Ausbilder Schmidt & Co. lachen die Haumühlen-Hütte voll - Kneipentour 2016

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Fotos unten Textende - Haumühle bei Simmertal. Organisatoren und Gäste waren gespannt wie ein Flitzebogen, wie das neue Kneipen-Spaß-Spezial Format der „Kirner“ ankommt: Herzhaft lachen war bei der ausverkauften Auftaktveranstaltung der Comedy-Kneipentournee auf dem Simmertaler Campingplatz im Haumühlen-Restaurant „Räuberschenke“ angesagt.

Der gebürtige Idar-Obersteiner und mittlerweile in norddeutsche Gefilde abkommandierte „Ausbilder Schmidt“ alias Holger Müller fühlt sich in seiner alten Heimat an der Nahe pudelwohl und genoss seine heimatnahe Versetzung sichtlich: Er folgt dem Ruf der Kirner Privatbrauerei, gemeinsam mit Comedy-Stars und Sternchen die Kneipenkultur wieder hoffähig zu machen. Dies gelang mit dem Mainzer Stand Up-Komödianten Michael Eller und Rockröhre Chantal Jansen bei der Premiere vortrefflich. Die Lady ist geeicht, am Niederrhein bekannt wie ein bunter Hund, geländegängig und TV-erprobt und eine fabelhafte Rockröhre, die nicht nur Junggesellenherzen höher schlagen lässt. Die Frohnatur bietet auch jungen Nachwuchstalenten eine Bühne und singt mit ihnen im Kellenbachtal ihren Erfolgssong „Valery“. Alle drei sind gestandene Vollprofis und strickten sehr erfolgreich an ihrem Motto: „Wir lachen euch die Hütte voll“, wobei die Kneipengäste lauthals sogar mit dem Fastnachtsgedöns Uijuijuijui…..einstimmten.

Ganz wenige Witze reichen, und Ausbilder Schmidt hat sich Gehör verschafft: Was haben Handgranate und Ehefrau gemeinsam? Richtig: Ziehste den Ring ab, ist das Haus weg! Köstlich amüsierte er sich über das zurückhaltende und gewöhnungsbedürftige Lachen im Emsland, wo er seit Sommer 2009 in seinem "Ausbildercamp" (eigene ostfriesische Kleinkunstbühne) malocht und zudem Lachbustouren organisiert. Seit 2001 ist er mit der Bundeswehrmasche unterwegs on Tour.

Seit „Ausbilder Schmidt“ mit Ursula von der Leyen eine neue Chefin hat, begrüßt er sein Publikum mit dem gebrüllten Spruch „Morgen ihr Luschen und Luschinnen!“ Nein, Doppelnamen sind sein Ding, und ihre sieben Kinder bekommen Mutti weniger zu sehen als er, lästert Ausbilder Schmidt süffisant. Und wer ihn kennt, weiß, dass der Panzerfahrerplattmacher mit jenem Gefährt anreist, vor dem notorische Linksfahrer, Falschparker, Nörgler oder Ewiggestrige keine Chance und größten Respekt haben und Abstand halten. Letztens hat er einen Geisterfahrer überholt und überrollt. Auf dem TÜV wurde er nach dem Baujahr gefragt: „Weiß ich nicht – aber das Ding war schon zweimal in Frankreich im Einsatz“ – und warum sind französische Pornos so kurz? „Sie können die Stellung nicht halten“, brüllt er und lacht er sich einen Ast: „Ha,ha,ha- in der Kneipe mal so richtig einen ´raushauen“, das ist sein Metier. Wer austeilt muss auch einstecken können- typisch Schmitti!

Harley-Fahrer Michael Eller ist seit Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Comedy-Szene. Zuschauer des Quatsch Comedy Clubs oder namhafte TV-Formate sind seine Bühne, und wenn wieder einmal sein Führerschein einkassiert wird, verbringt er Urlaub in der Karibik auf AIDA-Kreuzfahrtschiffen, wo er regelmäßig als eine Ausgeburt zwischen Gags zum laut Mitlachen bis hin zu scharfzüngiger Real-Satire Missstände auf dem 12-stündigen Nonstop-Flug hart anprangert: Im gleichen Atemzug spricht er humorvoll den Gutmensch-Teil im Zuhörer an, und dann rammt er den salzigen Finger in die offene Wunde unserer Selbstgerechtigkeit oder in die seines Nachbarn.

Das Wirtsehepaar Brakel als guter Gastgeber, das Comedy -Trio und Prokurist Friedrich Wilhelm sowie der Otzweiler Außendienstmitarbeiter Hans Graf von der Kirner Braustätte waren überzeugt: „Wir können Kneipe!“ Und das hoffen die Bierbrauer und Bierfreunde auch. Es gehe darum, der Gastronomie zu helfen, die typisch deutsche Kneipenkultur wiederzubeleben. Aus über 800 Gastronomen, die beliefert werden, wurden von einer Jury zwölf für diese neue Art kurzweiliges „Entertainment oder Improvisations-Theater“ ausgesucht, informierte Graf. Jeder Auftritt wird der jeweiligen Lokalität ganz flexibel angepasst, vieles muss auch terminlich passen und ausgelotet werden; - es gab viele Rückmeldungen und deshalb „sind wir in der Pflicht, wollen sehen was passiert und werden uns weiter für die Reaktivierung der Kneipenkultur engagieren“, da stehe das Unternehmen als starker Partner in der Pflicht, sagte Friedrich Wilhelm. Das Paket mit den drei Künstlern, Werbung, Plakaten und der Technik durch die Hunsrück-DJ´s um Andreas Heck, Mario Mattes aus Mittelreidenbach oder Daniel Skrotzki am Mischpult ist mehr als 3000 Euro wert. Deshalb sollen die Bewerber einen Obolus von 500 Euro als Schutzgebühr zahlen, und die wird durch geringen Eintritt erhoben.

„100 Prozent gelungen – das Gemeinschaftskonzept verdient höchsten Respekt und geht auf“, lobte Kirner-Bierclub-Mitglied Sascha Sterlinko aus Monzingen, und weist aufs neue T-Shirt: „Rattenscharf“. Es sei „das Beste, was das Kellenbachtal gesehen hat“, war der 21-jährige Merxheimer Philip Biermann hellauf begeistert und Jannick Beyer und Petra Bunn-Beyer aus Hahnenbach lobten: „Witze spitze. Stimmung genial. Was will man mehr!“.

Weitere Termine: 16. März in Kusel, am 17. März in Kirchenbollenbach im Landgasthaus Schuck, am 11. April im Wappensaal beim Schorsch auf Schloss Dhaun -12. April bei Frankie in Kirchberg.

Zum Gruppenbild: Michael Eller, Entertainerin und Rockröhre Chantal Jansen, Sementha Groenewegen, Gastwirt Patrick Brakel, Holger Müller alias Ausbilder Schmidt, Danielle Brakel und Stefan Grimm waren maßgeblich am Gelingen der Premierenveranstaltung beteiligt – die drei komödiantischen Vollprofis bespaßten ihr Publikum und lachten ihnen quasi die Hütte voll.


Ausbilder Schmidt

Gruppenfoto /Textende

Rocklady & Schinderhannes

Kneipenkultur 2016