Heimweiler im Glück: Vereine & starker "Jugendtreff" sind Lebenselixier! Vorbildcharakter - Mit LED Lampen 70 Prozent eingespart! Stirbt MGV?

Kategorie: Kreis KH, Becherbach, Heimweiler, Lokale News an Nahe und Glan, Kunst und Kultur

 

Heimweiler. Über 70 Bürger kamen zum vierten Neujahrsempfang von Gemeinderat und allen Vereinen. Die Rede von Ortsbürgermeister Wilfried Schlarb fand lang anhaltenden Applaus und war eine Hommage an lebendiges  Vereinsengagement, ohne das in Heimweiler seit Jahrzehnten nichts geht.

Vier Jahren bis zur TüV- Abnahme war die umfangreiche Not- und Fluchtwegebeleuchtung und die brandschutztechnische Abschottung der Elektrohauptverteilung im Dorfgemeinschaftshaus für 93.000 Euro zentrales Thema. Zum Landeszuschuss (40 Prozent: 37.000 Euro) und dem Gemeindeanteil (12.000 Euro) steuerte die Kirmesgemeinschaft 20.000 Euro, die Jagdgenossenschaft 15.000 Euro, der TuS Heimweiler 3.000 Euro, der Jugendtreff und der MGV Krebsweiler-Heimberg den Rest bei. Zudem lobte das Dorfoberhaupt in höchsten Tönen die Mitglieder des Jugendtreffs 1976 e.V. dafür, dass sie ihre Erlöse aus dem Nachthemdenball in das Kellergeschoss des Gemeindehauses für zwei Außentüren und zwei schalldämmende Fenster im Jugendraum (Kosten: 6.800 Euro) investierte. Erste Sonderapplaus war fällig.

Schlarb informierte über das neue Tanklöschfahrzeug: Für das über 40 Jahre alte Auto gab es keine Ersatzteile mehr; - auch hier trugen der Förderverein der Feuerwehr ihr Scherflein von 10.000 Euro, und die Jagdgenossenschaft 9.000 Euro bei. Das Staffellöschfahrzeug war schon mehrfach im Einsatz. „Unsere örtliche Feuerwehr kann stolz auf die deutlich verbesserte technische Ausstattung sein“, dankte er für die Unterstützung. Die Gemeinde nehme am Entschuldungsfond teil, müsse dafür durch die Anhebung der Steuersätze jährlich 1.000 Euro aufbringen.

Neuigkeiten zum Thema Windkraft: Hier lehnten die Bürger mehrheitlich vor zehn Jahren Windräder ab und formierten sich im Jahr 2003 in der „BI Gegenwind“. Nun haben sich der Wind und die Beschlusslage gedreht, Heimweiler will an der Wertschöpfungskette des Energiemarktes teilhaben. Bisher wurde das potentielle Eignungsgebiet „Auf Bruchweiler“ wegen dem vier Kilometer-Mindestabstand zum Vorranggebiet „Auf Katzkopf“ in Becherbach, sowie dem einzuhaltenden Abstand von 2.500 Meter zum Segelflugplatz Meckenbacher Höhe für das Eignungsgebiet „Vogelskopf“ nicht berücksichtigt. Heimweiler hat Widerspruch eingelegt, will, dass Eignungsgebiete als Option für künftige Windräder ausgewiesen werden. Mit lapidarer Begründung enthielt der Ort eine Absage, nun bleibt im neuen Jahr der Weg über ein Zielabweichungsverfahren mit Planungskosten um  5.000 Euro.

Thema Kulturlandschaftsweg Heimweiler-Becherbach: Die Planungshoheit und Ausführung liegt in Gänze bei der VG, die Finanzierung erfolgt über unterschiedliche Fördertöpfe, die Gemeinden übernehmen die Pflege. Der 12 Kilometer-Rundwanderweg soll alle Kriterien eines zertifizierten Wanderwegs erfüllen, Infotafeln, Sitzecken oder Pavillon werden platziert, über Streuobstwiesen, Weinbau, Wassergewinnung im Quellgebiet und die Flurbereinigung informiert.

Schlarb fasste den Sachstand und die wichtigsten Eckdaten zum Thema Fusion zusammen: Wenn die Freiwillige Feuerwehr Kirn samt Gebäude, Schwimmbad und Schulen übergehen und aus dem VG-Haushalt finanziert werden, würde dies für Heimweiler Mehrkosten im Jahr von 40.000 Euro bedeuten.

Noch etwas brannte dem „Ob“ als aktivem Sänger gehörig auf der Seele: Vor einem Jahr hatte der MGV Krebsweiler-Heimberg alle Dorfbewohner zu einer Informationsveranstaltung eingeladen: „Es war für die Sänger sehr deprimierend, feststellen zu müssen, dass sich kein einziger Dorfbewohner angesprochen fühlte und kam“. Im Gegenzug werde vom MGV stets erwartet, bei allen Anlässen Präsenz zu zeigen und seinen kulturellen Beitrag zu leisten. Wenn sich die Altersklasse der 30- bis 60-jährigen komplett verweigere, käme auch keine Jugend zum MGV. „Es wäre jammerschade“, wenn der Chor, der schon heute von Auswärtigen unterstützt werde, seine Sangestätigkeit einstellen müsse, redete Schlarb den Anwesenden ins Gewissen. Dankbar und stolz blicke man bis auf diese Ausnahme in Heimweiler mit seinem vorbildlichen Vereinsleben optimistisch in die Zukunft: Auch die im Stillen für ein schöneres Ortsbild wirken, schloss er ein: „Ihr Engagement macht das Leben in Heimweiler lebenswert“.


Vereinsvorstände und "Ob" Wilfried Schlarb (re.): Prosit: Auf ein Neues 2013!