Weinblütenfest Monzingen: Jugendamt sagt "Vorglühern" den Kampf an!

Kategorie: Monzingen, Weiler, Lokale News an Nahe und Glan

 

Monzingen. Bilder unten anklicken! Erstmals nehmen die Monzinger beim Weinblütenfest samstags Eintritt, um Kosten für Security, Bändchen und strenge Einlasskontrollen zu decken. Im Vorfeld bekam es der neue Festausschuss um Linda Anspach und Heike Mensch mit der Angst zu tun. Die Kernfrage war: Können wir als Veranstalter dafür bestraft werden, wenn wir alles Menschenmögliche tun, Kinder und Jugendliche aber „vorglühen“? Bekanntlich wurden auf 50 Meter Häuserfront ebenso viele Leergutflaschen Wodka, Alcopops und Hochprozentigem gefunden. Die sind an Ständen gar nicht erhältlich, Schnaps wird nicht ausgeschenkt! Über 50 ehrenamtlich Engagierte aus Vereinen und vom Monzinger Weinblütenfest kamen in die Festhalle, wo das Thema Durchführung von Jugendschutz- und Gaststättengesetz auf der Agenda stand. Eine Ortsbesichtigung von Polizei, Ordnungsamt, Kreisverwaltung und Ausrichtern war der Infoveranstaltung vorgelagert. „Das Thema kocht hoch“, dessen waren sich Kreisjugendpfleger Lothar Zischke und Karl-Heinz Reinhard als Jugendbeauftragter der Polizeidirektion bewusst. Zischke nannte Zahlen, wonach weniger als vier Milliarden Euro Steuereinnahmen Kosten von 30 Milliarden für gesundheitliche Schäden, Entzug und Rehabilitation in einem eklatanten Verhältnis stehen, weil Alkohol als lebensbedrohliches Nervengift relativ billig zu haben sei. Zudem habe sich das Trinkverhalten geändert, Kinder trinken schnell und zuviel. Und wenn sie dann Probleme bekommen, auskühlen, erbrechen, kollabieren, werden sie von der Clique alleingelassen. „Es grenzt an ein Wunder, dass wir im Kreis keine Tode zu beklagen haben“, sagte Zischke. Jugendschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, brauche Vorgaben und klare Regeln. Erwachsene müssten Vorbild sein. Trinkanimationen wie Mengenrabatte oder „Happy Hour“ seien seit 2007 gesetzlich verboten. Das Gesetz richte sich klar an Standbetreiber und Gewerbetreibende: „Der, der an erkennbar Alkoholisierte Abgibt, kommt ganz schnell in die Bredouille!“. Man werde „generell keine Sondergenehmigungen machen“ war klare Ansage, auch Kinder und Jugendliche ohne Aufsicht hätten im Ausschankbereich nichts verloren, hier greife das Arbeitsschutzgesetz. „Problemfälle sind die `Vorglüher`. Denen ist schwer, Herr zu werden“, sagte Torsten Hammer vom DRK-Ortsverein. Klare Plakatierung, scharfe Einlasskontrollen, im Zweifel Nachhaken und eine Bannmeile gegen das Mitführen von Alkohol auszusprechen, sei angesagt. Behörden werden schon bei der Anreise prüfen, so Zischke. „Was tun, wenn die eine Flasche Schnaps intus haben? Wer darf Pässe kontrollieren?“, diese Frage von Wehrführer Lothar Treßel beantwortete Karl-Heinz Reinhard im Zusammenhang mit der Ausübung des Hausrechtes. „Fest und Kultur ist das Eine, genussvoller Konsum ja, Abfüllen nein!“, so die Referenten, und weiter: „Wir lassen die Kirche im Dorf“. Verhängte Strafen, weshalb die Wogen in der Öffentlichkeit so hoch schlagen, liegen „massive Verstöße zugrunde, bei denen Veranstalter trotz mehrfacher Hinweise zur Einhaltung des Jugendschutzes nicht mitgewirkt hatten. Da müssen wir einen ganz dicken Strich ziehen“, sagte Zischke.

O-TON: „Wir tun alles, aber 100 prozentigen Jugendschutz kann niemand garantieren. Dann können wir das Buch zumachen. Monzinger Weinblütenfest ade!“ sagte Heike Mensch.


Weilerer Genießer

frohe Meddersheimer

Monzinger Gastgeber

Die ROTE Karte

klare Gesetzeslage