Michel Setz geht-weltwärts- 20-jähriger Heimweiler Bub hilft in Tansania

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Heimweiler. Auf Initiative des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zieht es Michel Setz „weltwärts“; - am 18. August startet der Flieger ab Frankfurt nach Entebbe in Uganda. Dann geht es weiter mit dem Bus nach Tansania und Bukoba an den Victoria See, wo er ein Jahr lang einen Freiwilligendienst leisten will. „Nicht das Standartwerk Travelmäßig oder `Work in Travel` – nein: Dort kann ich helfen und für mein Leben ganz viel lernen“, sagt der taffe Heimweiler Bub, den seine Kumpels als absolut zuverlässigen Teamplayer loben und der in der Medienbranche Fuß gefasst hat.

Michel Setz ist mit 20 Jahren der zweitälteste unter weiteren drei Geschwistern. Die Familie des Ortsbürgermeisters Andreas Setz lebt am Ortsausgang im früheren Ortsteil Heimberg Richtung Limbach.

Der Bub zählte einst bei den Kirn-Sulzbacher Pfadfinder im Stamme von St.Georg zu den Wölflingen, besuchte Pfingstzeltlager und spielte ab seinem fünften Lebensjahr beim VfR 07 Kirn und im VfL Simmertal Fußball. Dann folgte er Trainer Philipp Giegerich und spielt in der zweiten Saison beim TuS Becherbach. Ein Jahr lang wird Michel Setz künftig via Skype und Internet ins Kirner-Land verbunden sein und seine Freunde und die Grillfeste vermissen, aber: „Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nie verloren“, zitiert er Albert Schweitzer (1875-1965).

Nach seiner Schulzeit in Simmertal und der Kirner Realschule besuchte er in Idar-Oberstein die Berufsbildende Schule Wirtschaft und absolvierte dort sein Fachabitur. Eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei Rewe Mike Greuloch in Kirn und Bad Sobernheim folgte. Seit fast einem Jahr ist er bei RPR1 und absolviert dort ein verpflichtendes Praktikum, das ihn zum Studium für Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit entweder auf der Hochschule Hannover oder bei der staatlichen Fachhochschule der Medien (HdM) in Stuttgart berechtigt. Michel Setz wohnt in Mannheim, die RPR- Zentrale liegt in Ludwigshafen. Bei einer Bildungsfahrt nach Brüssel lernte er Freunde kennen und arbeitet seit Jahren beim Offenen Kanal Kaiserslautern mit, wo er bis zur Einstellung am 2. Juni 2017 in der Jugendredaktion und Mitinitiator des Sendeformates „more“ war, und seine ganze Sportbesessenheit ausleben konnte. Den Deutsch-Pop-Musiker Johannes Oerding interviewte er, kommentierte Spiele der Gladiators Trier in der ProA für sportdeutschland.tv on Air, ist Teil der RPR Morningshow mit „Kunze und Laura Nowak“ und besuchte in turbulenten Zeiten Pressekonferenzen der Roten Teufel. Für den „Betze-Blog“ interviewte er Stefan Kuntz, heute U 21 Nationaltrainer. „Sternstunden werden es immer dann, wenn die Kamera aus ist. Kuntz ist clever, eloquent und hellwach, er kann sich verkaufen und plauderte aus dem Nähkästchen“, schwärmt der Heimweilere Bub und war auch bei der Verpflichtung von Neu-Coach Norbert Meier dabei.

„Live-Radio machen ist faszinierend und emotional!“, sagt er. Da müsse der Hörer beim Hinhören sofort „auf Sendung“ sein, während man die Zeitung zweimal lesen könne oder im TV mit Grafiken und Bildern Botschaften transportiert werden.

Zwei Schüleraustausche mit Schweden und Ungarn und perfektes Englisch in Wort und Schrift kommen ihm bei seiner Mission zugute- für sein Visum nach Tansania musste von der Geburtsurkunde über Impfpass und Kontostand bis zum polizeilichen Führungszeugnis alles übersetzt und amtlich beglaubigt werden.

Tansania ist zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland, hat aber nur zweidrittel so viele Einwohner. „Kurze Hose oder Shorts sind ein absolutes No-Go und dort bin ich unwillkürlich der weiße reiche Mann“, denkt Michel Setz bei aller Weltoffenheit an Konfliktpotential. Untergebracht sind sie in vierer-WG´s , Zoë aus Hofheim am Taunus heißt seine Mitfreiwillige an der „Mugeza Viziwi- School for the deaf“, einer Internatsschule für 120 Kinder zwischen sieben und 19 Jahren mit Hörbehinderung zehn Kilometer außerhalb von Bukoba. Schwerpunkt für Michel Setz: Förderung des Englisch-Unterrichts in Gebärdensprache, Berufsvorbereitung, und sportliche Betreuung im Schulsport. Das Jahr will er in Afrika nutzen - das rheinland-pfälzische Partnerland Ruanda ist Nachbarland von Tansania. Bernd Hey.

>>>IM DETAIL- im Foku: „weltwärts“ wird zu 75 Prozent vom BMZ gefördert- somit reichen die finanziellen Mittel nicht aus, grundlegende Kosten wie Flug, Unterkunft, Verpflegung oder Auslandskrankenversicherung des Programms zu decken. Michel Setz muss „Klinken putzen“ gehen. Seine Entsendeorganisation ist der ASC Göttingen in Kooperation mit der Sportjugend Niedersachsen, ein Sportverein mit knapp 9000 Mitgliedern und der einzige, der sportorientierte Projekte im „weltwärts“-Programm unterstützt und der einen kleinen Obolus beisteuert. 2000 Euro muss über einen Spender- und Förderkreis aufgebracht werden, „was darüber hinaus eingeht, werde ich zu 100 Prozent in eigene Projektideen einbringen, beispielsweise für Bälle oder Basketballkorb“, denkt Michel Setz und will in einem Blog auch in der Kirner Zeitung regelmäßig über seine Tätigkeit und das freiwillige Engagement aus einem Land berichten, wo 90 Prozent der Bevölkerung von Armut betroffen sind.

>Weitere Infos: michel.setz@web.de Eine Spende kann aufs Konto des ASC Göppingen, IBAN: DE10260500010000111062 BIC: NOLADE21GOE, Verwendungszweck weltwärts-Spende -Michel Setz- überwiesen werden.

Zum Foto: Die neunjährige Schwester Jule wird ihren Bruder Michel vermissen: „Er spielt immer mit mir Fußball, ist Vorbild und kann motivieren. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, zieht er das voll durch“, sagte sie.