Alt-VG-Bürgermeister Günter Schwenk bleibt sich treu und eröffnet Museum

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Hennweiler.  In Kürze will Günter Schwenk sein Museum mit allen möglichen Gebrauchsgegenständen und landwirtschaftlichen Gerätschaften, die von Hand bedient werden mussten, eröffnen.

In der Jahnstraße 1 hatte der von 1987 bis 2005 amtierende VG-Bürgermeister von Kirn-Land ein „arme Leute-Haus“ gekauft. Es grenzt an sein gepflegtes Anwesen in der Obergasse 24 mit drei Ferienwohnungen und einem Doppelzimmer. Bereits 2002 legte er Fachwerk frei und begann den Ausbau. Stolz ist er auf ein typisches Hunsrücker Scheunentor mit 12 Bögen in Anlehnung an die 12 Apostel. Kiltze Willi wohnte hier. Ein Hennweiler Original, der aufgrund seiner Nähe zum FC Viktoria 09 Hennweiler nur „Kiltze Viktor“ genannt wurde. Das Anwesen dürfte den Großbrand von 1781, wo dreiviertel des Ortes abbrannten, überstanden haben. Von da an verfügten die Herren von Warsberg, dass die Häuser auf einer Seite auf der Grenze stehen und ein Reil bleibt, und die Kellerdecke massiv eingezogen werden musste. Der Öffentliche besuchte das künftige Museum vorab; - die Pracht alter Utensilien trifft den Gast unvorbereitet: Zentrifugen, unzählige Mühlen und Fleischwölfe, Henkelmänner, Brotdosen oder geflochtene Untersetzer und Küchengeräte einer vergangenen Epoche geben Einblick in die Hausarbeit. Steinerne Krüge aus der Töpferei Mecking in Bockenau, die derzeit im Freilichtmuseum Bad Sobernheim aufgebaut wird, sind zeitlos elegant geblieben und heute so beliebt wie vor 90 Jahren.

Der Wohnzimmertisch ist mit Goldrandgeschirr eingedeckt. Schränke stehen voller Porzellan, das nur zu feierlichen Anlässen aufgetragen wurde. Die beiden Bücher von Paula Petry „Die Uwagass is mei Gass“ und „Iwert Doorf enaus“ haben einen würdigen Platz gefunden. Backhauben aus Nachkriegszeit, Krüge, beschlagnahmte Butterfässer mit Pfandsiegel, gusseiserne Kaffeeröster womit Gerste als Kaffee-Ersatz getrocknet wurde, fehlen ebenso wenig wie Butterleier, Lockenwickler, Zimt- oder Waffeleisen oder das ziehharmonikaähnliche klassische Nähkörbchen samt Inhalt, das früher in jedem Haushalt griffbereit stand. „Trautes Heim- Glück allein“ – Haus, Hof und Heimatpathos zählte. Lohmacherwerkzeug oder eine Arbeitstasche mit Messern und Stanzwerkzeug hütet Günter Schwenk wie einen Schatz: „Die Leute arbeiteten in der Lederindustrie und machten im Familienverbund nach Feierabend Heimarbeit. Das war ihr Lebensinhalt“, denkt er laut nach. Viele Unikate wurden dem 71-jährigen aus seinem Geburtsort St. Johannisberg zugetragen, seltene Hämmer aus dem Kirner Steinbruch sind darunter, wo sein Opa Steine zurichtete.

Im Keller mit einer Deckenhöhe von 150 Zentimeter warten das Biereweinfass, die „Äppelhourte“, der Backtrog mit Brotkaibchen und eine große Fleischbütt auf die Besucher und wecken wie die angestaubten Obstgläser in einer Nische die Fantasie längst vergangener Tage. Nostalgie pur auch im früheren Stall, der mit einer einfachen Holztür mit der Küche verbunden war: Hier steht fein sauber und akkurat landwirtschaftliches Gerät wie die Birnen- oder Traubenmühle, die „Rummele“ – Steckmaschine, Strohschneider, Wäschemangel und ein antiker Pfälzer Ritschofen bis hin zu einer „Luftschutzpumpe“. In seinem „Unruhestand“ ist Günter Schwenk zu einem Blumenliebhaber und „Kümmerer“ geworden, der stolz auf seine Herkunft und Werdegang ist.


Alt VG-Bürgermeister Günter Schwenk

Trautes Heim- Glück allein

Im Küchenreich des Museums

Blumenpracht in der Owwergass!