Bärweiler Theater-AG bringen turbulente "Argentinische Nächte" auf Bretter

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FOTOS UNTEN: -Bärweiler- Mindestens alle zwei Jahre seit 1992 läuft die Bärweiler Laienspielschar im Bürgerhaus bei langen und herrlich inszenierten Theaterabenden mit leidenschaftlicher Spielfreude, viel Witz und Esprit, zur Höchstform auf. „Argentinische Nächte“ heißt die Komödie in drei Akten, die im April 2014 drei Mal auf  Bühnenbretter kam:. In einem Zwiegespräch machten eingangs Lena Bier und Nathalie Fuhr Lust auf das Spektakel - drei Mal war volles Haus angesagt, immer Theatergruppen aus Nachbarorten zu Gast!

Kirns städtischer Werkleiter Jochen Stumm mitseiner Frau und Sohn Marvin waren erstmals in Bärweiler und schon nach dem ersten Akt total begeistert: „Alles super, -schön und einladend gemütlich hier im Bürgerhaus“, zurücklehnen und genießen war angesagt. „Bärweiler und Jeckenbach haben ein goldenes Händchen und spielen immer die lustigsten Stücke“, freuten sich wie Klaus Konrad aus Limbach in der ersten Reihe viele Besucher, und den Premierenabend wollte auch die Kirschrother Theater-Clique mit 13 Besuchern nicht versäumen: „Nächstes Jahr spielen wir wieder“, machte das muntere Grüppchen Appetit und rührte schon in glückseliger Vorfreude die Werbetrommel.

Die Folgen und Nachwehen argentinischer Nächte sind schnell erzählt: Nach dem Tod ihrer Mutter hat sich Tochter Manuela da Silva (Laura Bier) mit ihrer Deutschlehrerin (Ilona Heib) bei ihrem Vater Daniel Fink (Thomas Franzmann) angesagt. Damit holt die Vergangenheit und das Ergebnis eines Techtelmechtels in Argentinien den einfachen Sachbearbeiter in der Firma „Graf`s Schrauben und Muttern“ wieder ein, gab er sich doch immer als wohlhabender „Chef“ aus. Die Ereignisse im Büro überstürzen sich, doch Sekretärin Angelika Hofmann in einer Paraderolle (Silke Hartmann) bewahrt kühlen Kopf - schließlich ist es Firmenphilosophie, dass es für Grafs Schrauben immer eine Lösung für jede Verbindung gibt. Gelegen kommt, dass Chef Rupert Graf (Michael Bier) in Bermudashorts und im Südseehemd mit seiner Frau Gerti (Liane Goldschmidt) zum Italienkurzurlaub aufbricht. Also müssen Sohn Konrad Graf (Alexander Hartmann), Putzfrau Mitzi (Carola Bier), Chauffeur und Buttler Franz (Hans Gehm) sowie Köchin Fini (Chiara Theobald) die Stellung halten.

Zur Freude des begeisterten Publikums werden im ersten Akt von „Strippenzieherin und Schnellmerkerin“ Silke Hartmann die „neuen“ Rollen verteilt. Carola Bier erhält schon beim Erscheinen Vorschusslorbeeren in Form von herzlichem Applaus- sie wird als Vorzeigedame in viel zu kleinen Stöckelschuhen als Frau des Chefs an der Seite von Thomas Franzmann getrimmt. Höflichkeitsfloskeln sind nicht ihr Ding. In einer Doppelrolle läuft Alexander Hartmann bei seiner Premiere zur Höchstform auf. Mit rötlicher Langhaarperücke und prallvollem Kleid ist er eine Augenweide und mimt mit größter Freude und Spielleidenschaft mit einer klasse Leistung und einer durchgängig-markanten Kopfstimme die deutsche Schwester der Argentinierin. Als Bernadette geht der Casanova gleich auf Tuchfühlung. Chapeau!

Ihr Debüt feierte ebenfalls souverän Chiara Theobald als Köchin: Spontan heraus und unbekümmert ohne Hemmungen oder Lampenfieber war sie keine Schickimicki-Köchin, sondern mehr Verfechterin von echter Bärweiler Hausmannskost wie „Flaaschkäs“.

Vom ersten Blickkontakt an hat sich die elegant-adrette Ilona Heib an den mit Fliege perfekt geschniegelten und mit Mittelscheitel gestriegelten Hans Gehm verguckt, ist hin und weg von seinen blauen Augen und himmelt ihn an; - Mit strahlenden Antlitz klingelt sie oft das Glöckchen und verlangt den Diener.

In derlei verzwickte Verhältnisse platzt Chef Michael Bier mit „Frau“ Liane Goldschmidt frühzeitig, die es ebenfalls faustdick hinter den Ohren hat. Die Ereignisse überschlagen sich, die begeisterten Zuschauer spenden aufgrund bravouröser Inszenierung und idealer Besetzung der Charaktere mehrfach Beifall auf offener Szene. Alle Akteure überzeugen textsicher und voller Hingabe in Mimik und Gestik bis ins kleinste Detail.

Souffleurin ist Elke Gehm. Für die Maske zeichnet Miriam Brühl, für die Technik Thomas Hartmann verantwortlich. Marion Fuhr sorgt für einen reibungslosen Ablauf vor und hinter den Kulissen, Johannes Grimm fungiert als Kulissenschieber.


Doo leit se- unn jetzerter? Wer hebt se uff?

Gut gess´ und getrunk`- geschafft is dann schnell!

Die Köchin hat Probleme mit Schicki-Micki: Liewwer Bärwiller Flaaschkäs

Das Publikum ist begeistert. 3 Mal volles Haus. So solls sein.

So wird Kaffee eingegißt: Ein Charmeur vom Scheitel bis zur Sohle, dieser geschniegelte Hans..