Starke Landjugend übernimmt Pflege im RLP-Museumsweinberg

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Fotos unten -machKlick- Bad Sobernheim. Am 28. Februar 2021 traf sich erstmals die Landjugend Nahe e.V. zum Rebschnitt im Museumsweinberg des Freilichtmuseums. Die Binsenweisheit „Viele Hände, schnelles Ende“ traf zu. Und von der Vegetation her, war der Zeitpunkt ideal gewählt, informierten die Jungwinzer und Betriebsnachfolger des Kreis-Bauernverbandes – die Landjugend um ihren Seesbacher Vorsitzenden Benjamin Purpus zählt 90 Mitglieder. Mit elektrischen Akku-Scheren gingen am Sonntag auch gekrönte, amtierende Weinmajestäten zu Werke, in wenigen Stunden war der Rebschnitt erledigt – den Hut hatte Laura Weber aus Monzingen, Naheweinkönigin 2014 / 2015 auf, die den Zusammenhalt in höchsten Tönen lobte, auch wenn man sich in Corona Zeiten aus dem Weg geht. Nach Anfrage von Herbert Kaul, Bauhofmitarbeiter des Museums, hatte Laura Weber die Pflege des Museumswingerts durch die Landjugend zugesagt.

>>>Eine 38-jährige Ära ging zu Ende. Die Meddersheimer Winzergenossenschaft hat ihr Engagement beendet und dies im Herbst 2020 frühzeitig kundgetan, bestätigten am Sonntag sowohl die anwesenden Museumsleiterin Sabrina Hirsch wie ihre Stellvertreterin und Museumpädagogin Monika Ebers und bedankten sich ausdrücklich für 38 Jahre harmonische Zusammenarbeit. „Alles hat eben seine Zeit – mit diesem Wechsel haben wir den Wingert in fachmännische Hände gelegt und verbinden damit Know-how, zudem wird der Museumsbauhof zuarbeiten“, so die Museumsleitung.

In den zurückliegenden Jahren seit 2018 konnte kein „Museums-Cuve`e-Schoppen“ mehr gekeltert werden, im vergangenen Jahr machten die Eisheiligen ihrem Namen alle Ehre; - fast alle Gescheine erfroren. Zu allen Zeiten wussten zum Ärger der frustrierten Winzer und Museumsfreunde auch die Vögel, Rehe und selbst Horden von Wildschweinen die Güte der Trauben zu schätzen und labten sich meist deutlich vor der Weinlese. Gerade die Trauben der Rebsorte Traminer, die sich Mitte September bereits besonders süß und fruchtig zeigen, waren bei den Wildtieren im Nachtigallental, da, wo sich „Fuchs und Hase gute Nacht“ sagen, sehr beliebt.

Der Aufbau des Freilichtmuseums im Nachtigallental begann Anfang der 1970-er Jahre auf 35 Hektar – 1983 wurden durch Museumsleiter Dr. Klaus Freckmann und den damaligen Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Rheingrafenberg, Helmut Reidenbach, auf 2.200 Quadratmetern in einer Steillage ein schulmäßiger Wingert mit neun Rebsorten angelegt. Blickfang ist das um 1841 komplett aus Sandsteinen gemauerte Weinbergshaus aus Rehborn mit rechteckigem Grundriss. Mitte der 1980-er Jahre zählte die Meddersheimer Genossenschaft noch 19 traubenliefernde Familienbetriebe. Heute bedeutend weniger, was die Pflege und Bewirtschaftung des Museumsweinbergs erschwert und den Generationswechsel hin zur Landjugend erforderlich machte. Bis Ende 2011 entstand dann im Freilichtmuseum das Haus Enkirch, wo die rheinland-pfälzische Weinkultur mit Vinothek und einem modernen Info-Zentrum zur Geschichte, Vergangenheit und Gegenwart, den Weinbau an der Nahe von der Pike auf dokumentiert.

Zum Foto: Die Landjugend übernahm erstmals den Rebschnitt im felkestädtischen Freilichtmuseum und übernimmt quasi die Patenschaft für den Museumsweinberg.


Starke Landjugend

übernimmt von WZG

Rebschnitt 2021

Lange Ära endet

2020: Erfroren!