Melanie & Alexander Künkel trauten sich zum 2.ten Mal - Trotz Corona - magische und mystische Zahl ist 23 - Otzweiler und Kirner Land liebgewonnen!

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Von: Fotos privat

MachKLICK unten. Otzweiler/Schloß Wartenstein. Hurra, man darf wieder heiraten! Es gibt im Kirner Land traumhaft schöne Ecken, auch wenn wir in der Samstagausgabe über das Trauzimmer in der VG-Verwaltung berichteten, das zum Impftestzimmer wird. Das Trauzimmer auf der Kyrburg steht wieder im Mai zur Verfügung, teilte Standesbeamtin Jolanta Werle mit. Die 43-jährige Melanie Künkel, geborene Hartmann aus Waldböckelheim und der im thüringischen Bad Langensalza geborene Alexander Künkel (46) wohnen in Otzweiler und weihten als erstes Paar 2021 das neu restaurierte Trauzimmer auf Schloss Wartenstein ein; - sie „trauten“ sich ein zweites Mal, obwohl Corona Regie führte und eine besondere Herausforderung war.

1996 lernten sich die beiden kennen, Melanie war liiert mit dem Bruder von Alexanders damaliger Freundin, als am 23.2. in Waldböckelheim kräftig Fastnacht gefeiert wurde. Danach verloren sie sich aus den Augen. Jeder ging seine eigenen Wege, gründete seine Familie, bekam Kinder und wurde geschieden. Melanie war mit einem Amerikaner verheiratet, wohnte kurz in Ramstein, Alexander war Berufssoldat in Zweibrücken wo er seine „Ex“ kennenlernte. Heute zählt die jung vermählte Patchworkfamilie drei Kinder, das Paar wohnt „noch“ in Otzweiler.

2014 „entdeckte man sich“ in Facebook und schrieb sich freundschaftlich. 2018 an einem 23.ten im Monat besuchte Alexander Künkel wieder einmal Bad Kreuznach, wo er lange in der DRK-Kreisbereitschaft seinen Dienst versah, und da zogen beide erstmals um die Häuser. Ans Heiraten dachte niemand im Traum. „Fernbeziehung“ hieß das prickelnd-romantische Zauberwort. Aber: „Schnell wurde aus Freundschaft und dem zweiten Frühling Liebe“. Mittlerweile arbeitete der gelernte Zimmermann als Berufssoldat bei der Sanitätsstaffel Idar-Oberstein mit Sitz am Truppenübungsplatz in Baumholder, sie als Sekretärin und Bürogehilfin in einem Bad Kreuznacher Weinhaus.

Vor zwei Jahren am 23. Januar 2019 zog das Liebespaar „mittig ihrer Arbeitsstellen“ zur Miete in die Bergstraße 6 nach Otzweiler in „Langpetersch Willi“ ihr Haus. „Wir wurden herzlich empfangen, als wenn wir seit ewigen Zeiten dazugehören. Jeder ist für jeden da. Wir waren super integriert, das war phänomenal, wie wir es nie zuvor erleben durften. Wir kamen als Fremde und gehen als Freunde“. Vermieterin ist die Ortsbürgermeisterin direkt vis-a-vis, die in „Menschkarls“ Haus am Wingertsberg wohnt. Weitere Nachbarn sind „Schenkels Lore“, „Brunnepetersch“, „Müllerpetersch Steffi und Friedbert“ oder „Neukarls“ und „Scheffjobs“.

Mit ganz viel Wehmut verlassen die Eheleute Otzweiler. Obwohl Melanie15 Jahre Alleinerziehend an den Single-Modus gewöhnt, wollten beide ihr „eigenes Nest“ – und am gleichen Tag als sie am 23. Dezember 2020 in Hohenöllen notariell den Kaufvertrag beurkundeten, wurden sie gewahr, dass in der Bergstraße in Otzweiler ein Haus zum Verkauf steht. „Schade, dumm gelaufen. C`est la vie. Andererseits war es sehr lustig, weil der Termin unser Verlobungstag war“, erzählt Melanie Künkel – zum 23.12.2020 faltete sie einen Heiratsantrag in den Adventskalender, und noch bevor das versiegelte Kästchen geöffnet wurde, zerbrach ihr Freundschaftsring: „Macht nix. Du kriegst einen neuen - willst du mich heiraten?“, kam er ihr mit gleichem Gedanken zuvor. Ausgerechnet in Coronazeiten heiraten? „Wir hatten uns, aber es war eine Herausforderung“, sagt er, und nennt die AHA-Regeln, Ringe aussuchen, Hochzeitsschmuck, das eigene neue Haus samt Handwerkerarbeiten, aber dann pressierte es plötzlich: Trauzeugen beim zweiten „Ja“-sagen waren Freunde aus Kindertagen, Biker Thorsten Roos aus Contwig, und Sascha Hellwig aus Waldböckelheim.

Kaiserwetter belohnte das Brautpaar auf Schloß Wartenstein. Standesbeamtin Jolanta Werle hob am 23.02.2021 die Bedeutung der Zahl 23 als ungerade und Primzahl wie als mystische Illuminatenzahl an diesem Ort mit seinem wunderschönen Ambiente hervor. „Wir hatten Lampenfieber, Schmetterlinge im Bauch, waren total aufgeregt und glücklich. Das war emotional ganz großes Kino“ – der Motorrad-Freak mit einer Ducati 1098 Streetfighter und Berufssoldat mit Staatsexamen zum Rettungsassistenten und die künftige Tierverhaltenstherapeutin mit eigener Praxis erschienen originell gekleidet zu den Klängen „Aschenbrödel“ der Mittelalter-Band Faun: „Wir haben uns gesucht und gefunden und erfahren, was im Leben wirklich zählt – das Kirner Land, Schloß Wartenstein und Otzweiler wird ewig in unseren Herzen bleiben“, sagen beide.