Bärweiler Urgestein Horst Scherer und Harald Skär an Gemeindespitze

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Bärweiler. Sieben Einwohner verfolgten die konstituierende Gemeinderatssitzung im 1995 eingeweihten Haus am Dorfplatz, wo Horst Scherer zum neuen Ortsbürgermeister und Harald Skär zum Ersten Ortsbeigeordneten gewählt, vereidigt und ins Amt eingeführt wurden. Die Neubesetzung war notwendig geworden, weil Thomas Franzmann Anfang Oktober nach elf Monaten sein Amt niederlegte und seitdem das jetzt gewählte Duo die Geschicke des 233-Seelen-Ortes leiteten. Der 72-jährige Ex-Verwaltungsbeamte Horst Scherer ist Bärweiler Urgestein. Harald Skär koordiniert bekanntlich bei der Kreisverwaltung die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und plant aktuell zur 200-Jahrfeier das Bürgerfest Mitte Mai im Freilichtmuseum. Es war ein feierlicher Akt, den beide sinngemäß mit der Bibellosung „Suche der Stadt, dem Ort, sein Bestes“ krönten. Die Bürger freuten sich, dass Bärweiler „endlich wieder einen Bürgermeister hat!“. Überall sei man darauf angesprochen worden.

Ob ein weiterer Beigeordneter gewählt wird, gilt als wahrscheinlich – die Wahl der Nachrücker im Rat musste wegen Stimmengleichheit geheim unter Federführung des VG-Büroleiters Rainer Link ausgelost werden. Vier mögliche Kandidaten für einen freien Platz sind der Reihenfolge nach Jörg Theobald, Heiko Fritz, Marcus Fries und Marion Fuhr.

Den ersten Bärweiler Doppelhaushalt präsentierten VG-Bürgermeister Rolf Kehl und Haushaltssachbearbeiterin Tatjana Herzog. Kehl stellte den aktuellen VG-Etat mit den Schwerpunkten Rathausumbau, zwei Hilfeleistungslöschfahrzeugen für 520.000 Euro, Umbau zweier Gerätehäuser in Monzingen und Odernheim und 1,8 Millionen für die Schwerpunkt-Grundschule Monzingen dem Bärweiler Rat vor und überbrachte die freudige Nachricht, dass die VG-Umlage um drei Punkte von 38 auf 35 von Hundert (Ein Punkt entspricht 182.000 Euro Entlastung für die Gemeinden) gesenkt wurde. (Wir berichteten). Gegenüber 2015 zahlt Bärweiler in diesem Jahr 57.000 Euro VG-Umlage – über 9.000 Euro weniger.

Der Rückblick sei nicht optimal – ursprünglich wurde 2014 im Ergebnishaushalt ein Jahresüberschuss von 8.700 Euro geplant, tatsächlich kam es zu einem Fehlbetrag von 29.099,51 Euro. Grund: Im Wesentlichen fehlten die Erträge aus der Windenergie wegen späterem Baubeginn – bekanntlich sollen sich ab 1. Juli 2016 die zwei Windräder drehen. Trotzdem könnten in der mittelfristigen Finanzplanung alle weiteren Haushaltsjahre bis 2019 mit freien Finanzspitzen und schwarzen Zahlen als zufriedenstellende Jahre bezeichnet werden. Einziger Wehrmutstropfen: „Die hohe Bugwelle von knapp 300.000 Euro an Liquiditätskrediten“, erinnerte Rolf Kehl – sie sollen durch künftige Überschüsse getilgt würden.

Aktuell wird dieses Jahr im Ergebnishaushalt mit einen Überschuss von 13.800 Euro geplant, wobei sich trotz höherer Einkommenssteuer beim Gemeindeanteil in Höhe von 12.2000 Euro eine Verschlechterung von etwa 1.800 Euro abbildet. Die geringeren Umlagezahlungen an Kreis und VG (11.700  Euro) „gleichen leider die Einbußen bei den Schlüsselzuweisungen in Höhe von 26.400 Euro nicht aus“, bedauerte Tatjana Herzog. 2017 wird bei ähnlich-fortgeschriebenen Erträgen in Höhe von 276.500 Euro und Aufwendungen von 257.800 ein Überschuss von 18.700 erwartet, im Finanzhaushalt wird gar mit einem Plus von 34.900 Euro kalkuliert.

Von den fehlende Einnahmen in Höhe von 50.000 Euro aus der Windenergie für Wegenutzung und Durchleitungsrechte wurden jetzt 10.000 Euro an die Gemeinde überwiesen, und dadurch konnte Bärweiler für 2014 und 2015 jeweils 3.700 Euro Eigenanteil am Kommunalen Entschuldungsfond (KEF) leisten.

Aktuell wird der Austausch von 14 LED-Leuchtkörpern an den Straßenlampen vorbereitet. Neben 20 Prozent Zuschuss könnte die Jagdgenossenschaft einen erheblichen Anteil zu den 8.000 Euro Kosten beisteuern – Gespräche laufen. 1000 Euro stehen für eine Risssanierung der Straßendecke bereit. Neu im Etat stehen Kosten für Granitplatten des geplanten Wiesengrabfeldes (2.500 Euro). Geld steht zur Renovierung des Gemeindehauses, und 1.500 Euro für die Wegeunterhaltung bereit. Diese Finanzierung ist durch die Sonderrücklage Wirtschaftswegebau gesichert. Das Baumkataster war Thema: 7.400 Euro sind 2016 für Baumpflege eingestellt.

Erneut wird eine Restzahlung von 3.200 Euro für die Landabgabe (L376) eingeplant.

Im Investitionshaushalt werden Mittel für den Erwerb eines Grundstückes im Sondergebiet Windenergie (25 Jahre jährlich ca. 1.000 Euro) bereitgestellt. Die Finanzierung des Kaufpreises erfolgt aus den jährlich zu erwartenden Entschädigungszahlungen von etwa 3.000 Euro. Außerdem ist die Erneuerung der Bänke des Dorfinfopfades geplant. Es wurden keine Haushaltsermächtigungen aus 2015 übertragen – größere Investitionen sind nicht geplant. Die Hebesätze bleiben unverändert, aktuell sucht Bärweiler nach einem Gemeindearbeiter.


Horst Scherer (links)

und Harald Skär