitgliedern erklären? Wir haben im Jahr nur 18.000 Euro Einnahmen“, echauffierte sich Hexamer. Enorme Mittel für die Allgemeinheit und den Wegebau der zurückliegenden acht Jahre könne er vorlegen und habe die Zahlen parat. Die „Ob`in“ bezichtigte Harald Hexamer, nicht die Wahrheit zu sagen. Verspätet zugesandte Protokolle seitens der Jagdgenossenschaft an die Ortsgemeinde rückten dann in den Fokus. Bei der Jagdgenossenschafts-Vollversammlung aller Grundstückseigentümer im Außenbereich werde am 14. Dezember darüber entschieden, „was vor einem Jahr beschlossen wurde“, war sich Harald Hexamer sicher. Gegenseitige Vorwürfe drohten kontrovers zu eskalieren - Rolf Arzt (CDU) beantragte, die weitere Debatte in den nichtöffentlichen Teil zu verlegen. Einstimmig votierte der Rat dafür.

Weitere Themen. Die  Ortsgemeinde beabsichtigt ein Grundstück, welches sich im Außenbereich an der Römerstraße befindet, dem Innenbereich zuzuordnen. Der Aufstellung einer Ergänzungssatzung nach § 34 Absatz 4 BGB stimmte der Ortsgemeinderat einstimmig zu. Beim nächsten Punkt Ergänzungssatzung gemäß § 34 Abs. 4 BGB und: „Auftragsvergabe von städtebaulichen Planungsleistungen“ – fragte im Kern Ratsmitglied Armin Dönnhoff nach der Honorarordnung und erinnerte an die Qualität früherer Planungsleistungen, denn: Günstigster Anbieter war ein Odernheimer Büro mit Kosten in Höhe von 7.706, 46 Euro. Letztendlich müsse der Bauherr die Kosten zahlen, argumentierte Armin Dönnhoff und stimmte dagegen. „Solche Fragen sollten im Vorfeld geklärt sein und sind an dieser Stelle verkehrt“, sagte der anwesende VG-Bürgermeister Uwe Engelmann; - gehöre quasi hinter verschlossene Tpren.

Zu den Fotos: Starkregen wird allerorten zunehmend zum Thema. „Eigentum verpflichtet…“, so steht es im Grundgesetz Artikel 14. In Meddersheim wurde quasi die Rechnung ohne den Wirt gemacht – da will die Jagdgenossenschaft nicht die Rechnung in Gänze zahlen. Fotos: Privat.