Steinhardt: Steinbruch Marta läuft -Betreiberwechsel -Woher kommt Wasser?

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Fotos Unten Textenede - Steinhardt. „Da schmeckt mein Wein nach Asphalt“ empörte sich am 30. März 2017  Winzer Thomas Michel in einer SWR-Reportage über den Steinhardter Steinbruch Marta, der seit Mitte Februar brummt – sprich: Der Abbau läuft. Die örtliche BI „Menschen gegen Marta“ hat das Nachsehen, nachdem sich das Oberverwaltungsgericht 2011 gegen Mensch und Natur, gegen Reben und Rüben, gegen Heimat und Ruhe, gegen Kur- und Tourismus entschieden und den Abbau genehmigt hat. Anwohner weinten sogar. Oder sahen die Richter in Roben ein Miteinander geboten - und die Steine ebenfalls wie im nahen Kirn als natürliche Bodenschätze?

Exakt 1111 Meter Luftlinie von der B 41 entfernt wird die Sohle des Steinhardter Steinbruchs Marta freigebaggert. Weniger als 300 Meter vom Steinhardter Hochbehälter der VG-Werke Bad Sobernheim am Steinhardter Ortsausgang an der K 21 Richtung Bockenau entfernt beginnt das 15 Hektar große Feldspat-Abbaugelände um das seit der Jahrtausendwende hart und mit einer Bürgerinitiative gestritten wird. Es sind die vermuteten Sprengungen, der Schwerlastverkehr, die Befürchtungen der Grundwasserverunreinigung, die Verschmutzung des Straßenverkehrs, Lärm und die damit verbundenen Gebäude-Werteverluste im unmittelbar angrenzenden Wein- und Kurgebiet Steinhardt/Bad Sobernheim. 15 Fußballfelder groß und 80 Meter tief soll der Abbau vorangetrieben werden – Seit Februar brechen gewaltige Bagger und Brecher, einer wurde am 15.ten ein weiterer am 22. Februar gestellt, und zerkleinern das dortige Gestein, das überwiegend Anfang April 2017 zu Straßen-Baustellen nach Hessen transportiert wird.

Ein erster Pachtvertrag mit Waldböckelheim wurde bereits 2001 geschlossen. Die Firma Faber kaufte das Areal und ging gegen BI und Umweltverbände durch alle Bergbauamts-Instanzen bis 2011 der Abbau zugelassen wurde. Mittlerweile (laut Zeitungsberichten) ist das Areal zum Jahresbeginn 2017 von der Firma Faber an die Firma Ross verkauft worden  – und das sieht die BI Steinhardt sehr problematisch, weil genau diese Firma laut BI´s im nur 20 Kilometer entfernten Rümmelsheim „Leichen im Keller hat“ – sprich Umweltgifte, kontaminiertes Material und problembehaftete Stoffe dort über Jahre „verbuddelt“ hat, wie der SWR Ende März 2017 in einer Reportage vor Ort berichtete.

„Wo gehobelt wird, fallen Späne, aber dies kann ich so nicht bestätigen“, sagte Projektleiter Willem Douw, der übrigens seinen Wein auch in der Region bei Harald Hexamer in Meddersheim kauft und im Prinzip nach mehrerer Aussagen die Wogen glättete und als sachlich („Ein Mann - ein Wort“) gilt. Er stehe für Transparenz, sagte er, und: „Nach 16 Jahren hüpft mein Herz vor Freude – den Steinen hat das nicht geschadet, sie sind 200 Millionen Jahre alt“, strahlte er voller Genugtuung. Das Material sei von sehr guter Qualität: Latitandesit oder Porphyrit – wie in Bockenau.

Jetzt geht es um die Wasserversorgung: Etwa 18.000 Kubikmeter werden im Jahr gebraucht. Die Steinhardter BI „Menschen gegen Marta“ wehrte sich gegen eine Versorgungsleitung aus der VG Bad Sobernheim. Gespräche mit der VG Bad Sob stehen noch aus. Lachender Dritte könnte dann Waldböckelheim und die VG Rüdesheim sein. So oder so schließen sich die Wirtschaftskreisläufe immer.


Steinbruch Marta brummt

Bis 15 Hektar groß

imposante Kulisse

Ortsrand Steinhardt