Winzermeister Eckhard Schlarb in Meddersheim kennt Land & Leute

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Meddersheim. Die 64-seitige Broschüre „Erlebnisse 2021 im Naturpark Soonwald-Nahe“ wurde in der Meddersheimer Weinbergslage „Altenberg- Auf der Platte unterm Gibbchen“ präsentiert, da, wo seit 2016 die Stele „Schönste Weinsicht“ mit Fernsicht weit über dem Nahetal thront. Unter dem Signet „Wald, Wein, Wellness und Wohlfühlen“ ist bereits die zwölfte Visitenkarte mit den gleichen Partnern entstanden. Landrätin und Vorsitzende des Trägervereins Naturpark Soonwald Nahe e.V., Bettina Dickes, begrüßte an diesem „traumhaft schönen Ort“. Sie erinnerte in Coronazeiten sinngemäß daran, wie wichtig Heimat ist, wenn man sie im Herzen trage. Dieser Geist lebe in den beworbenen Plätzen und in der mit viel Herzblut erstellten Broschüre, die zur Inspiration anrege. Meddersheim könne mit Pfunden wuchern und befinde sich am Südzipfel des Naturparks. Insofern dankte sie den Organisatoren und Autoren für ihre „exzellente Arbeit“ einer druckfrischen Auflage und der Meddersheimer Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk für die herzliche Gastfreundschaft.

„Wir lassen uns nicht unterkriegen, sind aber davon weggekommen, Termine zu verordnen“, sagte der Geschäftsführer des Trägervereins, Marco Rohr. Das neue Produkt strotze geradezu vor Neuigkeiten und Plätzen, die es zu entdecken, erleben und genießen gelte. Kontaktdaten und Links ermöglichten per Drohne und Videos völlig neue Perspektiven. Rohr nannte Einblicke in die Niederwald Forstwirtschaft, das Projekt Gräfenbacher Erz-Hütte gemeinsam mit den dortigen Hochofen-Freunden (Wir berichteten). Zudem plane der Naturpark einen barrierefreien Spaziergang – Marco Rohr weckte Appetit auf Exkursionen mit Natur- und Landschaftsführern oder Kultur- und Weinbotschaftern und stellte mehrere touristische Fremdenführer und Publikationen vor. Neben der ersten Naturparkschule, der Lützelsoon-GS in Hennweiler, die das Konterfei des Titelbildes mit dem Turm der Alteburg erstellte, werde in den beiden Trägerkreisen eine weitere Grundschule zur Kooperation gesucht.

Für Landesforsten stellte der felkestädtische Forstamtsleiter Rüdiger Scheffer eine Vielzahl von Angeboten samt Bürgeraktionen und Exkursen oder Baumpflegemaßnahmen, beispielsweise in Pferdsfeld mit Martin Stadtfeld, vor. Er wies auf Wald und Klimawandel und Waldbaden in der Region und im Kirner Land hin. Mit im Boot ist Waldpädagogin, Natur- und Landschaftsexpertin Beate Thome. Sie informierte, dass Exquisites auf Anfrage buchbar ist: „Im Naheland mit seiner vielfältigen Landschaft wird niemandem langweilig“, war sie sich mit Kultur- und Weinbotschafterin und KTI und WiföG-Ansprechpartnerin Renate Scheffold einig. In den neuen Ideen und den Angeboten der gelungenen Broschüre werde ganz viel Heimatliebe vermittelt.

In seinem Eingangsstatement huldigte der Meddersheimer Winzermeister Eckhard Schlarb mit Passagen aus dem Buch „Lieblingsplätze an der Nahe“ dieser exponierten Weinbergslage im Altenberg– im Nachgang gewährte er der Delegation einen Einblick darüber, was die Arbeit eines Winzers im Winter ist. Er ließ einen Panoramablick weit über die Nahetalaue Richtung Osten bis zum Lemberg, dem erloschenen Heimbergvulkan und dem Disibodenberg oder West-südwestlich bis zur Limbacher Höhe schweifen, wo eine Wetterscheide und Sprachgrenze besteht. Eckhard Schlarb nutzte vor solch einem elitären Kreis die Gunst der Stunde und hielt nach drei trockenen Sommer und Grundwasserabsenkung ein flammendes Plädoyer über die Verfehlungen in der Wasserwirtschaft samt der Notwendigkeit, Niederschlag durch natürliche Retention in der Fläche zu halten und dem schnellen Abfluss in Bäche und Flüsse Einhalt zu gebieten und zu stoppen. Schlarb redete Tacheles und erntete Applaus, nachdem er anschaulich über Land und Leute und die Praxis im Wingert referierte. In einem Hektar Rebfläche befänden sich 30 Kilometer verzinkte Stahldrähte – ohne Saisonarbeitskräfte könne die Arbeit nicht bewältigt werden: Früher gab es im Weinort Meddersheim 50 Familienbetriebe, heute noch acht Winzer, sagte Schlarb.

Zu den Fotos: Eckhard Schlarb war Teil der Präsentation der neuen, 12. Auflage der Broschüre  „Erlebnisse 2021“ vom Naturpark Soonwald Nahe und berichtete über Wissenswertes, Land und Leute an der Weinstele „Schönste Weinsicht“ im Meddersheimer Altenberg.