Simmertal NBG "Im Grund" Teil 2: Alles paletti - 100 % Einigkeit im Rat

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Fotos UNTEN-klick-Simmertal. IM Dezember 2020 - Alles paletti – 100% fürs Baugebiet „Im Grund“: 20 Zuhörer verfolgten die mit Spannung erwartete zweite Ortsgemeinderatssitzung gemeinsam mit dem Bauausschuss in der VfL-Halle. Einziger TOP: Das innerörtliche Neubaugebiet „Im Grund“ mit 24 Bauplätzen. Erneut wurden die Zuhörer vor die Tür gebeten, freiwillig begab sich Ratsmann Heiko Selwitschka in die Zuhörerreihen. Noch einmal erörterte chronologisch die Ortsbürgermeisterin Christina Bleisinger den Sachstand, bis Erschließungsträger und Bank jüngst alle Aktivitäten stoppten. (Wir berichteten). Und noch einmal trugen leidenschaftlich wie emotional die beiden Fraktionen SPD und FWG ihre Standpunkte und Argumente vor. Nach einer teils kontrovers geführten Debatte ließ das Dorfoberhaupt abschließend abstimmen, inwieweit der Ortsgemeinderat prinzipiell zum Investor und dem Erschließungsträger WVE (Westpfälzische Ver- und Entsorgungs GmbH), einer 100-prozentigen Tochter der Stadtwerke Kaiserslautern, und dem Baugebiet „Im Grund“ steht. Ergebnis: Einstimmig Ja.

„Es war sehr wichtig, dass wir in diesem Stadium die Gemengelage zur Sprache gebracht haben“, äußerte sich zufrieden FWG Fraktionschefin Heike Beenen. Ob die „Kuh damit vom Eis“ ist, wie es sich die Bauausschussmitglieder Thilo Hill (FWG) und Erhard Hahn (SPD) in einem flammenden Plädoyer zum Wohle aller Simmertaler Bürger wünschten, muss sich zuerst noch erweisen, denn: Der Entwurf des als erfahren geltenden Erschließungsträgers „Im Grund“ in ein „reines Wohngebiet und in ein Mischgebiet zu verwandeln, weil da die Hürden nicht so hoch liegen“, wie es Thilo Hill formulierte. Die anwesende Kerstin Weis vom Bauamt der Kreisverwaltung Bad Kreuznach titulierte unverblümt und direkt dies ebenfalls als „Etikettenschwindel“ – es habe sogar eine Empfehlung der SGD Nord gegeben. Und da liegt der Hase im Pfeffer, und das fällt der Gemeinde jetzt, hallo wach?, vor die Füße: Hill forderte die Fakten auf den Tisch und alle Beteiligten an einen Tisch, und dann die Gemengelage abwägen, sortieren und zeitnah eine Entscheidung treffen. Kerstin Weis relativierte, weil WVE ihre Punkte abarbeite: „Das Baugebiet steht noch ganz am Anfang. Wir, der Kreis prüfen, und solange wir prüfen, passiert nichts. Die Gemeinde sollte das Plangebiet ausweiten“, schlug sie mehrfach dem Parlament vor.  Zuvor echauffierte sich Alt-Ob Werner Speh und redete Tacheles: Er fühle sich im Nachhinein als Laie im Stich gelassen, weil mehrfach Projektierer, VG Kirn-Land, Kreisplaner, Bank und Erschließungsträger vor Ort waren und für die jetzige Situation Verantwortung tragen. Die Ortsgemeinde habe quasi als Status Quo jahrzehntelang diese innerörtliche Wohnfläche brach liegen lassen, weil sich kein Investor fand, sagte Speh, der hart mit den Kreisplanern zu Gericht ging.

Die FWG zeigte sich in allen Fragen äußerst kooperativ - „egal ob Wohn-Misch-oder Gewerbefläche, wir drehen uns im Kreis. Trotz Zugzwang sollten wir die WVE auffordern, ihre Arbeit fortzusetzen – die Gemeinde hindert sie nicht daran“, appellierte Stefan Rodenbusch (FWG) und Beigeordneter Jürgen Tatzke forderte „nach vorne in die Zukunft gucken“. Seine Fraktion stimmte dem SPD Antrag vom 24. November unter der Prämisse zu, dass der Gartenbau- und Landschaftsbetrieb in der Parzelle 24 „nicht den ursprünglichen Zustand herstellen muss“ und alle Aufbauten zu entfernen sind. Dafür gab es einhellige Zustimmung. Bekanntlich hatte der Eigentümer im direkt angrenzenden Gewerbebetrieb dieses Areal erst in diesem Jahr erworben und just in der kurzen Zeit seinen Baugrund mit „Brecher“ und Schüttgut bearbeitet, als Lärmmessungen erfolgten und das Baugebiet im Schaufenster stand. „Total dumm gelaufen“, konstatierten Ratsmitglieder. Die FWG wollte in einem weiteren Ergänzungsantrag sinngemäß den Erschließungsträger WVE nach Simmertal „zitieren“ um aktuelle Informationen einzufordern: „Einladen und bitten, weil sie im Hintergrund arbeiten“, konterte SPD Fraktionschef Andreas Heinrich; - auch dem stimmte die FWG geschlossen zu und änderte ihren Antrag. Mit dem einstimmigen Novum für 24 Baugrundplätze und künftiges Wohnen für etwa 100 Bürger im Ort war der weihnachtliche Frieden 2020 und die Harmonie hergestellt und in Gänze ein klares Signal gesetzt, alle Bürger, Firmen und Betriebe mitzunehmen.

Zu diesen Fotos: Dies ist (noch) K E I N Wohnbaugebiet Richtung Netto und L421, sondern Gewerbegebiet – Und: Beim NBG eine Parzelle obendrüber im Ortskern am Kreisel muss nachjustiert werden. „Baggerbetrieb Jochum“ steht auf dem Firmenlogo - dies wird bestritten! Bagger? Nö. Kerngeschäft sei ein Landschafts- und Gartenbaubetrieb.