Lauschied/Bärweiler/Jeckenbach - 4 neue Windräder im Bereich Höhenköpfchen

Kategorie: VG Sobernheim, Bärweiler, Lauschied, VG Meisenheim, Lokale News an Nahe und Glan, Wirtschaft

 

Fotos unten Textende. Bärweiler / Jeckenbach / Lauschied. Auf weniger als zwei Quadratkilometer gehen in diesem Jahr vier weitere neue Windenergieanlagen („WEA“) zwischen Bärweiler und Jeckenbach ans Netz. Die vier WEA auf Lauschieder Höhe wurden vor 15 Jahren errichtet; sie stehen leistungsmäßig kurz vor der Aufrüstung, Repowering genannt. Jeweils zwei stehen auf Lauschieder und Jeckenbacher Privatgrund.

Der „Spatenstich“ für die beiden Bärweiler Windräder auf Privatgrund in den Parzellen Birkenflur /Auf Birk und in der Heimbach weniger als 200 Meter parallel zur L 375 Richtung Hundsbach / Lochmühle hat vor 14 Tagen begonnen, wenn man von einem Spatenstich in den Dimensionen sprechen kann. Heimische Vierachser LKW`s rollen, bringen Schotter, Baumaterial oder eine mit Zement vermischte, so genannte „hydraulisch gebundene Tragschicht“. Mehrere Tief- und Erdbaufirmen sind mit schwerem Gerät, Raupen, Kräter und 390 PS starken Allrad-Traktoren mit Kipphänger mit der Straßenverbreiterung auf 4 bis 4,50 Meter zugange, und verlegen in denselben Graben in über 1,20 Meter Tiefe mit einem Kabelpflug eine Stromleitung übers „Höhenköpfchen“ zu den vier Lauschieder Windrädern. „Eine der leichtesten Übungen“ für Polier Michael Beus von der Tiefbaufirma Krämer aus Kelberg in der Eifel, man habe im Windpark Ellern und Dichtelbach den halben Hunsrück umgegraben, sagt er scherzhaft. Mehrere Spezialfirmen arbeiten sowohl auf Bärweiler wie auf Jeckenbacher Gemarkung Hand in Hand und „just in Time“. Die Einspeisung der Bärweiler WEA ins Stromnetz erfolgt dann zwischen Desloch und Meisenheim ins Umspannwerk. Der gesamte Transport und die Zuwegung muss laut Genehmigung des Landesbetriebes Mobilität (LBM) als Straßenbaulastträger ab Meisenheim über die K 66 und K 63 bis auf die Lauschieder Höhe und dann in westlicher Richtung über die Römerstraße (laut Lageplan: Kirner Straße) über gebundene oder asphaltierte Feldwirtschaftswege verlaufen.

Im Bärweiler Flur 11 und 12 sind insgesamt fünf Grundstückseigner involviert, wo zwei, 200 Meter hohe WEA des Typs Vestas V 126 mit je 3,3 MW (Megawatt: 1 MW = 1000 kW) und einer Nabenhöhe von 137 Meter sowie 62 Meter hohen Rotorblättern von der Osnabrücker Firma „ENP Neue Energien GmbH“ realisiert werden. Die hat dort ein Grundstück gekauft, die Gemeinde Bärweiler hat Einnahmen aus dem Wege- und Durchleitungsrecht.

Die dortigen Flurwege müssen genauer inspiziert werden, denn nach Meinung der jetzigen Tiefbaufirma ist der momentane Unterbau der Feldwirtschaftswege nicht ausreichend, teilte Ortsbürgermeister Horst Scherer beim Ortstermin mit. Die Erdarbeiten auf Bärweiler Gemarkung liegen im Zeitplan und sind in vollem Gange, die Windräder sollen am 1. August stehen.

Baubeginn der ersten zwei Jeckenbacher WEA auf Gemeindegrund war am 1. März – Inbetriebnahme ist Ende Mai, Anfang Juni, teilte gestern Ray Zawalkski von der Firma GAIA auf Nachfrage mit. Im Jeckenbacher Wald ist ein Plateau für die Kräne betoniert- direkt daneben geht es zehn Meter tiefer im 70 Grad steil abfallenden Felshang. Dreiachs-Kräter der Firma Wust aus Simmern fahren via Hochbaulaser und GPS-Koordinaten über eine UTS-Station verbunden wie von Geisterhand gesteuert und schieben Plan. Mittlerweile ist die Bodenplatte mit 20 Meter Durchmesser betoniert. GAIA – diese Abkürzung ist der gleichnamigen Mutter Erde der griechischen Mythologie entlehnt und trägt die Unternehmensphilosophie der „Gesellschaft für Alternative Ingenieurtechnische Anwendungen“ im Namen. Ursprünglich waren vor sechs Jahren drei getriebelose Windräder vom Typ E 101 mit 135 Meter Nabenhöhe und 101 Meter Rotordurchmesser auf der Jeckenbacher Gemarkung „Galgengewann“ und im Jeckenbacher Wald geplant, bestätigte Ortsbürgermeisterin Christa Venter. Jetzt wird die neueste Generation Nordex N117 WEA mit einer Nabenhöhe von 141 Meter und Rotordurchmesser von 117 Meter gestellt,

Bärweilers Ortsbürgermeister Horst Scherer macht aus seinem Herzen keine Mördergrube, wenn über die L 375 nordwestlich Richtung Schwarzenberg hin zur Kirschrother Gemarkung Windräder gestellt werden. „Aber Bärweiler allein wird das nicht forcieren“, ist seine klare Ansage. Momentan legen Anlagenbetreiber in Nachbarorten unterschriftsreife Vorverträge vor. „Wir befinden uns noch ganz am Anfang. Noch steht nichts über die Größe fest, wir führen die frühzeitige Beteiligung für Träger und Öffentlichkeit durch“, informierte Anfang der Woche Christian Schick von der VG Bauabteilung Bad Sobernheim über die Auslegung des Flächennutzungsplanes vom 14. März bis einschließlich 15. April. Bernd Hey.

Zu den Fotos: Am Lauschieder „Höhenköpfchen informiert sich Bärweilers Ortsbürgermeister Horst Scherer bei Polier Michael Beus über massive Erdbewegungen mit schwerem Gerät.

Steilhang: Im Jeckenbacher Wald: Auf dem Felsmassiv oben wurde ein Plateau für den Kran betoniert. Zehn Meter tiefer wird fünf Meter unter den Baumwurzeln das Fundament 20 Meter im Durchmesser für das Jeckenbacher Windrad planiert: Über 1000 Tonnen Schotter - bis 1000 Kubikmeter Beton werden verarbeitet. Inbetriebnahme Ende Mai /Anfang Juni 2016.