Bitburger wird 200 Jahre-Bierkonsum sinkt! Otzis gehen in Freiburg "zwickeln"

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Fotos Unten-Textende- Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Der Trampclub Otzweiler ("TCO") ging bei Ganter in Freiburg an 60.000 Liter-Tanks „zwickeln“… Biere erleben und mit allen Sinnen genießen, liegt voll im Trend. Von alters her ist das Gebräu ein idealer Aperitif, macht Hunger, dient der Geselligkeit und fördert zuweilen die Streitkultur. Alte Kladden berichten bei zu viel Alkoholgenuss, „..dass sich die Streithähne kloppten, wie die Kesselflicker“. Obwohl der Verbrauch bei traditionellen Großbrauereien kontinuierlich stark sinkt, sind so genannte handwerklich hergestellte Craft-Biere mit Aromen und Zusätzen in kleineren Mengen und in kleinen Braustätten auf der Überholspur. Am TCO  liegt die Absatzflaute nicht: Die "Mädels" ließen allein im Bus über 21 Sektkorken knallen - die "Jungs" schafften 14 Kasten "Kirner" - wohlgemerkt nur im Bus!

Nebenbei: Über 60.000 reisen jährlich zu Warsteiner - an jedem Arbeitstag über 200. Die Bitburger Brauerei (Werbeslogan: „Bitte ein Bit“) feiert 2017 ihr 200-Jähriges. Nach Berechnungen des Getränkefachmagazin Inside hat die Bitburger Braugruppe im vergangenen Jahr mit 7,2 Millionen Hektolitern genauso viel Bier verkauft wie 2016 und hat im Frühjahr 2017 die Preise angehoben. Über die Hälfte des Absatzes steuert mit 3,8 Millionen (380 Millionen Liter)Hektolitern die Hauptmarke Bitburger bei. Dabei behaupteten sich die Brauer aus der Eifel mit 805.000 Hektolitern als stärkste Fassbiermarke. Im Inside-Ranking liegt die Bitburger hinter Krombacher (5,65 Millionen) und Oettinger (5,22 Millionen Hektoliter) auf Platz drei. Zum Vergleich: Die Kirner „Privatbrauerei“ von 1798 lag 2016 laut Wikipedia bei 80.000 Hektolitern pro Jahr– vor 30 Jahren noch wurde um die 200.000 Hektoliter Marke hart gerungen und doch nie erreicht. Zeitzeugen aus Heimweiler sagen, dass vor 30 Jahren mehr Fassbier „verschüttet wurde, als bei der letzten Kerb“ 2013 verzapft und verkauft wurde. Heuer setzt jede Brauerei auf Einkaufs-Erlebnis-Shopping, geführte Trinkabilly-Bierwanderung, hippes Merchandising und Club-Mitglieder als Kundenbindung.

Das Deutsche Reinheitsgebot von 1516 (Wasser, Malz, Hopfen und Hefe) ist noch ein Jahr älter als Martin Luthers Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 an die Schlosskirche zu Wittenberg.

Der Trampclub Otzweiler besuchte im September 2017 das Straßburger Münster, begab sich in Oberkirch in der Ortenau bei Familie Halter auf eine „Schnäpslewanderung“ und nahm an einer Event-Brauereiführung in einer der modernsten Brauereien Deutschlands, bei Ganter in Freiburg, teil. Der Familienbetrieb zählt zu den freien Braubetrieben, die sich gegenseitig nicht ins Gehege kommen und eine offensive Erlebnis-Werbestrategie betreiben. In der Brauerei ist an jedem Reifetank zur Entnahme einer Bierprobe ein sogenannter Zwickel angebracht. Das ist ein Hahn oder Ventil, das nur mit einem speziellen, früher dreikantigen Schlüssel, geöffnet werden kann. Dieser Zwickelschlüssel war ausschließlich im Besitz des Braumeisters oder Qualitätskontrolleurs. Damit sollte unterbunden werden, dass Brauereimitarbeiter Bier direkt aus dem Tank zapfen. Gezwickelt wird, um den Reifevorgang des Bieres durch Geschmack und Geruch zu verfolgen. Mittlerweile wird „Zwickelbier“ auch kommerziell in größeren Mengen angeboten; in der Regel als helles untergäriges Bier, oft aber auch als obergäriges – und in Südbaden wird das Bier meist in das Keg, ein kleines Mehrwegfässchen gefüllt. Die Tramps aus Otzweiler zwickelten lieber auf Teufel komm` raus und stärkten sich im historischen Kesselhaus mit Flammkuchen….


Emily "zwickelt"

Trampclub Otzweiler TCO

Bei Ganter

In Straßburg

Schnäpslewanderung