Der Messias war Jahres-Highlight- KulturSzene voll des Lobes für Akteure

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Fotos- UNTEN. Becherbach. Es war für die Zuhörer und die evangelischen Kirchenchöre aus Becherbach und der Kantorei der Stephanskirche Simmern sowie das Barockorchester I´arpa festante aus München das Konzertereignis des Jahres, und verlangte allen Akteuren viel Enthusiasmus und Probenfleiß ab. „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel in einer brillanten und hochkarätigen Besetzung, ungekürzt mit historischen Instrumenten und in deutscher Sprache war das Highlight des Wochenendes am Samstag in Becherbach und gestern Abend in der vollbesetzten Stephanskirche in Simmern.

Ein enormes Pensum, das volle Programm, leisteten Chor, Orchester und Solisten. Über zweieinhalb Stunden währte der Konzertgenuss der ungekürzten Aufführung in drei Teilen, unterbrochen von zwei Pausen, wo der Flötenkreis in der Becherbacher Brücke Besucher und Akteure gleichermaßen mit Leckereien und frischem Backwerk beköstigte. Die Besucher gerieten immer wieder ins Schwärmen und auch Mechthild Mayer war sehr zufrieden: Ja, es sei einmal mehr ein faszinierendes Erlebnis, bekannte die Kantorin. Man habe die gleiche „Wellenlänge“, sagte sie, und meinte damit das Genre der Barockmusik mit einem ebenso hoch motivierten Organisten Joachim Schreiber von der Kantorei der Stephanskirche Simmern, und mit dem außergewöhnlichen Münchner Orchester und Christoph Hesse an der Spitze, der seit über drei Jahrzehnten hier Auftritt, und zum festen Freundeskreis zählt.

Becherbacher Chöre führten Händels Werk schon einmal vor 30 Jahren an gleicher Stätte, und 1992 in Namibia auf. Daran kann sich der gebürtige Becherbacher Bub und Basssolist Burkhard Mayer noch genau erinnern. „Der Messias wird immer bei uns an Weihnachten aufgeführt“, - im Lande seiner Vorväter war die Konzertreise im Sommer, wenn in Namibia quasi Winter ist…. Auch für ihn sei es ein Erlebnis gewesen, „schöne Musik, die Dramatik und heimliche Momente“ zu erfassen, intensiv zu erleben und genießen.

Der gebürtige Hallenser Georg Friedrich Händel starb 1759 in London und er gilt als der bekannteste deutsch-britische Komponist des Barocks. Schon zu seinen Lebzeiten war es üblich, das epochale Werk in der Adventszeit in englischsprachigen Ländern in einem Konzertsaal aufzuführen. Sein großartigstes Gotteslob für den „Gesalbten“ ist sein populärstes Werk, das Oratorium umfasst in drei Teilen (Advent, Passion und Ostern/Auferstehung) die ganze christliche Heilsgeschichte. Beginnend mit den alttestamentarischen Prophezeiungen von Propheten wie Jesaja, das Leben Jesu, der als Erfüllung der Prophezeiung gesehen wird, seine Geburt, sein Tod am Kreuz bis hin zu seinem erhofften, zweites Kommen. Obwohl das Leben im Neuen Testament geschildert wird, greift der Oratorientext überwiegend auf das Alte Testament zurück. Händel habe die Musik in seinem „üblichen Arbeitstempo, in 24 Tagen kurz vor seiner Uraufführung im April 1742 in Dublin“ geschrieben.

Mitwirkende:  Solisten -Im Detail: Sopranistin Eva-Maria Helbig absolvierte Meisterkurse für „Alte Musik“ und ist heute als Gesangspädagogin an den Domchören in Bamberg und als Lehrbeauftragte der Universität Erlangen tätig. Die Mezzosopranistin Anja Stroh sang Alt, sie studierte Gesangspädagogik und Operngesang und begann 2001 ihre Lehrtätigkeit in Schlüchtern. Die beiden Tenöre Martin Steffan und Sebastian Hübner sind studierte, ausgebildete und gut gebuchte Solisten, was dazu führte, dass Steffan in Becherbach und Hübner in Simmern die Partituren sang. Burkhard Mayer (Bass) lebt heute in München „um die Ecke, da, wo Fußballkaiser Franz geboren wurde“. Der sympathische Sohn der Mayers liebt seine „Becherbacher Heimat“- er ist als freier Mitarbeiter in jeden der sieben deutschen Rundfunkchöre aufgenommen und setzt sein Studium in Dresden bei Christine Skerka fort.


Impressionen aus Becherbach

Das Münchner Orchester...

...und zwei Kirchenchöre

Beim Proben in der Brücke

Becherbacher Bub: Burkhard Mayer, Bass, München