Gaudi-Fußball schweißt Camper zusammen - In Gummistiefel hart am Limit

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Fotos unten: Kirn. Anfeuerungsrufe und lautes Lachen oder Torjubel schallten durchs Krebsweiler Tal – am Campingplatz Papiermühle machte ein Gaudi-Fußballspiel diesem Namen alle Ehre.

Das Match kam zustande, weil der Eigentümer des sieben Hektar großen Campingplatzes, Egon Andre, das Campingstübchen an die neue Wirtin Iris Weickert  übergibt - quasi Ausstand und Einstand gefeiert wurde. Der 74-jährige gelernte Moselwinzer aus Ediger-Eller kam 1984 an die Nahe- er spendete ein Fäßchen. Iris Weickert war an der Fähre in Altrip sehr erfolgreich und will künftig an der Nahe mit echter Pfälzer Hausmannskost bei ihren Gästen punkten; - sie spendierte das Essen.

Vor den Toren der Stadt Kirn im Krebsweiler Tal liegt das tiptop gepflegte Areal. Seit 30 Jahren das Reich von Egon Andre, der bei seinen Stammgästen überaus beliebt ist. Ununterbrochen seit 1992 ist er besonders stolz auf das schwarze „H“ im DCC-Campingführer, was für den Kirner Campingplatz Papiermühle ein glattes „Sehr gut“ oder in anderen Internationalen oder ADAC-Publikationen mit fünf Sternen umschrieben wird. Aber er will kürzer treten: Weil er mit „seinen“ Dauercampern alt wurde, gehe er öfter auf Beerdigungen als auf Kindtaufen, dachte er spitzbübisch laut am Seitenaus nach und macht noch immer jeden Scherz mit. 95 Prozent der Kicker haben als Camper einen Stellplatz.

Wenn und ob überhaupt die Protagonisten schon einmal gegen das runde Leder getreten haben, muss das schon eine ganze Weile oder eine gefühlte Ewigkeit her gewesen sein: „Lauf du hin- ich deck hier ab“, riefen keuchende „Bauchträger“ einander zu. Am Ende pfiffen sprichwörtlich alle aus dem letzten Loch!

Apropos Pfeife: „Fußball, Handball - Tor“ – diese Denkweise aus Kindermund sah man häufig, ohne dass der Schiri pfiff. Lange nach dem Spiel sollte er eine Blindenarmbinde bekommen. Der 76-jährige gebürtige Münster-Sarmsheimer Edelbert Karst hat einst Jugend trainiert und gepfiffen. Er hatte sich einen Wecker umgebunden und pfiff nach Gutdünken. „Egal, wie das ausgeht, es endet im Elfmeterschießen“, flüsterte er amüsiert den Zuschauern zu….

Als sich die Spieler nach einem Pfiff aus heiterem Himmel in der 18. Minute nach dem Grund erkundigten, erklärte der Schiri lapidar: „Eich hon Durscht. Und wenn ihr aach net mehr könnt´, mache mer jetzt Halbzeit“. Warnweste und Gummistiefel waren Pflicht, wobei letztere gegen den frisch gemähten und nassen Untergrund ebenso wie als Schienbeinschoner vorteilhaft waren. Es sollte einzig und allein Spaß machen und das tat es auch. Die Spieler gaben alles und waren mit ihren Kabinettstückchen, akrobatischen Einlagen und Raffinessen zur Freude der Zuschauer eine wahre Augenweide. Als einmal sieben hintereinander anliefen und über den Freistoß traten und erst der achte abzog und Keeper Reiner Majer mit einer Glanzparade den Ball aus dem Eck lenkte, waren alle aus dem Häuschen. Szenenapplaus und Szenenwechsel: Leichtgewichte wurden in aussichtreicher Torschuss-Position einfach hochgehoben und nach hinten durchgereicht.

Überhaupt die Torsteher: Dank dem weichen Untergrundes lagen sie oft quer in der Luft, suchten geradezu Flugeinlagen und zeichneten sich aus, bis Mitinitiator Gerd Deichmeier („Super Geeerd“) sich tatsächlich am Rippenbogen verletzte.

Zuvor und danach fielen beim Anblick der Notfalltante Siggi Fehrentz-Weber aus Kusel mit dem Rotem Kreuz auf der Brust, Defibrillator im Schubkarren und allerlei hochprozentigen „Spritzen“ im Erste-Hilfe-Notfallkoffer die Kicker reihenweise um und bettelten um ihre „Aufbauspritze“. Ein gutes Bild gaben die Cheerleaders ab: Sabine Spang, Bianca Zang, Leni Rot, Renate Stieber und Marilou Deichmeier.

Fazit: Es hat riesigen Spaß gemacht. Fortsetzung folgt- 2015 mit einer spektakulären Olympiade schon zum „Ancampen“.


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Gruppenbild

Harter Fight

Gaudi pur