Weilerer waren total fasziniert von Himbeereis & flotter Käfer - klasse Revue

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Fotos unten Textende - Weiler. Mit der Wirtschaftswunderrevue „Himbeereis und flotter Käfer“ des Daubacher Ehepaares Russ landeten die Landfrauen im Gemeinschaftshaus einen Volltreffer und waren gute Gastgeber. Nostalgie wird lebendig, wenn Alexander Russ mit der rasanten und authentischen Radio-Reportage von NDR-Sprecher Herbert Zimmermann („Rahn müsste schießen - Rahn schießt….Tor!“) vom Fußball WM-Endspiel 1954 in Bern als Einsteiger sein Publikum überrascht und mitnimmt.

Es war quasi eine geistreiche Revue derer, die jene Zeit selbst aktiv miterlebt hatten - nahtlos reihte sich ein Highlight ans nächste. In bleibender Erinnerung der Blaue Bock, der zwischen 1957 und 1987  208 Mal ausgestrahlt wurde und wo Lia Wöhr und  Heinz Schenk mit Bembel und im hessischen Dialekt vortrefflich nachgeahmt wurden. Ein Straßenfeger war die „Meenzer Fasenacht“, die 1955 erstmals live übertragen wurde. Das Ehepaar Russ hatte sich ruckzuck als „Babbisch und Struwwelisch“ kostümiert und zog lustig vom Leder. Da wurde vor dem TV der beste Wein aus dem Keller geholt, Käse-Igel und Mett-Schweinchen aufgetischt. Übrigens: Auch am Samstag servierten die Weilerer Landfrauen beste Weine, Sekt und Selters, Spießbraten und als Clou aus jener Zeit „Blonder Engel“ – Sinalco mit Eierlikör.

Außergewöhnliche und gut gemachte nostalgische Werbeclips über Doktor Sommer und die Zeitschrift Bravo, Persil, Hengstenberg Mildessa, Underberg, Tante Tilly, 4711 oder Ahoi-Brause  haben bis heute Bestand und sind treue Alltagsbegleiter geblieben, ebenso wie die zu Herze gehende knuffige Bärenmarke-Bärchen Reklame. Unvergessliche Evergreens erreichten die Zuhörerherzen. Zeitzeugen klatschten, summten oder sangen mit und erinnerten sich gerne an jene Wirtschaftswunderjahre zurück. Von Catherina Valente war ein klasse Medley zu hören - von der Grand-Dame gab es 400 LP´s mit 1.600 Titeln in 13 Sprachen. Unnachahmlich Lieder von Peter Kraus oder Bill Ramsey, von Manuela oder Siw Malmkvist, Tahiti Tamoure („Winnie-Winnie“), über den „little Banjo-Boy“, Itsy bitsy teenie weenie Strandbikini“, die legendäre „Brumm-ba-ba-ba-ba Motorbiene“ des Frankfurter Benny Quick bis hin zu  „Rote Lippen“, die man küssen soll.

Wer wagt, gewinnt, freute sich das Weilerer Landfrauen-Quartett um die Vorsitzenden Angela Lauf und Jutta Steines, Kassiererin Heidi Gutheil und Schriftführerin Regina Schwindt, die das Daubacher Ehepaar Gabriele und Alexander Russ in höchsten Tönen lobte, jederzeit authentisch den richtigen Ton getroffen zu haben. Spritzig-witzig und zuweilen nachdenklich empfand jeder Zuhörer seine eigenen Assoziationen. Etwa damals bei der Fahrt in den gesitteten Italienurlaub nach Rimini, Ischia, Capri und Co. über den Großglockner, wo es jedem Auto den Kühlerdeckel wegblies - nur dem eigenen Wagen dieses Malheur erspart blieb….

Ein Trömmelchen, mehrere Gitarren, Mandolinen, Shaker, Percussions und eine Konzertina genügten zur handgemachten Livemusik – schließlich ist dies zeitlebens das Metier des Künstlerehepaares. Russ ist gebürtiges Kreuznacher Gässje, er war Anfang der 1970-er Jahre am Mainzer Peter Cornelius Konservatorium eingeschrieben, studierte Schlagzeug, Oboe und Klavier, fuhr nebenbei LKW und Bus und betrieb bis vor zehn Jahren eine Musikschule in Daubach.

Unsterbliche Gassenhauer von Drafi Deutscher gab es als Zugaben aus ihrem neueren Nachfolge-Programm „Shake Hands“ mit Oldies und Raritäten bis Ende der 1960-er Jahre.


Landfrauen Weiler

begeisterte Zuhörer

Himbeereis + flotter Käfer

Babbisch & Struwwelisch